Ungefähr eine Woche lang hielt Mudder Merkels Regierungserklärung: Mehr Freiheit wagen
wird jetzt, wenn es um die Mitwisserschaft einiger Mitglieder der alten und neuen Bundesregierung in der CIA-Affäre geht, schnell vergessen. Die Show soll transparent, hinter verschlossenen Türen, im Parlamentarisches Kontrollgremium des Bundestages, dessen Mitglieder zur Verschwiegenheit verpflichtet sind, diskutiert werden. Transparente Verschwiegenheit. Grossartige rethorische Leistung. Und dann wundert sich die Politik, dass der Bürger ihr zutiefst misstraut.
Kommentare[5]
Geschrieben von sascha am 6. Dezember 2005 18:52:52 CET
Nachtrag:
Ich meinte nicht
zu leicht die Ursache dafür auch in der Politik zu suchen
sondern
zu leicht die Ursache dafür NUR in der Politik zu suchen
zu leicht die Ursache dafür auch in der Politik zu suchen
sondern
zu leicht die Ursache dafür NUR in der Politik zu suchen
kommentiert von Frank Knobloch am 7. Dezember 2005 14:08:51 CET
Sie ist Kanzlerin, die Jagd ist eröffnet und der langsame Abschied von der Macht hat begonnen. Daran kann ich nichts schlechtes erkennen, schon gar nicht, wenn eine zentrale Aussage der Regierungserklärung nach nur 7 Tagen begraben wird.
kommentiert von sascha am 7. Dezember 2005 15:49:02 CET
Ich sehe den Zusammenhang nicht.
kommentiert von Frank Knobloch am 7. Dezember 2005 21:57:23 CET
Uns Kanzlerin hat gesprochen!
http://www.fettisch.de/merkel.wmv
Voll Fettisch!
kommentiert von karlo am 13. Dezember 2005 19:09:59 CET

Ich kann nicht wirklich abschliessen beurteilen, ob Frau Merkel mehr gut oder mehr schlecht ist, ob sie mehr eine gute oder eine schlechte Politikerin oder Bundeskanzlerin ist. Selbstverständlich muss sie mit Kritik leben und ihr sind weniger Fehler vorbehalten als anderen Menschen. Ich bin kein Freund der Politik. Aber es kotzt mich schlichtweg an, welche Darstellungsformen gewählt werden. In den Medien und in den Köpfen eines jeden Einzelnen. Es werden immer nur Fehler gesucht. Es wird gesucht, was einem nicht passt. Und wenn man auf Anhieb nichts findet, dann sucht man eine Interessensgruppe, die etwas findet.
Was hat den Freiheit mit Transparenz eigentlich zu tun? Und mal ehrlich? Wie soll denn eine Person, die noch nicht einmal unbehelligt auf's Klo gehen kann mit so einer Situation ander umgehen? Jeden Tag offen den aktuellen Stand der Dinge dokumentieren? Das wäre vielleicht ein Weg - aber dann darf das nur ohne Medienfilter geschehen. Ich finde es zu einfach, die Politik zu verurteilen oder ihr pauschal zu misstrauen. Letzendlich kennen wir sie nicht. Wir kriegen nur eine mehrfach gefilterte Version von voreingenommenen Interessensgruppen und Personen. Das ist doch letztendlich hochprofessionelle "Stille Post" spielen. Der Sender weiss doch oftmals gar nicht, wass der Empfänger hört, weil so viele Interpretationsschichten dazwischen liegen. Als Politiker hat man doch kaum eine andere Chance als unglaublich vorsichtig und verwaschen zu formulieren. Es wird doch sofort verrissen. Da kommt der Bund der Kaninchenzüchter, der Sklavenhaltungsbefürwortungsverand, der Bund zur Wahrung der Interessen hochrangiger Steuerhinterzieher, die Gemeinschaft zur Wahrung der Natürlichkeit von Muttermilch oder was auch immer. Und die Medien sind geil drauf. "Hey, wir haben einen gefunden der sich beschwert!".
Ohne jede Frage ist das ein Desaster, was dort bzgl. der CIA-Affäre vor sich geht. Und ohne Frage werden wir nur einen Teil der Wahrheit und einen Teil der Schuldigen erfahren - wenn überhaupt. Aber wie geht man denn bitte in so einer "hochpräkären" Situation vor. Lass doch mal versehentlich die Vermutung publik werden Herr oder Frau X wären daran beteiligt. Auch wenn Person X nicht daran beteiligt war, womöglich immer dagegen gekämpft hat. Das Image wäre geboren und es ist unglaublich langwierig wenn nicht gar unmöglich, das wieder gerade zu biegen. Das ist wie wenn eine Schülerin Ihren Lehrer vor laufender Kamera unschuldig bezichtigt, Sie angefassst zu haben. Der ist im Arsch, auch wenn's nicht stimmt. Wen interessiert's denn noch nach vier Wochen? Und wenn, dann bleibt immer noch der "fade Beigeschmack", der "schiefe Blick".
Es stimmt, es ist genau unser Problem, dass wir der Politik zutiefst Misstrauen. Aber ich glaube es ist zu leicht die Ursache dafür auch in der Politik zu suchen . Ich sage damit nicht, dass die Politik dafür nicht verantwortlich ist. Es trägt - so meine ich - auf mehreren Schultern. Und eine davon ist auch deine und eine davon ist auch meine.