Gabi und Sascha
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10€ sollen sogenannte radikale Islamisten für einen Ausweis bezahlen müssen. Für 6 Monate. Weil ihr eigentlicher Ausweis eingezogen werden kann. Und weil in Deutschland Ausweispflicht herscht muss also Ersatz her. Zweimal kann der Ausweis für jeweils 6 Monate und 6€ verlängert werden. Danach muss ein neuer Ausweis her.

Zum Vergleich: ein Personalausweis mit biometrischen Bild und Chip kostet für 10 Jahre 28,80€.

In Deutschland musst du also für deine eigene Diskriminierung bezahlen. Damit führt Innenminister de Maizière eine bewährte deutsche Tradition weiter: auch der gelbe Judenstern musste von seinen Trägern bezahlt werden. Und auf einer Empfangsbestätigung bescheinigen: "Ich verpflichte mich, das Kennzeichen sorgfältig und pfleglich zu behandeln..."

Und machen wir uns nichts vor. Ist eine Infrastruktur dieser Art einmal eingeführt, wird sie auch für andere Personen und politische Gruppen genutzt. Gegen Hooligans vor grossen Sportereignissen oder einfach auf Dauer. Linke Antifas kommen dran – Weltwirtschaftsgipfel müssen halt geschützt werden. Und irgendwann dann auch andere Gruppen: Tierschützer, Gentechnikgegner, Occupy Demonstranten usw. Es findet sich immer eine Begründung und sei sie noch so absurd. Zur Not wird den Gruppen einfach ein radikal angeheftet.

[EIN MANN SITZT VOR EINE GRUPPE AUFGERÜSTETER POLIZISTEN AUF DEM BODEN]
 
[EIN MANN DRÜCKT AUF DEN KNOPF EINER BEHELFSAMPEL. AUF DEM BILD SIND NUR DIE STRAßE IM HINTERGRUND, DER ARM DES MANNES UND DER KNOPF ZU SEHEN.]
 

Dieses kleine Blog gibt es jetzt also seit 10 Jahren. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so lange durchhalte. Zwar schreibe ich nicht mehr soviel wie in den Hochzeit, als ich bis zu 90 Einträge pro Monat rausgerotzt habe, aber ganz habe ich das Schreiben noch nicht eingestellt. Der Fokus hat sich verschoben, weniger technisches, mehr Fotografie. Die kurzen Einträge von 2-5 Zeilen gibt es nicht mehr, die sind zu Twitter abgewandert. Dabei gibt es eigentlich soviel zu schreiben, aber ich hasse Redundanz. Dabei ist gerade die nötig, wenn ich sehe was um mich herum passiert, Stichwort: Überwachung und Grundrechte.

Vor 10 Jahren habe ich auf Pebble als Blogsoftware gesetzt. Pebble ist in Java geschrieben und so konnte ich es erweitern. Dann hat Simon irgendwann das API geändert und ich hätte alle Plug-Ins anpassen müssen. Dazu hatte ich keine Lust und so wurde die Basis dieses Blogs seit September 2005 nicht mehr angepasst. Inzwischen habe ich die Sourcen meiner Änderungen verloren. An den Pebble Sourcen hat sich seit einem Jahr nichts mehr getan und selbst die Änderungen waren marginal. Und auch das Layout dieses Blog, das zu ändern ich mir jedes Jahr zum Jahrestag wieder und wieder vornehme, ist etwas in die Jahre gekommen.

Was sonst noch so passiert ist in den 10 Jahren? Ich schreibe jetzt keinen grossen Rückblick. Ihr könnt euch ja von hier hierher vorarbeiten. Es sind 2.400 Einträge durch die ihr durch müsst.

Have fun :-)

-isk

Freiheit!? Von welcher verdammten Freiheit sprechen die?

