Gabi und Sascha
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Auf java.sun.com ist ein spannendes Interview mit Victoria Livschitz erschienen, welches die Probleme der heutigen IT-Entwicklung adressiert. Die Lösungsideen hören sich sehr spannend, aber auch ein wenig esoterisch an. Da ich allerdings nicht vermute, dass Sun für esoterische Vorstellungen Geld ausgibt, vermute ich einmal, dass da mehr hinter steckt. Vermutlich kommen einem die Ideen ähnlich komisch vor wie in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Ideen von über objektorientierte Programmiersprachen.

Alle, die angesichts der heutigen Komplexität von IT-Landschaften und deren Entwicklung und Wartung, eine Softwarekrise sehen, sollten sich das Interview einmal durchlesen.

Via Martin


Ein wirklich interessantes Interview. Ich würde die Esoterik nicht so sonderlich hoch darin ansetzen. Allerdings halte ich den Ansatz eher für eine neue Medikamentierung. Die "Sofwarekrise" ist in meinen Augen nicht so sehr eine Softwarekrise - im Sinne eines technisch zu lösenden Problems. Mit zunehmender ITK Leistungsfähigkeit wird zwangsläufig versucht immer mehr "Bekanntes" in Software - oder besser - softwarelastige Systeme zu giessen. Dabei hat man den Anspruch, dass Dinge schneller gehen oder optimiert werden. Das ist ja auch ok. Aber letztendlich wird doch das Komplexitätsproblem, dass eh existiert auch nochmal in die Systeme kopiert. Und damit beginnen doch "einfach" nur die gleichen Probleme wie ausserhalb. Menschen, die zusammenarbeiten, verstehen sich nicht, wollen sich nicht verstehen, berwerten Arbeiten, Interessen und Ziele ander über oder unter, sprechen nicht die gleich Sprache, verwenden inkonsistente Begriffe usw. usf.. Dann kommen organisatorische Defizite hinzu, Machtprobleme, Ohnmachtprobleme, Zeitprobleme und sonst noch was.

Mit einer "neuen" Sprache schaffen wir es sicher die Landschaft mal wieder ein wenig besser dastehen zu lassen, aber das wird nicht von langer dauer sein.

Die gute Dame sagt - sehr zu recht - es gibt viele Beteiligte innerhalb eines Entwicklungsprozesses. Und ich denke hier liegt auch ein ganz gewichtiger Faktor. Da die Rollen oft falsch besetzt sind. Ein Techniker, der es liebt Operatoren zu überladen wird zu einem technischen Projektleiter, weil er technisch versiert ist. Ein nicht so guter Programmierer wird mal eben zum Testkoordinator. Ein anderer Entwickler wird mal eben zum Architekten, dabei ist er doch zum Programmierfuzzy geworden, weil er mit der Maschine und keinem anderen reden will.

Was ich damit sagen möchte ist, dass ich gerade hier ein hohes Defizit sehe, dass die Rollen innerhalb des Prozesses oftmals nicht mit spezialisierten, dafür ausgebildeten Personen besetzt werden. Die Spezialisierung der einzelnen Rolle kommt zu kurz. Eine neue Programmiersprache wird da nicht wirklich weiter helfen.