Über die Weihnachtstage war ich in Nordenham bei meiner Familie. Dabei bin ich ein wenig durch die Stadt gefahren. Ich besuche die Stadt meiner Kindheit jetzt seit mehr als 14 Jahren. Und jedes mal wenn ich wieder hinkomme habe ich mehr und mehr den Eindruck, dass die Stadt ein langweiliges Kaff ist. Gut, neben Göttingen und Berlin ist es auch schwer zu bestehen. Aber in der Fussgängerzone stehe jede Menge Geschäfte leer und selbst am Freitag, Heiligabend und Wochenmarkttag, war nicht mehr los als Montag morgen.
Am allerschlimmsten war aber der Weg am 'Strand', vom Unionspier Richtung Weserterassen. Ich habe noch nie so viele Gebots- und Verbotsschilder auf so wenig Weg gesehen. 'Hunde sind an der Leine zu führen' neben 'Baden verboten', 'Schlick betreten verboten', 'Betreten der Buhnen und Schlängen verboten' , 'Hunde verboten' und das heftigste, nachdem ich schon drei bis vierhundert Meter gefahren bin: 'Radfahren verboten'.
Man kann fast meinen, dass die innerdeutsche Grenze dort wieder auflebt. Wie soll man denn in einer so tristen Stadt wie Nordenham ein positives Lebensgefühl bekommen, wenn einem die Schilder auf Schritt und Tritt einhämmern, dass alles verboten ist.