Ja, es ist 9. November. Mauerfall vor 25 Jahren. Schön. Und? Etwas weniger Unfreiheit haben wir. Aber frei? Frei sind wir nicht. Niemand von uns ist frei. Ich kann dieses ganze Freiheitsgesülze nicht mehr hören. Unser Staat will uns bis in die letzte Bewegung überwachen und die Masse wehrt sich nicht. Vorratsdatenspeicherung? Soll wieder eingeführt werden durch die Hintertür IT-Sicherheitsgesetz. Maut? Die als fälschungssicher eingeführten, maschinenlesbaren Nummernschilder sollen fotografiert und 13 Monate lang anlasslos aufbewahrt werden. Es geht also um Bewegungsprofile, Überwachung als herausragendes Architekturmerkmal.

Superfrei, so permanent verfolgt zu werden. Von den Guten? Am Arsch. Genau so lange wird das nicht benutzt, solange du spurst. Lass es zu Aufständen oder revolutionären Tendenzen kommen, schon werden all die schönen Daten gegen dich eingesetzt. Und das was du nicht freiwillig dem Staat lieferst, das holen sie sich von ihren Kumpels von der NSA. Reisefreiheit? Sei mal Islamist oder Hooligan oder was auch immer gerade opportun ist: deine Reisefreiheit wird schneller eingeschränkt als du No Fly List sagen kannst.

Und was macht dieses Volk, das Erfahrung mit totalitären Systemen hat? Es wählt eine grosse Koalition, die alles und jedes in diesem Land erstickt. Es nimmt seine erkämpfte Freiheit und wählt sie ab. Für was? Für Sicherheit. Freiheit wird für Sicherheit aufgegeben. Wie armselig.

Freiheit? Wir leben in einer Freiheitsillusion. Also hört auf mich mit Freiheitsgesülze voll zu texten.

[PANORMAAUFNAHME DES BERLINER HAUPTBAHNHOFS, EHEMALS LEHRTER BAHNHOF, MIT GRÜNER WIESE UND AUF DEN BAHNHOF ZULAUFENDEN LINIEN. SEITLICH DES BAHNHOFGEBÄUDES WEITERE GEBÄUDE.]
 

Ich war gestern im Martin-Gropius-Bau in Kreuzberg in der Walker Evans Ausstellung. Seit langem hatte ich mal wieder Zeit und Musse für so etwas. Knapp 2 Stunden habe ich mir die Bilder intensiv angeschaut. Ich habe viel gelernt, auch wenn ich nicht mit vielen Bildern nicht soviel anfangen konnte. So sind seine Bilder von Häusern, die in den 1930er Jahren entstanden zwar technisch toll, für mich aber nichts sagend. Sie haben - und das sollen sie wohl auch nur - ausschliesslich dokumentarischen Charakter.

Sehr spannend sind aber die Bilder, die er im Rahmen des der Auftragsarbeit für die Farm Security Administration während des New Deals gemacht hat. Hier sind zwar auch viele Häuserbilder entstanden, aber es beginnen Bilder mit Menschen. Ein paar dieser Bilder sind aus meiner Sicht wirklich genial. Ich würde sie in der Wohnung aufhängen. Allerdings sind es nicht unbedingt massenkompatible Bilder. Viele der Besucher sind achtlos an ihnen vorbei gegangen. Schade. Ebenso an einem Bild mit drei Männern in Arbeitsklamotten an einer Straßenkreuzung, die in die in die Luft schauen. Das Bild ist aus der Reihe Herrenmode; ich konnte mich kaum von dem Bild los reissen. Auch nicht von einem Bild auf einem Londoner Bahnhof. Bei der Fotografie hat Evans auf den Vordergrund fokussiert und die Menschen im Hintergrund sind in Unschärfe nur schemenhaft zu erkennen. Umrahmt werden sie dabei vom Dampf der Lokomotiven.

Was mich bei den Bildern aus vergangenen Tagen immer wieder fasziniert sind ihre Dimensionen. Sie sind klein. Abzüge von mehr als 25cm an der langen Kante sind eher selten. Und selbst 20cm ist eher die Ausnahme. Trotzdem sind sie sehr klar und detailreich. Leider konnte ich mir den Detailreichtum nur selten erschliessen, eine Brille wird dieses Jahr kommen müssen.

