Gabi und Sascha
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[BUCHCOVER]

Eddie Wilder ist ein Landei, welches in die Grossstadt kommt und sein Leben ist 20 Seiten lang. Dann wird er auf seiner ersten Patroulienfahrt in der New Yorker Kloake des Jahres 2023 von Meisterbrau, einem mutierten Weissen Hai, gefressen.

Dies ist nur eine der vielen kleinen Geschichten, die Matt Ruff in dem Roman »G.A.S. - Triologie der Stadtwerke« seinen Lesern bietet. Daneben feuert er ein gigantisches Feuerwerk an Ideen ab und schaft phantastische Figuren. Seien es Kite, eine hunderteinundachtzigjährige Veteranin aus dem amerikanischen Bürgerkrieg, oder Joan Fine, eine Umweltaktivistin, die zwischendurch immer mal wieder philosophische Streitgespräche mit der Holoprojektion der Philosophin führt und die an der Seite des Umweltpiratens Philo Dufresne, der seine Gegner mit Sahne und koscherer Salamie beschiesst, für eine bessere Welt kämpft. Alles wird eingegossen in eine grossartige Verschwörungstheorie um die afrikanische Pandemie, innerhalb derer alle Schwarzen der Welt in zwei Wochen ausgelöscht werden (nur nicht die mit grünen Augen), und einer künstlichen Intelligenz, die in einer Welt agiert, in der »« längst akzeptierte Realität ist.

Ich habe das 618 Seiten starke Buch spontan gekauft, weil ich der Einband meine Aufmerksamtkeit erregt hat und der Klappentext einiges an Schrägkeit versprach. Ich habe ihn nicht bereut. Zwar hat das Buch im Mittelteil einen kleinen Hänger, dieser ist dem Autoren bei der Fülle an Ideen allerdings locker zu verzeihen. Freunden phantastischer Geschichten und Sience Fiction Literatur ist das Buch sehr zu empfehlen.

Matt Ruf, G.A.S. - Triologie der Stadtwerke, DTV, 2000, ISBN 3-423-20758-2, 8,90€