Vor einem Jahr haben ich dieses Blog gestartet. Ich hatte zu dieser Zeit bedenken, dass ich es nicht durchhalten werde immer mal wieder neue Einträge zu schreiben. Zuerst ging es auch nur sehr langsam los. Im November 2004 nur 4 Einträge. Im nächsten Monat waren es 10. Mit jedem Monat wurden es mehr. Die Hemmungen fielen. Es musste nicht immer was wirklich weltbewegendes sein. Auch nicht unbedingt etwas technisches aus meinem beruflichen Umfeld oder gar politisches. Inzwischen wird auch gerne mal nur Nonsens gebracht. Hauptsache es macht mir Spass. Jetzt, 541 Einträge später, habe ich weniger die Sorge, dass mir nichts einfällt, als vielmehr, dass ich zuviel schreibe.
In den letzten 12 Monaten habe ich noch einiges über Gemeinschaften gelernt. Ich habe viel über Blogs und Social Software gelesen. Zum Beispiel darüber, dass ein Blog ein Thema haben muss. Oder zumindest haben sollte. Damit es sich eine grössere Lesergemeinschaft erschliesst. Ich habe länger darüber nachgedacht. Das waren verschwendete Gedanken, denn dieses Blog hat ein Thema: Crossover ![]()
Ich halte Blogs auch nicht für irgendetwas revolutionäres und weltbewegendes. Sie sind ein evolutionär entstandenes Werkzeug, um Gedanken und Interessantes aufzuschreiben, damit andere daran teilhaben können. Wenn sie wollen. Was Jahre vorher in unterschiedlichsten Verzeichnissen und Dateien vor sich hinrottete wird jetzt chronologisch geordnet dargestellt. Ansonsten halte ich den Begriff Social Software für ein Bullshit-Bingo-Buzzword. Blogs sind für die Welt da draussen ungefähr so wichtig wie der vielzitierte Flügelschlag eines Schmetterlings, der einen Wirbelsturm in der Karibik auslösen könnte. Wer’s glauben mag. Aber wie das Flattern des Schmetterlings auf einer Blumenwiese für mich wichtig ist, so ist auch dieses Blog und einige andere, für mich wichtig.
Rein theoretisch können Milliarden Menschen diese Ergüsse hier täglich lesen. Praktisch sind es ein paar weniger. So zwischen 120 und 150, wenn ich aus den Logs den ganzen Spamschrott und die Suchmaschinencrawler heraus gefiltert habe. Dabei kann ich kaum beurteilen, ob das, was gelesen wird für den Leser hilfreich ist. Ob er es gut findet oder nicht. Ich kann auch das Bild, welches der Leser von mir (oder Frau) durch das Geschriebene hat nicht beeinflussen. Ob er mich für einen Idioten hält oder für den perfekten Menschen, so wie ich mich sehe. Das ist eine der Lehren, die ich bereits zu FidoNet-Zeiten erfahren habe und die sich zu einer Grundphilosophie in meinem Leben entwickelt hat.
Trotzdem wünsche ich all den Milliarden Lesern da draussen in Zukunft noch viel Spass mit mir, Frau und meinen Rechtschreibfehlern. Ich werde ihn bestimmt haben. Sicherlich bekomme ich auch noch einen 2. Geburtstag hin. Es gibt noch so viel zu erzählen und zu schreiben.
have fun :-)
Schon ein paar Tage alt, der Eintrag bei Heise, aber doch sehr spannend. Wie das Internet hilft die Bürger besser zu vernetzen, damit sie sich besser gegen Parteien und Verbände organisieren können.
Wir Bürger zahlen nicht genug Steuern. Deswegen gibt der Staat mehr Geld aus als er einnimmt. Und weil das 2006 mehr wird als eigentlich erlaubt, wird von den Grosskoalitionären schon mal gesagt, dass sie überhaupt kein Interesse daran haben einen verfassungskonformen Haushalt vorzulegen. Wohlgemerkt, sie werden auf diese Verfassung vereidigt und kündigen gleichzeitig an dieses Grundgesetzes brechen zu wollen. Der neue Finanzminister, wie schon sein Vorgänger vom Souverän aus dem Amt eines Ministerpräsidenten gekegelt, ereifert sich dabei mit viel Pathos über unaufrichtiges Verhalten der Opposition.
Ich male mir gerade aus, was passiert, wenn wir in unserer nächsten Steuererklärung bedauernd mitteilen, dass wir ausser Stande sind, auf Grund unserer gesamtwirtschaftlichen Lage, Steuern zu zahlen. Ich vermute einmal, dass uns die Räuber dann, mit der gesamten Staatsmacht drohend, auf die Gesetzeslage hinweisen werden.