Wenn ihr also in Berlin seit, euch ein wenig für Bilder oder vergangene Zeiten interessiert und bis zum 9. November Zeit habt, schaut euch die Ausstellung an. Die investierten 7€ sind sehr gut angelegt.


Bild: Walker Evans - Roadside stand near Birmingham, Alabama; 1936; Public Domain

[EINE GRUPPE JUNGER MÄNNER MIT BÄRTEN, VERTEILT IM SCHWARZWEISS BILD VOR EINER ROLLLADENWAND MIT ANGLERFISCHEN UND DER AUFSCHRIFT: "SEARCH & DESTROY". EIN MANN HAT SEINEN KOPF IN EINER HAND VERGRABEN UND EIN WEITERER SCHEINT AUF IHN EIN ZU REDEN.]
 

Since I photograph active again I'm also active in some photo communities. Picasa, Flickr or Flickr, just to name a few.

Some time ago I had commented on a Flickr image that I find the picture well. The photographer had thanked and asked to write what in his image / images was not good.

Oops ... He had caught me. The request was new. And I just did not know how to deal with it. I have long subdued me for an answer. Then I decided to ignore the request. Why?

Do not comment on every picture

I can not to any image, in which I have something to complain write something. Then I would comment the whole day long. It feels like 99% of all images I see daily are scrap. What should I write to these pictures? As Otto Steinert, "This is shit?" "Why?" "Think about it. Tell me tomorrow." When I do so the number of followers I can count on one hand. On the other hand I would see less bad pictures.

[VERY DYNAMIK SUNSET OVER A SEA IN EAST GERMANY.]
Sunset, Gülper See

Common taste

Unfortunately, in online communities it's difficult to find out whether a picture is good or not. It can only be found out if it meets a certain, generally accepted taste.

To determine this the first thing is the number of views. All major vendors measure this and publish the numbers. The view requires the least interaction and engagement with an image. Next level of appreciation is liken or plussen or whatever the function is named. It is a bit more than the view, requires at least one extra click. Then comes the comment. It requires the most complex interaction (words on the keyboard typing, lifetime donate) and is has accordingly much value. Some communities offer additionally a sharing function. This is then the crowning, because in most cases I share, because I like the picture.

Using indicators to enter directly in the microstock photography

However, use all these indicators with caution. Looking on it leads to 99% boring images and goes directly into the microstock photography. Such images comes up preferred at 500px. They are shallow eye candy seen quickly, quickly forget pop of an image. Really exciting these images are only for the operators of 500px.

Luxury

I take pictures first and foremost for me. I'm in the luxury mode to not live off of photography. Therefore, I need not restrict myself, does not have to look on views, likes and comments. I can make the images that I like. And if they then also please others, then that's fine for me and my ego.


Berlin, Wedding

German version

Die Featured Motte hatte die Marke von 10 Millionen Views durchbrochen.
Genau: sie ist gerade bei 10.01.3587 Views. Sehr geil!

Innerhalb von nicht einmal einem Monat kamen knapp 1 Millionen Views dazu. Ich habe keine Ahnung wieso, weshalb oder warum. Das nächste Ziel sind jetzt natürlich 20 Millionen Views. Ob und wann das Bild das jemals erreichen wird kann ich euch nicht schreiben. Ich werde euch aber informieren, sollte es jemals passieren. Und danach werde ich dann grössenwahnsinnig. In Bezug auf die Motte :-)

[OLEANDERSCHWÄRMER - SCHMETTERLING ALS CLOSE-UP, FORMATFÜLLEND]
Oleanderschwärmer
Visualisierungen der Zugriffszahlen
[KURVE ÜBER DIE VIEWS VOM 2012-09-06 BIS 2014-07-31]
Views total vom 2012-09-06 bis 2014-07-31

Erklärung für die nicht allzu spitzen Kurvenausschläge: ich habe nicht jeden Tag gemessen.

[KURVE ÜBER DIE VIEWS PRO TAG VOM 2012-09-06 BIS 2014-07-31]
Views pro Tag vom 2012-09-06 bis 2014-07-31

Die Zugriffsstatistik als ODS oder CSV Dokument.

