Gabi und Sascha
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Über Ostern sind wird mit einem bei Sixt gemietet Wagen (anstatt eines reservierten Ford Focus bekamen wir einen Volvo XC70, ein guter Tausch :) ) zu meinen Eltern nach Nordenham gefahren. Leider dauerte die Fahrt doch ziemlich lange, da auf der A 24 bei Wittenburg ein ziemlich schwerer Unfall war. Die Autobahn war für über 2 Stunden voll gesperrt. Und ab Bremen hatten wir dan Nebel mit weniger als 50 m Sichtweite.

Am Samstag sind Gabi und ich nach Fedderwardersiel gefahren. Es war wunderschön dort. Die salzige Luft, als wir aus dem Auto gestiegen sind, herlich. Dann haben wir einen Krabbenfischer beim anlanden des Fangs beobachtet und im Genossenschaftsladen ein paar Gramm Granat gekauft. An der Wasserkante haben wir die Krabben dann gepuhlt und gegessen. Zurück sind wir dann am Deich entlang gefahren, da Gabi sich noch Osterlämmer sehen wollte.

Am Nachmittag waren wir noch im Haus meiner Oma und haben einen Teppich abgeholt, den wir mit nach Berlin nehmen wollten.

Krabbenkutter in Fedsiel
Krabbenkutter in Fedsiel
Blick über den Mochowsee
Blick über den Mochowsee
Gabi am Mochowsee
Gabi am Mochowsee

Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Rückreise. Diese ist nur durch ein Ereignis in Wittenburg beim Tanken erwähnenswert. Dort haben wir ziemlich bewusst erlebt, dass auch Autos Leute machen. Am Autohof wurden aufgemotzte Autos und ihre Fahrer von einem ziemlich grossen Polizeiaufgebot kontrolliert. Am Freitag zuvor ist bei einem illegalen Autorennen in Bielfeld eine Frau ums Leben gekommen. Mit einem Volvo fällt man eindeutig durch dieses Raster.

Ostermontags sind Gabi und ich durch den Osten und Südosten Brandenburgs gefahren (Märkisch-Oderland, Oder-Spree). Wir wollten schon immer einmal die Gegend um Berlin erkunden und da bot sich an damit am Ostermontag zu beginnen. Auf unserer Fahrt sind wir durch Müncheberg und Strausberg gekommen. Straussberg hat uns sehr gut gefallen. Allerdings fanden wir die meisten Dörfer und Städte auf unserer Route eher langweilig. Als Westler fällt einem sofort der graue Putz auf, mit dem viele Häuser verputzt sind. Ich glaube es gibt kaum etwas hässlichers. Sicherlich gab es vor der Wende wenig Besseres. Aber inzwischen ist auch Farbe recht erschwinglich, wie man an vielen Häusern auch gesehen hat. Etwas mehr davon und das Grau schlägt einem nicht mehr so sehr aufs Gemüt. In Eisenhüttenstadt gibt es zwar kaum solch graue Häuser mehr, aber bei der architektonischen Glanzleistung der untergegangenen DDR ist auch so Hopfen und Malz verloren.

In Frankfurt (Oder) sind wir auf der sehr schön gestalteten Insel Ziegenwerder spazieren gegangen. Dort hat uns ein freundlicher Älterer Herr kurz die Geschichte der Stadt und der Insel nach dem 2. Weltkrieg erzählt. Am meisten hat er auf das alte Regime geschimpft und die jetzige Jugend der Stadt. Den Begriff aufgestaute Dummheit haben wir uns gemerkt. Erstaunlich fanden wir dabei, dass er sich immer wieder nach allen Seiten umgeschaut hat, ob ihm auch ja niemand bei seinen Triaden belauscht. Ziemlich erschreckend soetwas mitzuerleben. Aber ist es heute besser? Dafür hat er berichtet, dass dort am Werder früher zehntausende Menschen baden gegangen sind und das jäh endete als in Eisenhüttenstadt die EKO-Stahlhütte ihren Dienst aufnahm. Diese hat zusamen miz der polnischen Industrie die Oder so verdreckte, dass baden nicht mehr möglich war. Das muss um 1954 gewesen sein. Er erzählte uns auch von der Lorenbahn, die den Schutt der zerstörten Häuser aus der Innenstadt zum Platz am Stadion gebracht hatte; wie die russischen Soldaten, die in Frankfurt stationiert waren, in der Oder gebadet haben und zwischendurch mal von polnischen Grenzschützern beschossen wurden, weil sie sich dem gegenüberliegenden Ufer genähert hatten. Und wir dachten, der Osten war ein Hort glücklicher Menschen. Aber scheinbar war das Misstrauen untereinander doch stärker.

Von Franfurt (Oder) sind wir dann weiter gefahren Richtung Guben. Hier haben wir uns über die zweisprachigen Orts und Strassenschilder gewundert. Später kam uns dann die Idee, dass es sich sicherlich um Sorbisch handelt. Überhaupt die Strassenschilder. Wir sind uns sicher, dass Andalusien in Spanien bei unserem letzten Urlaub dort erheblich besser ausgeschildert war. Selten haben wir die Orientierung so oft verloren wie an diesem Montag. Das dort gesparte Geld wurde dann vermutlich in Starenkästen investiert. Bestimmt gibt es mehr davon als Storchennester. Aber bei der Unmenge an Kreuzen am Strassenrand ist das vielleicht auch gut so.

Von Guben aus ging es dann zurück Richtung Berlin. Zwischen Peitz und Lieberose an der B 168 wollten wir noch einmal im Wald spazieren gehen. Auf der Strassenkarte war dort ein riesiges Gebiet ohne Siedlungen und Strasen eingezeichnet. Wie beleidigt waren wir, als wir dort ankamen und überall Schilder standen mit dem Hinweis auf Lebengefahr durch Explosionen. Dafür haben wir dann am Mochowsee halt gemacht. Dort hat Gabi das zweite Storchenpaar an diesem Tag gesehen (hinzu kommt noch eine Schwalbe und ein Zitronenfalter - es wird Frühling :) ). Der Mochowsee ist sehr schön ruhig gelegen, voller balzender Haubentaucher und mit viel Wald umgeben.

Es war sehr schön wieder einmal aus der Betonwüste Berlin heraus zu kommen. Wir haben die vier Tage sehr genossen und freuen uns schon auf das nächste Mal.

Ich dachte immer Feng-Shui sei eine esoterische Idee, die aus China zu uns herüber geschwappt ist, weil den westlichen Gurus die Ideen ausgehen. Als wir allerdings heute beim Huggendubel in der Friedrichstraße einige Bücher dazu angeschaut haben, hatten alle Autoren irgendwie westliche Namen. Und viele hatten irgendetwas mit Astrologie und anderen Bereichen der Esoterik zu tun. Stellt sich mir natürlich die Frage: Kommt Feng-Shui überhaupt aus dem Reich der Mitte oder ist es nur eine erschaffene Mode, damit zweifelhafte Autoren wieder neue Bücher dazu schreiben können, um nicht vom Hartz IV Strudel erfasst zu werden?

Das schlechte Chi unseres Klos bleibt auf jedenfall zu beobachten [SMILY]