Gabi und Sascha
Kategorien : Alle | Berlin | Bücher | Fotografie | Java | Linkhalde | Weichware | Verfassung
[KÜSSENDES PAAR VOR PHOTOAUTOMAT]
 

gesagt → heißt: nicht gehört
gehört → heißt: nicht verstanden
verstanden → heißt: nicht einverstanden
einverstanden → heißt: nicht behalten
behalten → heißt: nicht angewandt
angewandt → heißt: nicht beibehalten

Wirklich. Ich finde es toll, dass China eine Hintertür für jedes System möchte, welches Daten verschlüsselt. Um die Daten bei Bedarf einfach zu entschlüsseln - also immer. Und ich kann die Aufregung der USA deswegen nicht verstehen, die das Gleiche selbst fordern.

Sollte China das Recht um- und dann durchsetzen, dann ist Unternehmenscyrpto am Ende. Die grossen US-Unternehmen können es sich nicht leisten den chinesischen Markt zu verlassen. Und sie werden auch keine chinesische Extrawurst produzieren. Zumal damit zu rechnen ist, dass dann andere Länder (Russland, Brasilien usw.) ganz schnell auch ein solches Recht einführen. Und auch der EU-Rat diskutiert die Schlüsselhinterlegung.

Unternehmenscrypto ist dann am Ende, weil wir dann alle offiziell wissen, dass sie nicht sicher ist. Jetzt müssen wir annehmen das sie nicht sicher ist. Weil grundsätzlich keine Cryptografie, die nicht Open-Source ist, als sicher gelten kann.

Open Source Software kann ich selbst übersetzen in ein lauffähiges System. Sie kann durch öffentliche Reviews gehen. Dort eine Hintertür ein zu bauen wird schnell auffallen. Open Source Cryptosoftware ist grundsätzlich vertrauenswürdiger.

Was sollen sie dagegen noch tun? Auch dort Hintertüren verlangen? Oder verbieten? In China… sicher­lich. Im vermeintlich freien Westen würde dies den Kern der freien Meinungsäußerung ad absurdum führen. Im vermeintlichen Kampf gegen den Terrorismus oder organisierte Kriminalität oder was auch immer, würden die Falken dies in Kauf nehmen. Es geht um Macht und Machterhalt. Und da kann auf Befindlichkeiten wie die freie Meinungsäußerung keine Rücksicht genommen werden.

[ZWEI MENSCHEN SITZEN IN EINER ECKE AN EINEM HAUSEINGANG UND UMARMEN SICH. AN DER GLASSCHEIBE NEBEN DEM PAAR STEHT DER SCHRIFTZUG "WILLKOMMEN". HINTER DEM PAAR LIEGT EINE REISETASCHE.]
 

In den letzten Tage habe ich an einer neuen Kugelbahn gebaut. Zwei Grundelemente wollte ich darin unterbringen:

  1. die Welle - basieren auf Lego Raupenketten Elementen.
  2. einer Nürnberger Schere - als Lift.
Die Nürnberger Schere war dabei das problematischere Element. Da sie ausgefahren sehr wackelig ist, muss sie in einem Führungsgestänge einigermassen in Richtung gehalten werden. Das zweit Problem ist der Antrieb, der sehr stabil ausfallen muss. Gerade im eingefahrenem Zustand muss ein sehr hohes Drehmoment aufgewendet werden, um den Widerstand zu überwinden. Ich habe dies durch einen verstärken Scotch-Yoke Kurbeltrieb gelöst. Die Verstärkung besteht aus einer zweiten Führungsachse, die ein verdrehen der eigentlichen Triebachse verhindert. Zusätzlich wurden an der offnen Seite des Triebs zwei Führungsstangen angebracht, die als eine Art Käfig dienen, in denen der Kurbeltrieb läuft.

Angetrieben wird der Kurbeltrieb von einem Power Functions M-Motor (58120). Dessen 3,63Ncm treiben über ein Schneckenantrieb ein 16 Zähne Zahnrad an. Der 9V Mini-Motor (43362) mit seinen 2,25Ncm reicht nicht aus. Das Antriebsgehäuse habe ich als Noppen-Konstruktion ausgelegt. Diese ist gerade ausreichen, um mit den Kräften um zu gehen. Besser würde hier eine noppenlose Konstruktion sein.