[EINE PERSON HÄLT SICH EINEN REGENSCHIRM VOR DAS GESICHT. NUR DIE HAND IST HELL ZU SEHEN. ANSONSTEN IST DAS SCHWARZWEISS BILD SEHR DÜSTER.]
 

Ich brauchte die Telefonnummer des Babysitters. In vergangener Zeit hätte Gabi mir die Nummer einfach diktiert. Da wir aber mobil vernetzt sind, hat sie mir die Nummer von ihrem iPhone aus auf mein Windows Phone geschickt. Und damit begann der Spass.

Das iPhone hat eine vCard als MMS verschickt. Fragt mich nicht wieso. Da ich in Zeiten von WhatsApp kein MMS eingerichtet hatte, bekam ich eine Nachricht, wie ich auf den Inhalt der MMS auf einem Telekom-Server zugreifen kann.

Um die MMS von dem Telekom-Server abzuholen benötige ich erst einmal einen Webzugang. Dann muss ich mich mit eigener Telefonnummer und einer PIN anmelden. Erst einmal die eigene Telefonnummer herausfinden… Dann habe ich mich angemeldet.

Die Weboberfläche zeigte mir einen Textblock an, an dessen Struktur eine vCard erkannt werden kann. Den kann ich als ZIP Datei herunter laden. Okay, das ist jetzt zuviel des Guten. Also neuen Kontakt im Handy aufgemacht und die Daten mit der Hand eingetragen. Zum Glück ist die vCard einigermassen selbsterklärend.

Dauer der Aktion: ca. 8 Minuten. Mit simplen diktieren hätte es vermutlich weniger als eine Minute gedauert.

Die Featured Motte hatte die Marke von 9 Millionen Views durchbrochen :-)
Genau: sie ist gerade bei 9.068.641 Views, nachdem die Zugriffszahlen im November 2013 eingebrochen sind.

[OLEANDERSCHWÄRMER - SCHMETTERLING ALS CLOSE-UP, FORMATFÜLLEND]
Oleanderschwärmer
 

Als ich das Licht für mich entdeckte, wurde meine Fotografie auf eine neue Ebene gehoben. Das liesst sich erst einmal trivial und platt. Ist doch Fotografie mit Licht malen. So einfach ist es leider nicht. Licht ist nicht gleich Licht. Lehrbücher können dir Blende, Zeit, ISO, hyperfokale Distanz und andere Dinge erklären. Sie können erklären das zur Blauen- und zu Goldenen Stunde schön weiches Licht da ist. Aber wie ich mit Licht Stimmungen erzeuge können sie nicht wirklich erklären. Das musste ich erfahren. Für mich selbst finden. Ich musste lernen mit dem Licht zu spielen und – ganz wichtig – mit dem Schatten.

Bei mir hat der Prozess der Erkenntnis knapp 2 Jahre gedauert. 2 Jahr bis ich die Muster erkannt habe. 2 Jahr, bis ich gelernt habe die Ergebnisse zu reproduzieren.

Gestern ist mir eine solche Reproduktion gelungen. So – und genau so – war das Bild geplant. Ok, die Biene und die Ameise waren das Produkt meiner Geduld. Ich musste fast eine Stunde warten bis ich bei dem starken Wind die Szene im Kasten hatte.

Jetzt gilt es das Gelernte zu verbessern. Ich freue mich.

[DREI BLAUE BLÜTENSTIELE IM GEGENLICHT. AUF DER LINKEN SEITE EINE BIENE AN DEN BLÜTEN]
Biene und Ameise / Bee and Ant
English version

Painting with light

When I discovered the light for me, my photography has been raised to a new level. The reads itself once trivial and shallow. But photography is painting with light. Unfortunately it is not so easy. Trainings and textbooks can tell you shutter speed, ISO, hyperfocal distance and other things. They can tell you that Blue- and Golden hour have beautiful soft light. But how do I create moods with light, they can not really explain. I had to learn. Find out for myself. I had to learn to play with the light and – most importantly – with the shadow.

