Gabi und Sascha
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Als Aktionär ist es man Mitbesitzer eines Unternehmens. Je nachdem wieviele Anteile man von diesem Unternehmen hat, hat man einen Anteil an den Stimmen bei Hauptversammlungen. Besitze ich eine Aktie aus einem Pool von 100 Millionen, so habe ich immerhin ein Stimmverhältnis von 1:100000000. Beschliessen die restlichen 99999999 Stimmen, dass es zu einer Kapitalerhöhung kommt, ich also etwas in das Unternehmen hineinzahlen muss, dann muss ich mich an die Entscheidungen der Mehrheit beugen. Oder ich trenne mich von meinem exorbitanten Unternehmensbesitz, indem ich meine Aktie verkaufe. So ist das in der Wirtschaft.

So ist das allerdings nicht in der Politik.

Vor knapp 20 Jahren haben die damaligen Mitglieder der EG (heute EU) beschlossen, dass soetwas wie eine Kapitalerhöhung durchgeführt wird, bei der ein Mitglied dem nicht folgen muss. Großbritannien hat seit dem das Privileg weniger in die gemeinsame EU Kasse einzahlen zu müssen als der Rest. Durchgesetzt hat dies Magret Thatcher, die Eisener Lday. Damals hat Großbritannien nicht seine Beteiligungen an der EU verkaufen müssen (austreten). Damals wurde der Besitz Grossbritanniens am gemeinsamen Europa nicht vermindert. Wie in einer Aktiengesellschaft hätte man dies durch weniger Rechte erreichen können. Stattdessen hat Großbritanien weiterhin ein sogenanntes Vetorecht, mit dem es alle Beschlüsse, die gegen den Britenrabatt gerichtet sind, blockieren kann. Und selbstverständlich nutzt die jetzige britische Regierung das aus, denn der Rabatt ist unbefristet. Man kann ihnen dafür heute keinen Vorwurf machen. Wer will schon freiwillig mehr bezahlen als er muss. Davon hat er keinen Vorteil, schon gar nicht gegenüber den Wählern, denen er diesen Griff in ihre Brieftasche erklären muss.

Einen Vorwurf muss man den damaligen beteiligten Politikern machen, allen voran Helmut Kohl, die dafür gesorgt haben, dass der Rabatt bezahlt wird. Daei sagen diese Politiker oft, man müsse das grosse Ganze im Auge behalten. Vorrausschauend denken. Ich glaube, dass das nur eine hole Phrase ist. Eine Nullaussage wie die grossen Sorgen wegen der vielen Nichtwähler.