Gabi und Sascha
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Manchmal stösst man beim surfen über Artikel zur Softwareentwickluntg, die lassen einem die Haare zu Berge stehen. So war gerade eben, als ich einen Artikel von Richard Mansfield fand: OOP Is Much Better in Theory Than in Practice

Mansfield beschreibt einen missionarischen Eifer der objektorientierten Softwareentwicklung. Diese habe nichts mit den ursprünglichen Ideen der Wiederverwendung zu tun, sondern führe durch komplexe Designs zu sehr bürokratischen Entwicklungen. Dabei beschreibt er OOP so, wie man es nicht machen sollte. Starke Vererbungsbeziehungen haben eben nur wenig mit Wiederverwendung zu tun.

Aber Mansfield hat auch eine Lösung für die Probleme der Wiederverwendung gefunden:

A frequent argument for OOP is it helps with code reusability, but one can reuse code without OOP—often by simply copying and pasting.

Sorry, Mr. Mansfield, aber mit dieser Aussage haben sie sich in meinen Augen disqualifiziert. Da nützen ihnen auch die 32 Bücher über Computer seit 1982 nichts. Sie sind in ihrer Entwicklung scheinbar stehen geblieben. Das ist an sich nichts schlimmes. Ich denke das wird uns irgendwann allen passieren und ich weiss nicht, ob ich nicht gerade das nächste grosse Ding der Softwareentwicklung, aspektorientierte Softwareentwicklung, verschlafe, weil ich den tieferen Sinn zwar sehe, aber auch die anwachsende Komplexität im Konfigurationsmanagement für problematisch halte.

Ich mache jetzt seit bald 20 Jahren Software. Ich habe die Schule durchgemacht von Assemblerprogrammierung (6502, 68000, x86) über Perl und C hin zu Java. Ich bin der OOP heute sehr dankbar, dass es pfiffige Köpfe gibt, die uns so mächtige APIs beschert haben wie die NextStep Foundation Class oder die Java und .NET Systeme, die wir in unserer Arbeit täglich wieder verwenden. Diese erlauben Dinge in ein bis zwei Codezeilen zu erledigen, für die wir früher viel fehleranfälligen Cut 'n Paste Code benötigt hätten.