For me, the process of learning has taken almost 2 years. 2 years until I recognized the patterns. 2 years, until I learned to reproduce the results.

Yesterday I did such a reproduction successful. So – exactly so – the picture was planned. Ok, the bee and the ant were the product of my patience. I had to wait almost an hour until the scene was in the box. It was very windy.

Now I've to improve my skills. I am pleased.

150 g Butter   ⎫
350 g Zucker   ⎬ schaumig rühren
  5   Eier (M) ⎭

1 Pck. Vanillezucker
1 Pck. Backpulver
1 Pck. Vanillepuddingpulver
4 EL Grieß
1 Kg Magerquark
Saft von 1 Zitrone

Alles miteinander verrühren, ab in die Form.
Bei 200℃ ca. 65 Min. backen.

Gutes Gelingen und guten Appetit.

Für den Städteurlaub im März hatte ich mir das Olympus 17mm f1.8 Objektiv angeschafft. Der Plan war mit dem Objektiv in den engen Straßen und Gassen Athens und Istanbuls auf Bildersuche zu gehen. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich mit dem Objektiv und der Brennweite einigermassen klar gekommen bin. Die kurze Brennweite erfordert es, dass viel dichter an das Objekt heran gegangen werden muss.

Mit dem Voigtländer Nokton habe ich schon ein Objektiv im unteren Brennweitenbereich. Dieses ist aber komplett manuell und eignet sich dadurch weniger für Straßenfotografie. Deswegen setze ich es weniger ein und hatte entsprechend wenig Training im unteren Brennweitenbereich.

[SCHWARZWEISS - EIN MANN STEHT INMITTEN EINER STRASSENKREUZUNG ZWISCHEN AUTOS UND SCHAUT NACH LINKS.]
Athen № 5 - Nahe zentralem Markt

17mm Brennweite entspricht an der Sensorgröße der E-M1 in etwa 35mm Kleinbildbrennweite. Die 35mm Brennweite gilt als klassische Reportagebrennweite und ist leicht weitwinklig.

Bisher bin ich viel mit dem Olympus 45mm f1.8 auf der Straße unterwegs gewesen. Mit 45mm wird weniger in die Intimsphäre der abgebildeten Personen eingegriffen, da der Abstand grösser ist. Ich versuche grundsätzlich bei Straßenfotografie nicht aufdringlich zu sein. In Athen und Istanbul verhalten sich die Menschen gegenüber Kameras allerdings anders als in Deutschland. Sie haben keine Probleme damit fotografiert zu werden, freuen sich eher. Deswegen waren beide Städte hervorragende Trainingsreviere.

[SCHWARZWEISS - EIN SESAMRINGVERKÄUFER SCHIEBT TIEF GEBEUGT SEINEN SCHWEREN VERKAUFSWAGEN EINEN BERG HINAUF.]
Istanbul № 8

Inzwischen klappt es mit dem Objektiv besser. Zumal die kurze Brennweite auch einige Vorteile hinsichtlich der Schärfentiefe hat. Ich muss weniger genau auf den Fokuspunkt achten, um scharfe Bilder zu bekommen. Gerade bei offeneren Blenden macht sich hier die Sensorgrösse des Micro Four Third Standards positiv bemerkbar. Wobei Schärfe ist ein bourgeoises Konzept ist. Emotionale Bilder dürfen auch unscharf sein.

[SCHWARZWEISS - EIN KIND SCHAUT IN DIE KAMERA UND HAT EINE HAND GEÖFFNET IN DIESE GERICHTET. DAS KIND BETTELT UM EIN PAAR MÜNZEN UND GEHÖRT ZU EINER BERUFSBETTLERGRUPPE IN ISTANBUL NAHE DER GALATA-BRÜCKE.]
Istanbul № 7 - Bettelndes Straßenkind

Nach den ersten Versuchen mit dem M.Zuiko 17mm f1.8 hätte ich beinahe frustriert aufgegeben. Ich war kurz davor die Linse wieder zu verkaufen. Inzwischen habe ich mich an den Bildausschnitt und das Herangehen gewöhnt. Das Objektiv verändert die Perspektive des Sehen und erlaubt sehr emotionale, dichte Bilder.

