Gabi und Sascha
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Um Weihnachten waren es tausende Tote im Erdbebengebiet in Südasien. Dann gab es Zahlen von 20.000 Toten. Gestern Abend waren es 50.000. Heute schrieb der Berliner Kurier von 80.000, in den Nachrichten heute Abend über 100.000. Schlimme Zahlen, aber doch nur Zahlen. Weit weg.

Stalin hat schon Recht (wenn das Zitat wirklich von ihm stammt, einen Beleg habe ich noch nicht gefunden.): Drei Tote sind eine Tragödie. Hunderttausend Tote sind eine statistische Grösse.

[Update] 2005-01-19 - 225.000 Tote

Über die Weihnachtstage war ich in Nordenham bei meiner Familie. Dabei bin ich ein wenig durch die Stadt gefahren. Ich besuche die Stadt meiner Kindheit jetzt seit mehr als 14 Jahren. Und jedes mal wenn ich wieder hinkomme habe ich mehr und mehr den Eindruck, dass die Stadt ein langweiliges Kaff ist. Gut, neben Göttingen und Berlin ist es auch schwer zu bestehen. Aber in der Fussgängerzone stehe jede Menge Geschäfte leer und selbst am Freitag, Heiligabend und Wochenmarkttag, war nicht mehr los als Montag morgen.

Am allerschlimmsten war aber der Weg am 'Strand', vom Unionspier Richtung Weserterassen. Ich habe noch nie so viele Gebots- und Verbotsschilder auf so wenig Weg gesehen. 'Hunde sind an der Leine zu führen' neben 'Baden verboten', 'Schlick betreten verboten', 'Betreten der Buhnen und Schlängen verboten' , 'Hunde verboten' und das heftigste, nachdem ich schon drei bis vierhundert Meter gefahren bin: 'Radfahren verboten'.

Man kann fast meinen, dass die innerdeutsche Grenze dort wieder auflebt. Wie soll man denn in einer so tristen Stadt wie Nordenham ein positives Lebensgefühl bekommen, wenn einem die Schilder auf Schritt und Tritt einhämmern, dass alles verboten ist.

Im Wiki (nicht öffentlich) haben wir das Projekt 'Familiengedächnis' gestartet. Dort wollen wir alle Informationen, die unsere Familie und unseren Freundeskreis umfasst, sammeln. Das ganze ist ein Art soziales Experiment, dass auf lange Zeit ausgelegt ist. Wichtig ist dabei, dass die Daten nicht in irgendwelchen grossen Datenbanken gespeichert werden, bei denen man komplexe Schemata entwerfen muss, sondern dass alles einfach in Plaintext erfasst wird und die Navigation über Links leicht ist.

Ich bin gespannt ob es funktionieren wird.

Gestern war ich auf meiner zweiten Pink Slip Party. Das ganze fand bezeichnender Weise im Exx in der Dieffenbachstrasse statt. Es gab ein Buffet, dass eigentlich ziemlich schlecht war und die meisten Getränke waren auch kostenlos. Allerdings nur bis Mitternacht. Für das ganze 25 € pro Nase auf den Tisch des Hauses zu legen fand ich dann allerdings doch zu teuer. Gut an dem Laden war eigentlich nur eine der weiblichen Bedienungen, ein kleiner Erdnuckel in engen Jeans, hübscher Hintern, locker geschnürtes Jeansmieder, das fast jeder Mann am liebsten aufgeknüpft hätte, weisse Bluse, dunkle Haut und Haare, südländischer Teint. Sexy. Vielleicht lag es an ihr, dass die Stimmung doch recht ausgelassen wurde.

Man hat ein paar ehemalige Mitarbeiter getroffen (Mike, Dana) und erfahren, dass Stefan == Nysel ist, was soviel bedeutet wie Strunk oder Griepsch. Das man 4 Jahre alte Mädchen sehr gut darauf konditionieren kann in Kneipen zu schlafen, wenn neben ihrem Kopf gekickert wird.

Und heute morgen ging es mir gar nicht gut.

Ampelmännchen rot und grün Laut einer Meldung des Berliner Kuriers von heute wird das Ost-Ampelmännchen in Zukunft auch im Westteil der Stadt geben. Endlich! Ich finde das Ost Männchen viel ansprechender als das Westmännchen, welches mich immer an meine Bundeswehrzeit erinnert. Rot: Stillgestanden! Grün: Vorwärts Marsch! Völlig charakterlos.

