Gabi und Sascha
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Frage: Eine Gemeinsamkeit zwischen Software und Gesetzen?
Antwort: Beide degenerieren im Laufe ihres Lebens.

Da man bei Software nicht alle Eventualitäten im Vorhinein bedenken kann muss man im Laufe des Lebenszyklus immer neues anbauen. Als Entwickler kann man Schnittstellen definieren. Man kann als Architekt und Designer darauf achten, dass keine Bypässe gelegt werden. Trotzdem kommt die Zeit, an der nur noch Spezialisten das System mit seinen Abhängigkeiten durchschauen und so weiterentwickeln können, dass sie hoffen müssen nicht mehr zu zerstören als aufzubauen. Dann aber, irgendwann, ist es immer soweit: Das Pferd ist tot.

Bei Gesetzen scheint es mir ähnlich zu sein. Am Anfang war alles einfach und niedlich. Dann muss hier etwas korrigiert werden. Dort wird ein Querverweis eingebaut. Hier eine neue Norm definiert. Auch dieses Geflecht verstehen irgendwann nur noch Spezialisten, oder auch nicht. Ich postuliere einfach einmal, dass die Steuergesetzgebung in diesem Land niemand mehr durchschaut.

Problematisch wird es, wenn dann nach dem schlauen Spruch verfahren wird: Unwissenheit schütz vor Strafe nicht. Bei den ganzen Gesetzen, Regeln und Verordnungen, die uns umgeben kann man einfach nicht mehr alle kennen. Vielleicht ging das noch vor 500 Jahren, als es sicherlich noch keine komplexe Steuergesetzgebung gab, kein oder andere. Heute ist sowas meiner Meinung nach nicht mehr möglich und der Spruch gehört entweder auf in den Mülleimer der Juristerei oder man muss das gleiche machen wie bei Software: neu schreiben!

Wenn sich aber jeder auf die Unwissenheit berufen kann, dann hat unser System ein Problem, denn dann machen Gesetze keinen Sinn mehr. Bleibt also nur die Alternative: Altes Gesetz wegschmeissen und neu machen. Sowas nennt man dann .

Das was uns bisher in diesem Land als Reformen verkauft wurde war eher ein herumdoktorn an den Symptomen. Das ist wie beim toten Pferd.

Nachtrag: Mehr zu Steuern beim Lawblogger und auch was zum Wohneigentumsgesetz