Jetzt wittern sie wieder Morgenluft, die Grossmeister der Schliessgesellschaft. Diejenigen die meinen, die Masse sei doof und müsse geführt werden. Die dem Individuum und seinen Gedanken abgrundtief misstrauisch gegenüber stehen. All die kleinen und grossen Otto Schilys dieser Welt, die Freiheit als einen Fehler der Geschichte betrachten.
Wikipedia hat ein Qualitätsproblem…
Monatelang wird der Donnerhall nachschwingen. Ja, es ist passiert. In einem biografischen Eintrag zu einem US-Journalisten standen einige, vermutlich, ehrabschneidende und falsche Behauptungen. Das ist schlimm. Und tatsächlich sind nicht wirklich alle Einträge von herausragender Qualität. Ja und? Ist das schlimm? In der englischen Version hat Wikipedia über 850.000 Einträge, die deutsche Version immerhin noch über 320.000. Diese sind auf Basis eines völlig offnen Systems entstanden. Niemand der die Schreiber gezwungen hat. Niemand, der sie zwang sich vor dem Schreiben oder Ändern eines Eintrages registrieren zu lassen. Ein grossartiger Beweis, dass offene, freie Systeme funktionieren. In jeder Gesellschaft gibt es Spinner und Schmarotzer, Widerlinge und Idioten, die diese Freiheit ausnutzen. Ob es nun der Blockwart von nebenan ist, dem die Freiheit und das Glück seines Nachbarn auf den Geist geht, oder ob es die Heuschrecke ist, die Firmen kauft und ausbluten lässt. Parasiten sind Teil der evolutionären Entwicklung und die Evolution findet immer Mittel und Wege mit ihnen fertig zu werden. Wenn nicht, dann stirbt das System eben aus. Ich denke nicht, dass Wikipedia wegen dieser Probleme aussterben wird. Es wird den beschriebenen Vorfall verwenden, um Lösungen im Umgang mit den Parasiten zu finden. Wikipedia ist mitnichten ein fehlerhaftes und verantwortungsloses System. Dies würdigt alle Beteiligten umstandlos herab, was der betroffene Journalist Seigenthaler, dann in einem Artikel für USA Today getan hat. Auch keine bessere Einstellung.
Das Problem ist, dass durch das aufblasen dieser Story, das negative in den Köpfen hängen bleibt. Diejenigen, die immer schon sagten, dass das Experiment nicht hinhauen wird, ohne den Mut zu haben es selbst zu wagen, haben einen Kratzer entdeckt. Den Schatten eines Lindenblattes, in welches sie jetzt weiter hineinstechen werden. Ich will nicht, dass diese Kleingeister gewinnen. Es steckt auch meine Arbeit darin.
Ungefähr eine Woche lang hielt Mudder Merkels Regierungserklärung: Mehr Freiheit wagen
wird jetzt, wenn es um die Mitwisserschaft einiger Mitglieder der alten und neuen Bundesregierung in der CIA-Affäre geht, schnell vergessen. Die Show soll transparent, hinter verschlossenen Türen, im Parlamentarisches Kontrollgremium des Bundestages, dessen Mitglieder zur Verschwiegenheit verpflichtet sind, diskutiert werden. Transparente Verschwiegenheit. Grossartige rethorische Leistung. Und dann wundert sich die Politik, dass der Bürger ihr zutiefst misstraut.
Auf einen solchen Aspekt im Fall der Verschleppung des Deutschen Khaled el-Masri, durch amerikanische Exekutivorgane, macht der Lawblog aufmerksam.
Irgendwie wird man mal wieder den Eindruck nicht los, das Schweine gleicher sind.
Wenn A, B oder C Promies irgendwo auf der Welt heiraten, dann muss man als Boulevardblatt heute schon mal darunter schreiben, dass es für beide die erste Ehe ist…