Die Kugelbahn ist für ca 15 Lego Sports- und Bionicle Zamor Kugeln ausgelegt.

Das Mühlenelement habe ich gebaut, um die Kugel vom Wellenelement in ausreichend Höhe zu bekommen. Es war mehr eine Fingerübung als Herausforderung.

Beim TTIP Abkommen wird bekanntlich auch ein sogenanntes Investitionsschutzabkommen verhandelt. Einfach ausgedrückt können dabei Konzerne Staaten vor privaten Gerichten auf Schadenersatz verklagen. Z.B. wenn sie meinen Gesetze werden zu ihren Ungunsten geändert und dem Konzern entgehen zukünftige Gewinne. Darauf können wir ein ganz neues Geschäftsmodell aufbauen:

Konzern A verkauft das Produkt X. Am Anfang verdient er gut damit, weil er seinem Konkurrenten B voraus ist. Die Konkurrent B holen auf. Konzern A verdient weniger. Weil Konzern A seine Kennzahlen im Griff hat merkt er dies lange vor der Öffentlichkeit und den Investoren. Damit die Gewinne weiter sprudeln, zumindest so lange wie der gegenwärtige Vorstand im Amt ist, investiert Konzern A in Lobbyisten und PR, damit ein Gesetz zu seinen Ungunsten beschlossen wird. Dann verklagt Konzern A den das Gesetz erlassenden Staat auf den entgangenen Gewinn. Gewinnt er, sprudeln die Einnahmen kurzfristig wieder. Und egal ob er verliert oder gewinnt: die Investition in Lobbyisten und PR kann abgeschrieben werden.

Deswegen: Stopp TTIP!

[EINE FRAU FÄHRT AUF EINEM FAHRRAD AN EINER GRUPPE HALTENDER AUTOS AN EINER AMPEL VORBEI. DIE BELEUCHTUNG DER DÄMMERUNG UND DER STADT MACHEN DAS BILD SEHR BUNT]
Woman on Bike in front of Cars
Hintergrund
In den lezten Monaten habe ich das Mitziehen der Kamera bei längeren Belichtungen verstärkt geübt. Und die Extremsituationen wurden… extremer. Dieses Bild entstand im Sommer 2014 am Ende der Dämmerung in Berlin an der Warschauer Straße. Ich habe in einer Stunde knapp 300 Aufnahmen gemacht. Dieses ist das einzige Bild was gut geworden ist.

Die Kamera war im Continuous Auto­focus plus Tracking (C-AF+TR) Modus. Der Modus ist an den Olympus Kameras erst seit der Olympus OMD EM-1 einigermassen zu gebrauchen. Trotzdem gibt es bei der Aufnahme noch Probleme. Der Bildstabilisator muss ausgeschaltet werden, damit nicht zu viele vertikale Streifen entstehen. Bei späteren Bildern habe ich den Stabi ausgeschaltet und der Fluss der Lichter ist harmonischer.

Dampfhammer und archimedische Schraube

Diese Kugelbahn ist ein Prototyp. Sie funktioniert nur bedingt und kann maximal 2-3 Kugeln gleichzeitig verarbeiten. Das Problem ist die korrekte Zuführung von Kugeln an den Dampfhammer. Diese Zuführung muss synchron mit dem Dampfhammer erfolgen. Ansonsten fliegt die Kugel wild in der Gegend herum. Diese Synchronisierung habe ich bei diesem Model nicht richtig in den Griff bekommen.

Auch der Kugel-Teiler hinter der archimedischen Schraube funktionierte nicht zuverlässig. Er sollte eigentlich verhindern, dass zwei Kugeln einem Dampfhammer zugeführt werden. Die Sports-Kugeln sind aber bei der Schräge zu leicht und das Rad nicht exakt genug und zu schnell. Ausserdem ist zu wenig Platz vorhanden gewesen für ein Gegengewicht. Teilemangel, you kow.

Für Zamor Kugeln war die Bahn nicht ausgelegt. Grund: die Dampfhämmer müssen genau auf die Kugelart justiert werden, damit die Kugeln nicht zu weit oder zu kurz fliegen.

Die archimedische Schraube sollte nicht länger als die abgebildete Schraube sein. Ansonsten biegt sich die Achse zu stark durch.

