Gabi und Sascha
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Wenn man in der röhrenden Röhre der Harmony liegt, macht man sich mehr Gedanken als man in einem Eintrag beschreiben kann. Ausserdem müssen die Gedanken ja auch nicht zusammen hängen. So hatte ich auch noch einige Ideen zu Anforderungen, insbesondere darüber, warum es in der Kommunikation zwischen Verkäufern eines Softwaresystems (als Produkt) und den Entwicklern, immer wieder zu Missverständnissen und Problemen kommt.

Unter dem Begriff Verkäufer fasse ich auch die Leute aus dem Marketing und der PR zusammen. Ich vereinfache also und das hat im Folgenden noch eine nicht unwesentliche Bedeutung. Dies hat keinerlei abfällige Hintergründe, so wie dieser Eintrag Verkäufer auch nicht herabwürdigen will. Er soll nur den Unterschied im Modell der Welt aufzeigen.

Verkäufer müssen vereinfachen, um die komplexe Welt der Technik und dessen was sie verkaufen, dem Kunden nahebringen zu können. Diese Prozesse führen letztendlich zu einem vereinfachten Modell. Dies lässt sich beispielhaft an einem Autoverkäufer beschreiben. Dieser muss nicht exakt wissen wie ein Auto funktioniert. Er muss Fakten im Kopf haben, 6 Zylinder, oben liegende Nockenwellt usw., aber er muss nicht unbedingt wissen, warum die Feder am Einlassventil nicht aus ST-47, einem einfachen Baustahl, ist.

Als Softwareentwickler in mit einer bereits professionalisierten Vertriebsabteilung hat man mit dieser Spezies öfter zu tun (auch mein Weltenmodell ist hier auf diesen Bereich beschränkt). Anzeichen sind zum Beispiel Sätze wie Fassen sie mir das auf einer Seite zusammen oder die Propagierung des sogenannten Elevator-, bei dem man den Zeitraum der Fahrt des Fahrstuhls hat, um seine Idee zu verkaufen.

Als Softwareentwickler hat man die harte Erfahrung gemacht, dass die Welt leider erheblich komplexer ist, als das sie sich auf ein paar schöne Folien reduzieren lässt. Software ist das Komplexeste, was Menschen bisher erfunden haben. Es ist so komplex, dass wir es in 50 Jahren Softwareentwicklungsgeschichte noch nicht geschafft haben die Entwicklung neuer Software nicht regelmässig im Chaos versinken zu lassen. Ratgeber wie dies verhindert werden könnte gibt es in Legion. Trotzdem schaffen es auch erfahrene Entwickler, und auch hier vereinfache ich, indem ich Architekten, Designer, Administratoren und Programmierer zusammen fasse, ein Softwareprojekt gegen die Wand zu fahren.

Eine Ursache, wohlgemerkt, die Ursachen sind vielfältiger und lassen sich eben nicht vereinfachen, liegt meiner Meinung nach in der unterschiedlichen Sprache und damit dem Weltbild, von Verkäufern und Entwicklern. Verkäufer benutzen, aus meinen Beobachtungen heraus, eine sehr konkrete bildliche und einfache Sprache. Sie müssen mit ihren Worten versuchen im Kopf des potenziellen Käufers ein emotionales Bild aufzubauen, welches diesen überzeugt. Der Kunde des Verkäufers interessiert sich in den meisten Fällen nicht für die Maschine im Hintergrund. Er will, um beim Autoverkäuferbeispiel zu bleiben, mit dem Auto fahren. Danach wird nur noch um den Preis gefeilscht. Entwickler sprechen hingegen eine sehr abstrakt bildliche und trotzdem komplexe Sprache. Sie sprechen weniger davon, dass ein Button in der Oberfläche gedrückt wird, als vielmehr von einem Signal, welches einen Prozess auslöst. Mittels ihrer unterschiedlichen Sprachen reden Verkäufer und Entwickler sehr effizient aneinander vorbei.

Aus diesem Grund sind auch Anforderungen, die Verkäufer an Entwickler stellen, in einer Sprache verfasst, die Entwickler nicht verstehen. In die zu vereinfachend darstellende Sprache der Verkäufer muss der Entwickler die fehlenden Informationen hinein interpretieren. Warum muss er das? Warum fragt er nicht einfach den Verkäufer solange, bis er das Problem verstanden hat? Diese Frage kann ich an dieser Stelle kaum beantworten. Es hat sicherlich auch mit den individuellen Erfahrungen des Entwicklers zu tun. Er erwartet einfach nicht mehr, dass er von einem Verkäufer, der in Elevator-Pitch Dimensionen denkt, umfassendendere Aussagen und Hilfen bekommt. Dazu wurde er in der Vergangenheit zu oft entäuscht. Der Verkäufer hingegen fühlt sich nach einiger Zeit vom Entwickler missverstanden, wenn dieser im zu x-ten Mal ein zeigt, welches für ihn nur ein wirres Linienmuster darstellt.

Um dieses Problem zu lösen, sollte man bei den Anforderungen auf geschriebene Worte in ganzen Sätzen zurück greifen. Diese müssen in einer für alle verständlichen und einheitlichen Sprache vorliegen und einen gleichenbleibenden Stil verfolgen. Dieser Sprache und der Stil darf nicht ein Modell bevorzugen. Er sollte eine einfachere Verständigung möglich machen, nicht die Gräben nur in ein anderes Medium verschieben. Allerdings wird für die Erstellung eine intensive Kommunikation der Beteiligten benötigt. Dabei müssen beide Seiten Zugeständnisse machen. Das ist das eigentliche Problem. Aber lösen kann man es nur, wenn man beginnt an der Lösung zu arbeiten.

Das alles klingt jetzt ziemlich banal. Aber es sind halt so die Gedanken, die einem auf dem Tisch kommen.