Gabi und Sascha
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Als ich vor zig Jahren zum ersten mal am Mac OS X durchscheinende Fenster gesehen habe war ich begeistert. War schon toll zu sehen, wie ein langlaufender Compileprozess in der hinteren Konsole rechnet und vorne kannst du Steuerdateien im editieren. Der ersten Begeisterung folgte schnell die Ernüchterung. Bei intensivem arbeiten ermüdet ein durchscheinender Hintergrund, der sich auch noch bewegt, sehr schnell. Das unruhige Bild lenkt zudem von der eigentlichen Aufgabe, die man im Vordergrund durchführen muss, zu sehr ab. Es zeigte sich schnell, dass der Mensch nicht zwei Aufgaben gleichzeitig erledigen kann. Insofern wunder ich mich, warum um die transluzenten Möglichkeiten im neuer Software so ein Geschrei gemacht wird. Sicherlich, für einige kleine Anwendungen ist es ganz hübsch (Apples Dashboard, Darstellung), im Grossen und Ganzen aber überbewertet. Nach zwei Tagen habe ich wieder auf Null Transparenz geschaltet.


Ich auch, aber wir sind Männer. Die können eben nicht zwei Dinge gleichzeitig machen. Nun denkt Apple aber eben auch an Frauen - die können das, auch wenn manche MitGlieder das nicht wahr haben wollen.
Mein aktueller Boss ist Hirnforscher. Der meint, dass das mit den zwei Dingen bei Frauen eine Legende ist. Bistimmt von Müttern ihren Söhnen beigebracht, damit diese in Ewigkeit Erfurcht haben. Multitasking, denke ich, scheidet auch aus und ist ja nicht wirklich besser, denn das beudeutet ja nur geteilte Aufmerksamkeit.
Na ja, so ein Diplom im Hirnforschen entkräftet die These nicht zwingend. Ich hab da auch nur empirische Daten, die sicherlich ebensowenig repräsentativ sind wie die Farbschemata von Arealen bei gewissen Stimuli. Wenn es auf einem Multitaskingkonzept basiert, wäre das nicht unbedingt schlechter, solange die zugeteilte Aufmerksamkeit für den entsprechenden Sachverhalt ausreichend ist. Die Ökonomie der ungeteilten Aufmerksamkeit ist auch diskussionswürdig. Ich denke eher, das Problem ist der Umgang mit so etwas. Wenn nun also Frauen Dinge bedingt parallel abarbeiten können, dann ist das schlicht nur anders - nicht besser und nicht schlechter. Je nach Manifestierungsreife des Multitaskings kann diese Veranlagung natürlich dazu führen, dass Ausarbeitungen in der Tiefe deutlich länger dauern, weil die punktgenaue, längerfristige Konzentration auf einen Sachverhalt unter Umständen nicht möglich ist.