Ich habe ihn gesehen!!! Ja, wirklich! Zumindest seinen Umriss, als er in die Tiefgarage vom Velodrom gefahren ist.
Jetzt beiß´ ich mir doch in den Allerwertesten, dass ich die Ticketpreise boykottiert habe. Shit, shit, shit....
Man liesst es seit Tagen in den Zeitungen, wird ebensolange in Radio und Fernsehen damit berieselt: Ganz Berlin fragt sich wer der nächste Kanzler wird. Ganz Berlin? Nein… Zumindest einen interessiert das Ganze nicht mehr wirklich. Vermutlich weil er auch nicht Deutschland ist. Aber Journalisten müssen halt vereinfachen und irgendetwas sagen, wenn sie nicht wissen was läuft. Also werden 3,4 Millionen Menschen genommen, die seit Tagen darüber klatschen, wer denn nun König von Deutschland wird, Gerhard Merkel oder Angela Schröder? Oder vielleicht doch lieber Erna Kowallski aus Püsselbüren.
Und ganz Berlin hatte heute Boeuf Stroganoff zum Mittag.
Der Dank geht an Frau für die tollen Worte der Überschrift.
Ein bedrückender Krimi. Brutal und gleichzeitig sensibel. Henning Mankells Held Kurt Wallander ist diesmal mit zwei Fällen beschäftigt, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Ein junges Mädchen verbrennt sich vor seinen Augen in einem Rapsfeld und gleichzeitig beginnt eine brutale Mordserie, bei der den Opfern mit einem Beil der Kopf gespalten wird. Schon nach kurzer Zeit wird dem Leser klar wer der Mörder ist und aus der Geschichte heraus fängt man an, soetwas wie Verständnis für diesen aufzubringen. Der Leser möchte Wallander fast zubrüllen, "Das! Das ist er. Nimm ihn noch nicht mit. Er hat sein Werk noch nicht abgeschlossen." Erschreckende Erkenntnis für mich. Mord bleibt Mord und niemand ist dazu berufen einem Anderen das Leben zu nehmen.
Der Roman ist sehr spannend zu lesen und sicherlich einer der besseren der ohnehin schon sehr guten Wallander-Reihe. Die Geschichte ist spannender als "Der Mann, der lächelte" und realistischer als "Die Brandmauer".
Alles in allem sehr zu empfehlen.