Wir haben heute eine qualifizierte Incident-Bewertung erarbeitet. Dabei haben wir bewusst auf den in der IT-Entwicklung vorherrschenden Begriff Bug verzichtet. Uns erschien der Begriff Incident aus ITIL klarer.

Ein Incident wurde von uns als jegliche Abweichung von den Anforderungen definiert. Er wird in unserem Ticket-System als eigenständige Entität definiert, neben z.B. User Story und Epic. Ein solcher Incident muss bewertet werden. Von dieser Bewertung hängt die Dringlichkeit der Bearbeitung ab.

Die 3 Incident Kategorien

Die von uns vorgeschlagene Bewertung von Incidents hat drei Ebenen. Dabei entspricht 1. der dringlichsten Kategorie und 3. der am wenigsten dringlichen Kategorie.

  1. Major Incident
  2. Defect
  3. Nonconformity

Major Incident

Ein Major Incident kann nur von einem Kunden, an den ein Produkt ausgeliefert wurde, gemeldet werden. Ein solcher Major Incident muss immer durch einen Verstoß gegen ein Service Level Agreement (SLA) oder die wesentliche Nichteinhaltung eines Produktmerkmals begründet sein. Ist ein Major Incident nicht durch ein SLA oder eine wesentliche Nichteinhaltung begründet, wird der Major Incident zu einen Defect herab gestuft. In einem solchen Fall muss dokumentiert werden, dass der Defect von einem Kunden gemeldet wurde.

Ein Major Incident löst immer eine beschleunigte Bearbeitung aus. Das heisst, ein Team muss sich unmittelbar um die Lösung des Incidents kümmern.

wesentliche Nichteinhaltung eines Produktmerkmals

Der Begriff wesentliche Nichteinhaltung eines Produktmerkmals ist noch zu unbestimmt. Der Begriff muss genauer bestimmt werden. Zum Beispiel ist bei einer Datenbankanwendung die fehlende Möglichkeit einen korrekten Datensatz ab zu speichern eine wesentliche Nichteinhaltung eines Produktmerkmals. Ebenso kann das entstehen von nicht konsistenten Datensätzen eine wesentliche Nichteinhaltung sein.

Kann hingegen eine virtuelle Maschine nicht mit z.B. einen Hauptspeicher von 4 GB gestartet werden, wohl aber mit 4,1 GB, so ist dies keine wesentliche Nichteinhaltung eines Produktmerkmals

Defect

Eine Defect (Mangel) ist jede Art von Mangel, welcher den bestimmungsgemäßen Gebrauch des Produktes einschränkt. Das Beispiel aus der virtuellen Maschine im vorhergehenden Kapitel ist ein solcher Defect.

Ein bekannter Defect für eine geplante Produktversion ist dabei immer ein sogenannter Auslieferungs- oder Release-Blocker. Grund: in Deutschland darf ein Produkt nur frei von Sach- und Rechtsmängeln ausgeliefert werden (§ 434 BGB).

Einen Release mit einem bekannten Defect auszuliefern bedarf immer einer Sonderfreigabe durch die Geschäftsführung. Schon damit der Releasemanager von Schadensersatzansprüchen geschützt wird.

Nonconformity

Eine Nonconformity beschreibt einen Fehler, der den bestimmungsgemäßen Gebrauch des Produktes nicht einschränkt. Dies können z.B. falsch geschriebene Wörter sein oder eine nicht korrekte Farbgebung. Dabei können die gegebenen Beispiele nicht pauschal angewendet werden. Bei einer Ampelanlage sind falsche Farben eine wesentliche Nichteinhaltung eines Produktmerkmals und damit ein Major Incident.

Ein Produkt kann ohne Sonderfreigabe durch die Geschäftsführung freigegeben werden, wenn es noch nicht frei von Nonconformities ist.

Externe Indicent-Meldungen

Incident-Meldungen, die nicht von Mitarbeitern der Organisation gemeldet werden, müssen als external incident gekennzeichnet werden. Dies ist bei einem Major Incident impliziet der Fall. Bei einem Major Incident, welcher in einen Defect umgewandelt wird, muss die Markierung automatisch eingefügt werden.

