Beschuldigte gelten solange als unschuldig, bis ihr Schuld vor einem ordentlichen Gericht bewiesen ist. Das an sich wird immer mehr graue Theorie, wenn bedenkt wird, dass in bestimmten Fällen auch die Unschuld bewiesen werden muss. Als Stichwort sei hier nur das Geldwäschegesetz genannt.
Der freidemokratische Bürgermeister von Bad Langensalza hat da eine etwas legere Auffassung des Rechts. Er veröffentlichte die Bilder, Namen und Anschrift von zwei Jugendlichen, die verdächtigt werden auf einem Mittelalterfest einen Diebstahl versucht haben sollen.
Nachdem ein Vater der Jugendlichen Anzeige erstattet hat, wurden die Bilder wieder entfernt. Trotzdem wird Bürgermeister Bernhard Schönau (FDP) mit den Worten zitiert, er würde es wieder machen und betrachtet sein anprangern als einen Akt der Zivilcourage
. Ich frage mich dann natürlich was in Bad Langensalza der FDP-Scherge bei einen Fall von Steuerhinterziehung macht. Soetwas soll ja gerade auch in der Führungsspitze der FDP des öfteren vorgekommen sein. Aber, achwas, deswegen ist Steuerhinterziehung ja nur ein Kavaliersdelikt.
Kerkermeister Schönau hat schliesslich genug Vorbilder. Auch Frankfurter Vize-Polizeipräsidenten drohen ja ganz gerne mal Folter an, um eine Geständnis zu bekommen. Und in London wird man verhaftet oder erschossen, wenn man irgendwie komisch ist. Fuck the Menschenrechte!
via Uhus Nest
