Zu Göttinger Zeiten habe ich gerne Formel 1 geschaut. Damals hiessen die Weltmeister noch Jacques Villeneuve oder Mika Häkkinen. Das Interesse nahm schon ab, bevor Michael Schumacher begann die Formel 1 für fast ein halbes Jahrzehnt zu dominieren. Seit wir in Berlin sind, seit Oktober 2003, kann ich den Konsum der Veranstaltung auf RTL an zwei Fingern abzählen.
Heute wollte ich mir den Grossen Preis von Brasilien anschauen. Quasi als Ersatzsport für den Berlin-Marathon. Um ca. 19 Uhr habe ich auf Kanal 5 geschaltet, knapp nach dem Start. Und was soll ich schreiben? Die alte Leidenschaft, sie war nicht wieder zu beleben. Ich schaute völlig desinteressiert zu wie Autos hintereinander her fuhren. Hörte mir die seit Jahren ewig gleichen Kommentatorenknalltüten an, deren Eloquenz knapp über der einer ZK-Rede von Erich Honecker liegt. Vernahm kurz, dass die Atmo etwas laut ist. Aha. Das alles hatte den hölzern-pathetischen Charme der 8946346. Wiederholung von Kampfstern Galactica. Nach 10 Runden habe ich mich spannenderen Tätigkeiten zugewandt und Frau beim Abwaschen geholfen.
Komm du erst einmal in mein Alter [sic]. Formel 1 ist doch nur eine weitere Illusion im Strom der Zeit :-) Spannend ist es eine leckere Ananas zu essen oder mit Frau herum zu kaspern oder… SEX! Oder alles zusammen. Natürlich ohne abwaschen.
Aber schön von ihnen zu lesen, Frau Staatsanwältin i.P.