Für "external incidents" gilt, das immer eine Root-Cause-Analyse über die technische und organisatorische Ebene durchgeführt werden muss. Aus dieser Analyse werden dann Massnahmen zur zukünftigen Fehlervermeidung abgeleitet.

Schlussbetrachtung

Ich denke, dass dieses Modell einer Incidentbewertung einigermassen stimmig ist. Unzufrieden bin ich noch mit dem Begriff und der Definition der "wesentlichen Nichteinhaltung eines Produktmerkmals".

[MENSCHEN GEHEN NACHTS EINE TREPPE AN EINEM U-BAHNHOF HINUNTER UND STRÖMEN AUSEINANDER. DER U-BAHNHOF IST AUF EINEM VIADUKT GEBAUT UND MENSCHENMASSEN SIND HINTER VERGITTERTEN SCHEIBEN ZU SEHEN. SCHWARZWEISS
U-Bahnhof Eberswalder Straße
 

Wir haben in den letzten Wochen die ideale Kugel für Lego-Kugelbahnen gesucht. Dabei haben sich die Lego Sports Basket- und Fußbälle als ideal heraus gestellt.

Tischtennisbälle

Unsere erste Lego-Kugelbahn hatten wir noch für Tischtennisbälle gebaut. Tischtennisbälle sind allerdings nicht sonderlich geeignet für solche Bauten. Sie sind zu gross und verbrauchen damit sehr viele Teile, um sie nur ein wenig zu bewegen. Tischtennisbälle sind ausserdem sehr leicht und springen unkontrolliert. Es musste also Ersatz her.

Glassmurmeln

Der erste Gedanke: Glasmurmeln. Die sind nicht zu gross, springen nicht. Aber Murmeln haben ein paar andere Nachteile:

  • nicht gleich gross
  • nicht immer ganz rund
  • sehr schwer (für Lego Bauten)

Original Lego Kugeln

Ich erinnerte mich an Lego Bionicle. Dort gab es Zamor Kugeln. Die waren ähnlich gross wie Murmeln, aber erheblich leichter. Und dann habe ich noch mal im Netz geschaut, was andere für Lösungen haben. Und dort werden sehr oft Lego Sports Basket- oder Fußbälle verwendet.

Über Bricklink (Danke Marc) dann auch schnell Shops gefunden, welche die Kugeln und Bälle verkaufen. Kugeln dort bestellt und dann haben wir die erste Lego-Kugelbahn für diese Kugeln gebaut.

Die Bahn ist für die beiden Lego Kugeln geeignet, nicht aber für Glasmurmeln. Auf dem abschüssigen Strecken werden Glasmurmeln zu schnell und entwickeln eine so starke Aufprallenergie, dass nach einiger Zeit die Lego-Verbindungen auseinander gehen. Murmeln sind also nicht wirklich geeignet.

Bionicle Zamor Sphere Kugeln und Lego Sports Kugeln unterscheiden sich minimal, aber entscheidendt: Die Sportskugeln haben einen Durchmesser von 14mm, die Zamor Sphere Kugeln haben einen Durchmesser von 16,5mm. Damit sind Zamor Sphere Kugeln etwas zu breit, um auf der Breite eines 2er Legosteins rollen zu können. Sie benötigen mindestens eine Breite von 3 Steinen. Hier ein Vergleich:


Bionicle Zamor Sphere

Lego Sports Basketball
Und noch einen weiteren Unterschied scheint es zu geben: Die Lego Sports Kugeln scheinen eine etwas geringere Dichte im Material zu haben als die Bionicle Zamor Kugeln. Dies ergibt sich aus dem Gewicht und dem Durchmesser:
  Bezeichnung Durchmesser
(mm)
Gewicht
(Gramm)
Volumen
(mm³)
Dichte
(g/mm³)
Glasmurmel ~16,0 ~5,6 2144,66 0,002611
Lego Bionicle Zamor Sphere 16,5 ~2,1 1436,76 0,000974
Lego Sports Kugeln 14,0 ~1,4 2352,07 0,000893

Zusammenfassung

Lego Sports Kugeln sind ideal für Lego Kugelbahnen. Sie sind klein genug für kompakte Wege. Durch ihr Gewicht springen sie kaum, was wiederum Bausteine für Begrenzungen spart. Deswegen werden wir unsere weiteren Ideen hauptsächlich für Lego Sports Kugeln umsetzen.


