Gabi und Sascha
Kategorien : Alle | Berlin | Bücher | Fotografie | Java | Linkhalde | Weichware | Verfassung

Darauf wird man hier freundlicherweise hingewiesen wenn man alles gesehen hat :-)

Gefunden bei Volker Weber

Ja, ich bin zu langsam. Ich schaffe es nicht mehr mit der Geschwindigkeit der Welt zurecht zu kommen. Ich arbeite in einer zu trägen Branche. 6 Monate Halbwertzeit des Wissens in der Softwareentwicklung sind in einer Zeit, in der die Handyproduktzyklen bei 2 Tagen liegen, einfach nicht mehr zu halten. Ich werde träge, deswegen verlangsamt sich auch meine Lesegeschwindigkeit. Denn sonst hätte ich sicherlich keine Probleme mit dem halben Bildschirm Kleingedruckten des T-Online supergünstig Jubeläums Flatrateangebotes, welches für eine halbe Quadrillionstelsekunde eingeblendet wird.

Aber ich kann assoziieren. Vermutlich geht es darum, das die sagenhaft günstigen 9,95 € nur eine willkürliche Zahl darstellt und ES noch viel teurer kommt, wenn man es kauft.

Knie im Arsch, ich finde den Bluetoothstick nicht wieder und jetzt gibt auch noch die Fernbedienung den Geist auf. Scheisstag! Scheisstag! Scheisstag!

Für ein liberales und tolerantes Deutschland, liebe SPD, schreibt ihr in 10 klare Gründe für die SPD. Eine Partei, die durch zwei seiner Verfassungsminister die permanente Aushöhlung der Grundrechte betreibt, sollte bei solchen Forumlierungen etwas vorsichtiger sein. Vorratsdatenspeicherung, biometrische Ausweise und Missachtung des Souveräns passen damit einfach nicht zusammen.

Die Nacht war die Hölle. Der Tag die Steigerung.

Als im Jahr 2002 bekannt wurde, dass dem Entführer Jakob von Metzlers, Magnus Gäfken, vom damaligen stellvertretenden Polizeipräsidenten Wolfgang Daschner, ein Geständnis unter Folterandrohung abgepresst wurde, kochten die Emotionen hoch. Es gab und gibt drei Grundrichtungen der Argumentation im Für und Wider der Folter. Zum einen diejenigen, die das Recht auf Folter in absoluten Ausnahmefällen bejahen. Dann wenn es dem Schutz der Menschenrechte dient. Konkret die Menschenrechte für den einen verneint, um den anderen diese zu ermöglichen. Die zweite Gruppe ist strikt gegen jedwede Aushöhlung dieser Menschenrecht, auch wenn damit in Kauf genommen wird, dass dabei jemand anderes sein Recht auf Leben verliert. Eine dritte Gruppe stellt das Gewissen über das des Getzes, wenn dieses Gesetz das Gewissen einschränkt.

Ich gehöre zur zweiten Gruppe und lehne die Aufweichung der Menschenrechte ab. Egal was für Konsequenzen im Einzelnen heraus kommen. Wenn wir einmal damit beginnen die uns selbst gesteckten Grenzen zu überschreiten werden wir es immer wieder tun. Die Messlatte wird immer weiter nach unten geschoben und irgendwann würden wir foltern, nur weil unser Nachbar nicht unserer Meinung ist. Diese Salamitaktik sehen wir gerade wieder in der Diskussion im Hinblick auf die Einschränkung der Grundrecht zur Bekämpfung des Terrorismus (An dieser Stelle sei im Übrigen angemerkt, dass der Staat geopfert hat, um nicht selbst als erpressbar zu gelten.).

Wegen dieser Einstellung werde ich für kalt gehalten, da ich z.B. auch den Tod des Jakob von Metzlers billigend in Kauf genommen hätte zum Schutz aller gegenüber dem Einzelschicksal. Und damit fangen meine Probleme an. In der Diskussion wird einem dann sofort das Killerargument um die Ohren gehauen: aber es ist doch noch ein Kind. Gegen dieses Emotionale in der Argumentation hat meine Logik keine Chance auch nur gehört zu werden, geschweige denn verstanden. Dabei trauen viele Menschen schon heute nicht mehr dem Staat. Solche Dinge wie "Die da oben" oder "Die wissen doch viel mehr als wir" zeugen von einem tiefen Misstrauen, welches so vermutlich gar nicht wahrgenommen wird. Sie misstrauen der Verwaltung und fühlen sich von ihr schlecht behandelt. Fragt man dann die Menschen, ob sie zum Schutz eines kleinen Kindes oder aus Angst vor terroristischen Anschlägen auf noch mehr Vertrauen in den Staat verzichten würden, sagen sie ohne mit der Wimper zu zucken ja, so als ob sie am liebsten sofort zurück ins Mittelalter wollten. Dabei sind es gerade die Grundrechte, die dafür sorgen sollen, dass wir dem Staat trauen.

Die grundsätzliche Frage ist also: Wie kann ich auch emotional argumentieren, um meine Mitmenschen davon zu überzeugen nicht moch mehr Freiheiten zu opfern? Denn sonst werden die Killerargumente immer siegen.