Auf dem Heise Newsticker kam am 2004-12-06 die Meldung: 'Roulette-Gewinn durch technische Hilfsmittel ist rechtmäßig'. Man kann fast vermuten, dass Roulette jetzt am Ende der Glücksspiellaufbahn ist. Die Geräte, mit denen die Zocker das Casino überlistet haben werden immer kleiner. Kameras kann man bald in der Brille verstecken und die Daten via Bluetooth an einen PDA oder ein Handy schicken, welches dann wiederum die Ergebnisse an einen Knopf im Ohr verschickt. Damit kann jeder versuchen seine Chancen beim Roulette zu verbessern und die Geschäftsgrundlage der Casions, die 3% die nicht ausbezahlt werden, zerstören.

Über kurz oder lang wird das Spiel vom technischen Fortschritt und eventueller krimineller Energie (Ich bin sicher es werden Gesetze und Vorschriften erlassen, die die Zuhilfenahme solcher technischer Methoden verbieten werden) überholt und aus den Casinos verschwinden.

Gestern habe ich meine Mama angerufen, weil sie ihren 62 Geburtstag hätte feiern sollen. Lieder ist das kein schöner Geburtstag geworden, weil sie für Oma Wagner einen Altenheimplatz besorgt hatte. Dort wird Oma heute aufgenommen, erst einmal für 4 Wochen. Oma war schon einmal für 8 Wochen in einem Altenheim in Phiesewarden, als sie sich den Oberschenkelhals gebrochen hatte. Damals hat sie sich mit ihren 89 Jahren noch einmal berappelt und das Heim wieder verlassen. Das war aber auch ein schlimmer Bau. Alles stank nach Pisse. Ich weiss nicht, wie das in Atens ist, aber ich denke, schlechter kann es nicht werden. Jetzt, mit 90 Jahren, weiss ich nicht, ob Oma es noch einmal packt. Es muss schlimm für Mama sein, die Mutter ins Altenheim zu bringen. Aber es ging wohl nicht mehr anders. Papa hat erzählt, dass sie in den letzten Tagen praktisch im Pendelverkehr zwischen Oma und sich waren. Das ist schon eine heftige Belastung und zehrt an den Nerven. Auch weil Oma wohl in letzter Zeit alles vergisst.

Am Freitag sind sie gekommen. Sie sind Gabis 4 Schwestern, die Frau von Gabis Bruder und Gabis Freundin Nicole. Leider konnte Tina nicht kommen, da ihr Prof sie als Sozialpädagogikstudentin kurzfristig zum Arbeiten gebracht hat.

Freitag begann alles damit, dass der Zug, den sie genommen haben zu spät in Hannover angekommen ist und sie den Anschluss nach Berlin verpasst haben. Ich lieb die Bahn... Dadurch mussten sie den Zug eine Stunde später nehmen und waren erst um 0 Uhr irgendwas bei uns. Und ich war müde. Um 2 Uhr Morgens sind wir dann endlich ins Bett gekommen und um 7 Uhr wieder aufgestanden. 7 Frauen können verflucht viel Lärm machen wenn man schlafen möchte.

Nach dem Frühstücken und noch einmal auf-den-Pott-gehen sind wir dann nach Mitte gefahren. Erst zum Alex. Beate ist dort in den Galeria Kaufhof, weil sie doch unbedingt noch Spielzeug für den Nikolaus für Lea und Felix braucht. Ich ahnte schreckliches und es trat ein. Die eine wollte dort schauen, die andere wieder da und Gabi und Beate hingen in der Spielzeugabteilung fest. Playmobil, Plüschtiere... Einen Sack Flöhe hüten ist leichter. .. Viel leichter. Aber nach einer halben Stunde Konfusion habe ich sie dann wieder zusammen gehabt.

"Ohhh.... da ist ja ein Taschenladen". Wie viele leidgeprüfte Männer kennen diesen Spruch zur Genüge. Hey... es war der blöde Taschenladen im S-Bahnhof Alexanderplatz. Was ist an dem besonderes? Ich konnte sie dann davon überzeugen, dass es noch jede Menge mehr Taschenläden in Mitte gibt.

Ab zur Friedrichsstrasse, runter zu 'Unter den Linden', weiter zum Brandenburger Tor. 'Oh, ist das klein...' Was haben sie, die es noch nicht kannten erwartet? Den Eifelturm? Nett war der neue Designerladen Barbara Lohmann im Hotel Adlon, der allerdings nichts mit Gabis Schwester Barbara zu tun hat.

Von dort weiter zum Reichstags und dann zurück zum Potsdamer Platz.

Wahnsinn ist das meistgehörte Wort des Tages. Klar ist Berlin gross. Gerade wenn man aus Riesenbeck kommt.