Von Links: Lego Sports Basketball, Glasmurmel, Lego Bionicle Zamor Sphere
Nachtrag: Es gibt auch Lego-Technic Kugeln. Diese entsprechen den Bionicle Zamor Sphere Kugeln.
[KOHLWEIßLING RAUPE ALS ~1:1 AUF MICRO FOUR THIRDS SENSOR
~1:1 auf Micro Four Thirds Sensor. Stack aus 19 Aufnahmen mit Helicon Focus 4.2.8.
 

Jojo und ich haben unsere erste Lego-Kugelbahn gebaut.

Dieser Inhalt wurde aus einer weiteren Quelle zusammengefügt. Mehr...

Vor ein paar Wochen war ich mit Jürgen auf Fototour. Wir haben beide ein Micro Four Thirds (MFT) Kamera System, aber ein unterschiedliches Objektivsetup. Was lag also nähr, als bei der Tour die Objektive wild zu tauschen. Am meisten Spass hatte ich mit dem 9mm Fisheye Objektiv. Das Objektiv ist eine sogenannte Body Cap Linse. Das heisst, sie ist kaum dicker als eine Standardverschluss für das Bajonett, wenn keine Linse angeflanscht ist.

Das 9mm hat einen Bildwinkel von knapp 140°. Der Bildwinkel in Kombination mit der Dicke führte gleich zum ersten Lerneffekt: Finger nicht um den Griffwulst der E-M1 legen. Sie sind sonst unweigerlich auf dem Bild. Zweiter Lerneffekt: Wenn du Straßenfotografie machen willst musst du noch dichter ans Objekt heran. Das führte bei mir am Anfang dann zu einigen unfreiwilligen und komischen Kollisionen.

[EIN MANN UND EINE FRAU STEHEN AUF EINER VERKEHRSINSEL VOR EINER VORBEIFAHRENDEN STRAßENBAHN UND UNTERHALTEN SICH.]
Mann und Frau vor Tram

Für Straßenbilder muss der ISO Wert der Kamera recht hoch gezogen werden. Auf der Tour hatte es immer wieder geregnet und somit gab es keinen hellen Sonnenschein. Damit die Bilder nicht zu stark verwackeln und in Bewegungsunschärfe absaufen, hatte ich den ISO Bereich zwischen 200 und 1600 eingestellt. Trotzdem war der Ausschuss durch technisch misslungene Aufnahmen enorm und lag bei über 95%.

Straßenbilder mit dem 9mm sind flach. Sie zeigen kaum Tiefe. Dadurch wirken sie im Ausdruck arm und langweilig. Dies erhöht den Ausschuss noch einmal deutlich. So blieb am Ende dann keine handvoll Bilder übrig, die gezeigt werden können. Der Ausschuss war bei über 99%.

Das lag natürlich auch an meiner Unerfahrenheit mit der Linse im Speziellen und Fisheye Objektiven im Besonderen. Umdenken im Kopf ist Pflicht. Mit meinen drei Standardlinsen weiss ich immer wie ich zu stehen habe und was ich machen muss.

[Framing is very radical and you must get very close to get something on the image. The distance of the image is about 40cm to the face of the woman. In the background you see the building of the Old Museum and on the bottom you see the yellow laces of my shoes.]
Woman with Video Camera

Die Linse ist technisch nicht perfekt. Sie ist nicht einmal gut. Das ist bei einem Preis von knapp 80€ auch nicht zu erwarten. Der Fokus kann zwischen unendlich und 20cm in drei Schritten eingestellt werden. Dabei wird der mittlere Schritt nicht beschrieben. Er ist irgendwas. Die aufgenommen Bilder sind nicht sonderlich scharf. Chromatische Aberration ist deutlich zu sehen. Ich bin kein Pixelpeeper, aber selbst mir fällt es auf.

Trotzdem hat das Objektiv Spass gemacht, die zwei Stunden waren toll. Das Objektiv öffnet für wenig Geld den Horizont. Ob ich sie mir jemals anschaffen werde kann ich trotzdem nicht schreiben. Dazu ist der Einsatzbereich zu eingeschränkt.