Trotzdem gab es Augenblicke in Istanbul, in denen ich die falsche Linse drauf hatte. 2 sehr starke Momente konnte ich nicht richtig abbilden, weil entweder ein leichtes Tele gebraucht wurde - als das Weitwinkel drauf war - oder umgekehrt. Vielleicht versuche ich es in Zukunft einmal mit dem M.Zuiko 12-40mm f2.8. Wo steht denn geschrieben, dass es immer Festbrennweite sein muss.

[SCHWARZWEISS - SILHOUETTE EINES ANGLERS VOR DER GALATA-BRÜCKE.]
Istanbul № 3 - Angler vor Galata-Brücke

 

[FASSADE UND HAUSEINGANG MIT GRAFFITI BEMALT. NICHT BILDLICH, TAGS. NUR ERDGESCHOSS. ROLLLADEN DER FENSTER HERUNTERGELASSEN. VOR DEM HAUSEINGANG AUF DE RECHTEN SEITE STEHT EIN KNALLGELBES POSTFAHRRAD. DER HAUSEINGANG IST OFFEN. DER POSTBOTE IST IM HINTERGRUND ZU SEHEN, DER HAUSEINGANG IST AUCH MIT GRAFFITI ÜBERMALT. EINE FRAU VERSUCHT DIE TÜR OFFEN ZU HALTEN. VON LINKS LAUFEN ZWEI PERSONEN INS BILD. VERMUTLICH VATER UND SOHN. SPANISCHER EINFLUSS. DER SOHN HAT SPORTKLAMOTTEN AN UND EBENFALLS KNALLGELBE SPORTSCHUHE. ER SPIEL MIT EINEM BALL, DER IN DER LUFT HÄNGT. ]
 
[DER AUFGEHENDE MOND ÜBER HÄUSERN. DAS BILD IST LEICHT ÜBERBELICHTET, SO DASS DER MOND SEHR HELL, WIE DIE SONNE LEUCHTET. MEHR IN ERKLÄRUNG ZUM BILD]
Hintergrund
Mondaufgang? Wie soll denn das gehen?

Das Bild ist etwas verworren. Und es stellt tat­sächlich einen Mond­auf­gang dar. Es wurde 60 Sekun­den lang be­lich­tet und dann in Adobe Light­room 5 mit dem mit­ge­lie­fer­ten Preset "Cross­entwick­lung 2" bear­beitet. Dadurch ent­stand der blaue Him­mel und der gelbe Mond, der den Ein­druck hin­ter­lässt, als handele es sich um die Sonne. Die Strahlen um den Mond ent­stan­den durch die lange Be­lich­tungs­zeit mit dem Voigt­länder Nokton 25mm f0.95 bei Blende 5,6. Durch die hell er­leuch­teten Fen­ster und den falsch aus­sehen­den Schat­ten im Vor­der­grund (dunkles Dach bei gleis­sen­dem Son­nen­licht und helle Back­stein­mauer der Sonne abge­wand­ten Seite) ent­steht aus meiner Sicht ein ver­wi­rren­der Ein­druck des Bildes.

Das Bild wurde nach der Light­room 5 Ent­wick­lung mit Topaz DeNoise 5 stark ent­rauscht. Zu­vor wur­den noch Licht­strei­fen von Flug­zeu­gen und Satel­liten weg­ge­stempelt.

Und hier noch die Originalaufnahme aus der Kamera:

[DER AUFGEHENDE MOND ÜBER HÄUSERN.]
Moonrise over Lichtenberg - Originalaufnahme

Im Fall Edathy be­gründet der leitende Staats­anwalt die Er­mitt­lung und Haus­durch­suchung da­mit, dass es Er­fah­rungen gibt, das je­mand der le­gale Bil­der von Kin­dern gekauft hat wohl auch Kin­der­porno­graphie kon­su­miert. Der Staats­an­walt bemüht also die Sta­tistik, denn nichts an­deres sind Er­fah­rungen, um einen An­fangs­ver­dacht zu be­grün­den, den es bei legalen Hand­lungen nicht geben kann.

