Gabi und Sascha
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Das Preisbloggen der Zeit ist in den letzten Tagen etwas in die Kritik gekommen, seit sich der Juror Gero von Randow schon frühzeitig öffentlich abfällig mit den eingereichten Postings auseinandergesetzt hat. Immerhin zog er aus verschmähenden Kritik dich falsche Konsequenz und stellte das bloggen gestern ein.

Ein ganz andere Kritik zum Preisbloggen, die mehr technischer Natur ist, sind die putzigen Buttons unten auf der Preisblogseite. Die gaukeln vor, dass sich die Seiten streng an die Kriterien für XHTML halten. Und an CSS. Tun sie natürlich nicht, wie ein schneller Klick auf die Button beweisst (Stand heute, jetzt).

Mein Beitrag zum allgemeinen Zeit Preisbloggen Bashing.

Nachdem ich schon vor Tagen davon berichtete, dass der Krieg der Welten längst angefangen hat, schiebt Spiegel Online heute nach und berichtet ganz aufgeregt darüber, dass sie nicht so richtig darüber berichten dürfen. Nämlich über das cineastische Grossereignis der Sommersaison. Denn berichten macht keinen Spass, wenn sie nichts über den Inhalt des Films schreiben dürfen. Nur runterblöken wieviel das Werk gekostet hat, das Tom Cruise naß gemacht wurde und seiner Angebeteten einen Heiratsantrag gemacht hat ist auf Dauer nicht gerade wirklich spannend. Und dieses berichten haben der Verleih, der Produzent, der Regiseur, die Steadicam und der Best Boy... untersagt! Shocking!

Aber es gibt eine einfache Lösung lieber Spiegel: Schreibt einfach nicht darüber. Ignoriert den Film. Regt euch nicht über den Maulkorb auf. Macht den Film zum schwarzen Loch.

Ich habe mir einmal die Tags bei Technorati angeschaut. Die Tags erlauben es Content zu klassifizieren. Um dies zu erreichen muss z.B. innerhalb der Seite nur ein Hyperlink auf die Technorati Tagliste gesetzt werden. Um einen Tag als solchen zu qualifizieren muss der Link nur dass Relationenattribut rel mit dem Wert tag bekommen. Der Wert des Attributes ist in der XHTML Spezifikation als CDATA definiert. Demnach kann also fast jeder beliebige Text innerhalb dieses Attributes stehen. Das Linkziel kann in einem solchen Fall als Typisierung des Links gesehen werden. Leider fängt dann damit auch das Problem an, die Technorati, auf seiner Hilfeseite demonstriert. Dort wird ein solcher Tag auf Chihuahuas bei flickr.com demonstriert:

<a href="" rel="tag">Chihuahua</a>

Das Tag besagt nicht, was gemeint ist. Dies erschliesst sich dem Leser erst, wenn er auf den Link klickt. In diesem Fall ist die Hundrasse Chihuahua gemeint. Bei Technorati und anderen wird dies dann entsprechend dem Tag in einer Kategorie abgelegt. Problematisch dabei ist die Tatsache, dass Chihuahua so noch kein eindeutiges ist. Chihuahua ist auch ein Staat in . Somit hat man ein semantisches Problem zwar kann eine sogenannte Kategrorienwolke gebaut werden, indem auch Tags zu z.B. Hund oder Mexiko eingebaut werden. Aber es ist nicht ersichtlich wie diese Tags zusammenhängen.

Ein Lösung würde es sein hierarchische Tags zu verwenden. Diese werden von Technorati und anderen auch unterstützt. Also z.B.

<a href="" rel="tag">Chihuahua</a>

Dies würde ein paar semantische Probleme beheben, aber immer noch nicht optimal sein. Die vor dem Hintergrund, dass Menschen unterschiedliche Wahrnehmungen ihrer Umwelt haben. Auch hier ein Beispiel: Ich bin Softwareentwickler, vornehmlich im Bereich Java und dort J2EE. Eine Hierarchie bei mir könnte als Tag so aussehen:

<a href="" rel="tag">J2EE</a>

Meschen, die sich allgemein mit Programmiersprachen beschäftigen haben vielleicht nicht diese differenzierte Sichtweise wie ich auf Java. Sie haben eher den folgenden Aufbau:

<a href="" rel="tag">Java</a>

oder

<a href="" rel="tag">J2EE</a>

So baut sich mit der Zeit ein heiloses durcheinander an unterschiedlichen Hierarchien auf und im Grunde ist man wieder bei Null. Informationen werden nicht mehr einfach gefunden und/oder sind nicht semantisch zu finden. Ein Hypethema, auf welches sich viele Blogger stürzen, weil es sich vermeintlich grossartig anhört aber womöglich nur dazu dient ein Unternehmen zu pushen, welches von anderen Unternehmen gekauft werden will.

Das ist eigentlich ziemlich schade, denn es gibt schon Lösungen für die Probleme, die allerdings etwas komplexer sind. Beispielsweise bietet das dmoz open directory project eine ausgereifte an, die die meisten alltäglichen Klassifizierungsprobleme lösen kann. Die DMOZ Taxonomie liegt dabei in RDF vor. Dies hätte also ein paar Vorteile gegenüber der naturgemäss flachen Hierarchie, die bei der Technorati Technologie entsteht:

  1. Saubere hierarchische Struktur
  2. Mehrsprachig und mit Querverweisen
  3. In RSS 1.0 als Taxonomy Modul einbaubar
  4. Kompatibel mit der Semantic Web Initiative des W3C

Wo ist, da ist auch . Die RDF Beschreibung ist mit 68 Megabyte () ziemlich gross. Ausserdem ist RDF eher etwas für Maschinen, weniger für Menschen. Aber auch das Problem kann lösen. Die DMOZ Klassifizierung kommt unter einer sehr liberalen Lizenz. So könnte sich z.B. Technorati hinsetzen und einen Webservice aufbauen, der es Blogsoftwareanbietern leicht macht eine API einzubauen, die es ermöglich durch die DMOZ Taxonomie zu navigieren und entsprechende Tags zu generieren. Allerdings vermute ich, dass dies dem Technorati Geschäftsmodell zuwider läuft.

Ist heute das Wort des Tages [SMILY] und absolut konkret krass hippster Business Coolsprech.

Alternativen: veranboten und vergeanboten.

Danke an Markus und Matthias.

Firma pleite, Kind aus dem Haus, Müll auf die Strasse... Schweine

MÜLL
Schönleinstraße - Berlin/Kreuzberg - 2005-06-21