[AUFFAHRT ZU EINER PARKGARAGE. SIEHT AUS WIE DIE STARTRAMPE IN EINEM SCIENCE-FICTION RAUMSCHIFF]
Parkgarageneinfahrt
 

10€ sollen sogenannte radikale Islamisten für einen Ausweis bezahlen müssen. Für 6 Monate. Weil ihr eigentlicher Ausweis eingezogen werden kann. Und weil in Deutschland Ausweispflicht herscht muss also Ersatz her. Zweimal kann der Ausweis für jeweils 6 Monate und 6€ verlängert werden. Danach muss ein neuer Ausweis her.

Zum Vergleich: ein Personalausweis mit biometrischen Bild und Chip kostet für 10 Jahre 28,80€.

In Deutschland musst du also für deine eigene Diskriminierung bezahlen. Damit führt Innenminister de Maizière eine bewährte deutsche Tradition weiter: auch der gelbe Judenstern musste von seinen Trägern bezahlt werden. Und auf einer Empfangsbestätigung bescheinigen: "Ich verpflichte mich, das Kennzeichen sorgfältig und pfleglich zu behandeln..."

Und machen wir uns nichts vor. Ist eine Infrastruktur dieser Art einmal eingeführt, wird sie auch für andere Personen und politische Gruppen genutzt. Gegen Hooligans vor grossen Sportereignissen oder einfach auf Dauer. Linke Antifas kommen dran – Weltwirtschaftsgipfel müssen halt geschützt werden. Und irgendwann dann auch andere Gruppen: Tierschützer, Gentechnikgegner, Occupy Demonstranten usw. Es findet sich immer eine Begründung und sei sie noch so absurd. Zur Not wird den Gruppen einfach ein radikal angeheftet.

[EIN MANN SITZT VOR EINE GRUPPE AUFGERÜSTETER POLIZISTEN AUF DEM BODEN]
 
[EIN MANN DRÜCKT AUF DEN KNOPF EINER BEHELFSAMPEL. AUF DEM BILD SIND NUR DIE STRAßE IM HINTERGRUND, DER ARM DES MANNES UND DER KNOPF ZU SEHEN.]
 

Dieses kleine Blog gibt es jetzt also seit 10 Jahren. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so lange durchhalte. Zwar schreibe ich nicht mehr soviel wie in den Hochzeit, als ich bis zu 90 Einträge pro Monat rausgerotzt habe, aber ganz habe ich das Schreiben noch nicht eingestellt. Der Fokus hat sich verschoben, weniger technisches, mehr Fotografie. Die kurzen Einträge von 2-5 Zeilen gibt es nicht mehr, die sind zu Twitter abgewandert. Dabei gibt es eigentlich soviel zu schreiben, aber ich hasse Redundanz. Dabei ist gerade die nötig, wenn ich sehe was um mich herum passiert, Stichwort: Überwachung und Grundrechte.

Vor 10 Jahren habe ich auf Pebble als Blogsoftware gesetzt. Pebble ist in Java geschrieben und so konnte ich es erweitern. Dann hat Simon irgendwann das API geändert und ich hätte alle Plug-Ins anpassen müssen. Dazu hatte ich keine Lust und so wurde die Basis dieses Blogs seit September 2005 nicht mehr angepasst. Inzwischen habe ich die Sourcen meiner Änderungen verloren. An den Pebble Sourcen hat sich seit einem Jahr nichts mehr getan und selbst die Änderungen waren marginal. Und auch das Layout dieses Blog, das zu ändern ich mir jedes Jahr zum Jahrestag wieder und wieder vornehme, ist etwas in die Jahre gekommen.

Was sonst noch so passiert ist in den 10 Jahren? Ich schreibe jetzt keinen grossen Rückblick. Ihr könnt euch ja von hier hierher vorarbeiten. Es sind 2.400 Einträge durch die ihr durch müsst.

Have fun :-)

-isk

Freiheit!? Von welcher verdammten Freiheit sprechen die?