Okay, wir sind dann noch weiter zum Wittenbergplatz und die meistens Ladies ab ins KaDeWe.
Zu teuer... Das war die Erkenntnis aus dem Laden. Und als ob das nicht klar ist, sind sie dann gleich in den nächsten Deichmann (Schuhgeschäft) gestürmt. Nah aber hallo! Wer beim Deichmann Schuhe kaufen will, hat im KaDeWe auch nichts verloren. Natürlich ist der Laden teuer. Aber habt ihr etwas sinnvolles gekauft? Nur zwei Jutetaschen für 1,50 €. Ist das nicht überteuert? Aber steht ja KaDeWe drauf... Okay, fair bleiben, Sascha. Beim ersten Mal hat dich das KaDeWe auch überwältigt und wenigsten bekommt man dort guten Pata Negra.

Danach sind wir dann zurück nach Friedrichshain. 2 Stunden ausruhen. Dann zum Amrit in die Oranienstrasse beim Görlitzer Bahnhof. Lecker indisch essen. Leider war das nicht ganz so toll. Eine von den sies war bockig. Wat de Bur nich kennt, dat freht hi nit (Sorry, ich kann kein Plattdeutsch). War sehr unschön und hat mich ziemlich angekotzt.

Nachdem Essen sind wir dann noch einmal zum Potsdamer Platz gefahren weil sie noch mal shoppen wollten. Ist ja auch toll am Samstag in den Potsdamer Platz Arkaden bis 24 Uhr einkaufen zu können. Ich denke nur an die armen Verkäuferinnen.
Aber auch dass habe ich überlebt. Mit der U2 über Alex zurück. Höhe Mollstrasse/Otto-Braun-Strasse war es dann 24 Uhr und Gabis Geburtstag (der 30igste) begann. Zum Glück wurde nicht in der Strassenbahm gesungen.

Wieder zu Hause gab es dann Geschenke. Von mir hat Gabi eine Armani Uhr bekommen. Und da sie Nachts die Zeit von der Armbanduhr ablesen möchte und die Armani Uhr keine Leuchtezeiger (O-Ton Gabi) hat, habe ich einen Reisewecker gekauft, vorsichtig die Verpackung von René Kern geöffnet und einen 6,99 € Wecker darin verpackt. Gabi ist mir weinend um den Arm gefallen, als sie die Verpackung gesehen hatte, ohne sie zu öffnen. Als sie den Wecker sah entgleisten ihr alle Gesichtszüge und völlig entäuscht kam ihr nur ein "Ein Wecker? Was soll denn die Verarsche?" über die Lippen. Okay, ich habe ihr dann ganz schnell die Uhr gegeben.

Zum Glück dauerte der Tag dann nicht mehr allzu lange. Am nächsten Morgen wurde noch gebruncht und dann sind sie gegen 15 Uhr wieder gen Heimat gefahren. Alles war weniger schlimm als ich erwartet hatte. Gabi und ich sind noch ein wenig über die Weihnachtsmärkte geschlendert und habe den Tag faul ausklingen lassen. Ich glaube, sie hat sich über diesen Geburtstag sehr gefreut.

Jetzt hoffen wir nur, dass Birgit ihren Mann (Gabis Bruder Jürgen) überreden kann, dass Jenny, ihre älteste Tochter, uns nach Weihnachten besuchen kann.

Beim Bäcker bekomme ich hier in Berlin fast alles. Amerikaner, Kameruner, Kopenhagener, Frankfurter und Schwarzen Afgahnen. Alles lecker Gebäck oder zum backen. Aber versuch mal einen Berliner zu bekommen. Dat sind Pfannkuchen, schnauzt einen die Bäckereifachverkäuferin gewohnt berlinerisch unfreundlich an. Jawoll! Habe ich jetzt gelernt. Ist mir aber auch egal. Das ist meine Rache für die Hundescheisse! Ich bleibe bei Berlinern.

Heute ist mir in der Tram eine coole Idee gekommen. Wenn man dokumentenorientiert arbeitet, wie in der Ocean Annotator API (coming soon... oder überhaupt nicht) und für das dispatchen der Dokumente z.B. Javaspace verwendet, kann, wenn z.B. eine Annotation fehlt, dass Dokument in den Space zurück werfen mit dem Auftrag erst einen bestimmten Namensraum zu bearbeiten. Der Workflow arbeitet sich also solange rückwärts, vielleicht auch rekursiv, ab, bis alle vorhandenen Daten im Dokument vorliegen. Man hat dann einen sich selbst organisierenden Workflow.

Wer jetzt denkt, dass sich das ziemlich bescheuert anhört. Jepp. Ich weiss selbst noch nicht, was ich davon halten soll.