Die Logik: legale, aber moralisch frag­wür­dige Hand­lung, führt auto­matisch zu ei­nem An­fangs­ver­dacht. Dies hebt das ganze Rechts­system aus den An­geln. So könnte bei­spiels­weise je­mand der ins Wett­büro geht und auf Fuss­ball­spiele wettet der Wett­mafia an­ge­hö­ren – er­mit­teln. Oder je­mand schaut sich auf Red­tube einen real teens Film an – po­tent­iel­ler Kin­der­porno­kon­sument. Er­mitteln. Und wenn dann erst ein­mal ermittelt wird muss natür­lich auch etwas ge­fun­den wer­den. Und wenn nichts ge­fun­den wird, dann heisst es: der war zu schlau und hat die Be­weise recht­zei­tig ver­nich­tet.

Bei Wetten mag das noch unpro­ble­ma­tisch sein. Bei Kin­der­porno­gra­phie ist es das nicht mehr. Wer ein­mal das Stig­mata an sich hat, der wird es nicht mehr los. Edathy ist ge­sell­schaft­lich er­ledigt. Ob er nun irgend­wann schul­dig ge­sprochen wird oder das Ver­fahren ein­ge­stellt wird. Er kommt aus der Num­mer nicht mehr heraus. Weil ein Staats­anwalt an Sta­tisti­ken glaubt und ihnen und seinen ei­ge­nen Mo­ral­vor­stel­lungen grös­sere Re­le­vanz bei­misst als den Fak­ten.

Mit dem Olympus 60mm f2.8 Macro kann man sehr viel Spass haben. Aller­dings nicht gerade in extre­men Si­tua­tionen die nichts mit der Makro­foto­grafie zu tun haben.

Ich war mit dem Objektiv ein paar mal Nachts unterwegs. Die Kamera auf einen hohen ISO Wert ein­ge­stellt und die Blende weit offen im A Modus. Den Fokus­be­grenzer des Objektivs auf 0,4m bis ∞ ein­gestellt.

In einer solchen Situation ist es Glückssache, dass der Auto­fokus trifft. Sehr oft pumpt das Objektiv am kurzen Ende (0,4m) und irgend­wann gibt die Kamera auf. Es geht etwas besser, wenn ein Fokus­punkt gesetzt wird. Trotz­dem sind keine Wun­der zu erwarten.

[SCHWARZWEISS - PERSON MIT REGENSCHIRM STEHT AN EINER STRAßENBAHNHALTESTELLE UND WENDET DER KAMERA DEN RÜCKEN ZU. NEBEN DEM MANN IST EIN MÜLLEIMER ZU SEHEN. ES REGNET]

Ebenso hat das Objektiv Pro­bleme an der Olympus OMD E-M1 wenn die Kamera im Continuous Auto­focus plus Tracking (C-AF+TR) Modus ist. Über den Modus hatte ich hier schon etwas ge­schrie­ben. Kamera und Objektiv sind sehr lang­sam. Es können bis zu 2 Sekun­den vergehen, bis die Kamera den Fokus auf das Objekt gesetzt hat und aus­löst. Und auch der Tracking­modus ist dann sehr lang­sam. Im P Modus ist die Kom­bi­na­tion über­haupt nicht zu ge­brau­chen, im A Modus mit etwas ge­schlos­sener Blende geht es etwas besser.

Bei einem 60mm Micro Four Third Objektiv muss auch immer be­dacht werden, dass der Ab­stand zum Objekt mit­unter grösser ist. Das hat zur Folge, dass immer wie­der an­dere Dinge in das Bild hinein geraten und das Tracking der Kamera durch­einan­der brin­gen. Gerade in beleb­teren inner­städt­ischen Ge­bieten gilt dies zu berück­sich­tigen.