Ja, es ist 9. November. Mauerfall vor 25 Jahren. Schön. Und? Etwas weniger Unfreiheit haben wir. Aber frei? Frei sind wir nicht. Niemand von uns ist frei. Ich kann dieses ganze Freiheitsgesülze nicht mehr hören. Unser Staat will uns bis in die letzte Bewegung überwachen und die Masse wehrt sich nicht. Vorratsdatenspeicherung? Soll wieder eingeführt werden durch die Hintertür IT-Sicherheitsgesetz. Maut? Die als fälschungssicher eingeführten, maschinenlesbaren Nummernschilder sollen fotografiert und 13 Monate lang anlasslos aufbewahrt werden. Es geht also um Bewegungsprofile, Überwachung als herausragendes Architekturmerkmal.

Superfrei, so permanent verfolgt zu werden. Von den Guten? Am Arsch. Genau so lange wird das nicht benutzt, solange du spurst. Lass es zu Aufständen oder revolutionären Tendenzen kommen, schon werden all die schönen Daten gegen dich eingesetzt. Und das was du nicht freiwillig dem Staat lieferst, das holen sie sich von ihren Kumpels von der NSA. Reisefreiheit? Sei mal Islamist oder Hooligan oder was auch immer gerade opportun ist: deine Reisefreiheit wird schneller eingeschränkt als du No Fly List sagen kannst.

Und was macht dieses Volk, das Erfahrung mit totalitären Systemen hat? Es wählt eine grosse Koalition, die alles und jedes in diesem Land erstickt. Es nimmt seine erkämpfte Freiheit und wählt sie ab. Für was? Für Sicherheit. Freiheit wird für Sicherheit aufgegeben. Wie armselig.

Freiheit? Wir leben in einer Freiheitsillusion. Also hört auf mich mit Freiheitsgesülze voll zu texten.

[PANORMAAUFNAHME DES BERLINER HAUPTBAHNHOFS, EHEMALS LEHRTER BAHNHOF, MIT GRÜNER WIESE UND AUF DEN BAHNHOF ZULAUFENDEN LINIEN. SEITLICH DES BAHNHOFGEBÄUDES WEITERE GEBÄUDE.]
 

Ich war gestern im Martin-Gropius-Bau in Kreuzberg in der Walker Evans Ausstellung. Seit langem hatte ich mal wieder Zeit und Musse für so etwas. Knapp 2 Stunden habe ich mir die Bilder intensiv angeschaut. Ich habe viel gelernt, auch wenn ich nicht mit vielen Bildern nicht soviel anfangen konnte. So sind seine Bilder von Häusern, die in den 1930er Jahren entstanden zwar technisch toll, für mich aber nichts sagend. Sie haben - und das sollen sie wohl auch nur - ausschliesslich dokumentarischen Charakter.

Sehr spannend sind aber die Bilder, die er im Rahmen des der Auftragsarbeit für die Farm Security Administration während des New Deals gemacht hat. Hier sind zwar auch viele Häuserbilder entstanden, aber es beginnen Bilder mit Menschen. Ein paar dieser Bilder sind aus meiner Sicht wirklich genial. Ich würde sie in der Wohnung aufhängen. Allerdings sind es nicht unbedingt massenkompatible Bilder. Viele der Besucher sind achtlos an ihnen vorbei gegangen. Schade. Ebenso an einem Bild mit drei Männern in Arbeitsklamotten an einer Straßenkreuzung, die in die in die Luft schauen. Das Bild ist aus der Reihe Herrenmode; ich konnte mich kaum von dem Bild los reissen. Auch nicht von einem Bild auf einem Londoner Bahnhof. Bei der Fotografie hat Evans auf den Vordergrund fokussiert und die Menschen im Hintergrund sind in Unschärfe nur schemenhaft zu erkennen. Umrahmt werden sie dabei vom Dampf der Lokomotiven.

Was mich bei den Bildern aus vergangenen Tagen immer wieder fasziniert sind ihre Dimensionen. Sie sind klein. Abzüge von mehr als 25cm an der langen Kante sind eher selten. Und selbst 20cm ist eher die Ausnahme. Trotzdem sind sie sehr klar und detailreich. Leider konnte ich mir den Detailreichtum nur selten erschliessen, eine Brille wird dieses Jahr kommen müssen.

Wenn ihr also in Berlin seit, euch ein wenig für Bilder oder vergangene Zeiten interessiert und bis zum 9. November Zeit habt, schaut euch die Ausstellung an. Die investierten 7€ sind sehr gut angelegt.


Bild: Walker Evans - Roadside stand near Birmingham, Alabama; 1936; Public Domain