[FAHRRADFAHRER IM STRAßENVERKEHR MIT STARKER BEWEGUNGSUNSCHÄRFE DER UMGEBUNG.]

Bei meinen weiteren Versuchen mit dem C-AF+TR Modus wer­de ich wie­der das M.Zuiko 45mm f1.8 einsetzen. Auch Nachts mehr das 45mm, wenn nicht das Nokton zum Ein­satz kommt.

Seit knapp 2 Monaten habe ich mit der Olympus OMD E-M1 (wer denkt sich ei­gent­lich solche Pro­dukt­namen aus?) ein neues Spiel­zeug. Schnell ist sie und die Bilder bis ISO 1600 sind ohne Pro­bleme. Bis ISO 3200 geht es auch noch. Darüber wird das Rauschen unschön. Diese Woche habe ich dann erstmal den Continuous Autofocus plus Tracking (C-AF+TR) Modus auf der Straße foto­grafiert.

Ist der Modus eingestellt, dann wird mit halb herunter gedrückten Aus­löser auf ein Motiv scharf gestellt. Die Kamera folgt dem Motiv so gut sie es eben kann - und sie kann es für mich gut genug. Wird der Aus­löser durch­ge­drückt wird das Objekt im Fokus scharf ab­ge­bildet. Ist der Aus­löse­modus dann auch noch auf Sequentiell gestellt kann eine ganze Bilder­reihe mit dem sich be­we­gen­den Objekt ge­schos­sen werden.

Bei dem Bild unten habe ich dieses Vor­gehen an­ge­wen­det. Dabei habe ich den Fokus­punkt über den Touch­screen des Kamera­bild­schirms mit dem Fin­ger fest­gelegt. Dann muss auch nicht der Aus­löser halb durch­ge­drückt wer­den, sondern die Kamera folgt dem Objekt au­to­matisch. Als die Frau dann vom Brief­kasten hinter dem Ver­teiler­kasten auf der rechten Seite los­ge­lau­fen ist habe ich den Aus­löser durch­ge­drückt. Ein Reihe aus 30 Bildern wurde auf­ge­nom­men. Aus der Reihe habe ich dann dieses Bild aus­gewählt. Auf je­dem der Bilder war die Frau scharf ab­ge­bildet.

[FRAU MIT EINER ZIGARETTE IM MUND GEHT AUF EINEM BÜRGERSTEIG ENTLANG. DIE HAUSFASSADE NEBEN IHR IST MIT PLAKATEN UND GRAFFITI ÜBERSÄT.

Tipp: wenn ich nicht über den Bildschirm und dem Touchscreen fokusiere, habe ich im C-AF+TR Modus einen ein­zel­nen Fo­kus­punkt ein­ge­stellt. Halb durch­drücken des Aus­lösers und dann das Bild kom­po­nieren. Die Kamera folgt ja dem Objekt :-)

English version
For almost 2 months I’ve been using the Olympus OMD E-M1 (who the fuck creates such product names?) now. It’s a very fast camera and the images up to ISO 1600 are without problems. Up to ISO 3200 it is also okay. Furthermore, the noise is unpleasant. This week I then first photographed with the Continuous Autofocus plus Tracking (C-AF+TR) mode during street photography session.

If the mode is set, is armed with half depressed shutter release on a subject. The camera will track the subject as best as it can - and the camera can do it well enough for me. When the trigger is full pressed the subject in focus is sharp. If the release mode then also set to Sequential mode, a whole series of images is shot with the moving object.

In the image above I have used this approach. And I’ve set the focus point on the touch screen of the camera screen with me finger. Then not even the trigger has to be half depressed, but the camera will automatically follow the subject. When the woman is then started walking from the mailbox behind the junction box on the right side I have full pressed the shutter button. A series of 30 images was captured. From the series , I then selected this file. On each of the images the woman was sharp.

Tip: if I do not focusing with the touchscreen, I set a single focal point in the C-AF+TR mode. By half pressing the shutter button on the subject of interest and then compose the image. No problem, cause the camera followed the focused subject.