Gabi und Sascha
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Laut einer Meldung bei Heise sorgen Bestrebungen der Volksrepublik Chinas für eine eigene Internet-Adresszone im für Aufregung. Kurz zusammengefasst kann es bei diesen Bestrebungen dazu kommen, dass das bisherige System der Namensauflösung, also dem Umsetzen von Namen auf IP-Adressen, zusammen bricht.

Auch wenn die Datenbank des DNS dezentral abgelegt ist, so ist sie in ihrem Wesen doch zentral auf einen einzigen Server ausgerichtet, den . Dieser untersteht indirekt der Kontrolle des US-Handelsministerium. Vom strategischen Standpunkt betrachtet ist dieser Zustand äusserst gefährlich, da alle weiteren Root-Server ihr Informationen mit diesem synchronisieren. Es wäre der US-Administration zumindest theoretisch möglich die Topleveldomain der Volksrepublik (CN) abzuschalten und so weite Teile der chinesischen Internetkommunikation lahm zu legen. Für die Regierung der Volksrepublik eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Gegen diese versucht sie sich mit dem im Artikel beschriebenen Vorgehen zu verteidigen. Dabei wird der Zusammenbruch des bisherigen, zentralistischen Systems billigend in Kauf genommen.

Lange Vorrede, kurzer Sinn. Bei dieser Problematik zeigt sich einmal wieder, dass zentralistische System kurzfristig einfacher zu implementieren und administrieren sind. Langfristiger überleben hingegen dezentral implementierte Lösungen, wie das Internet selbst, welches nicht einfach abgeschaltet werden kann. Insofern ist das DNS langfristig gesehen ein Designunfall des Internets. Hierbei ist es um so erstaunlicher, als das in einem Technology Review Artikel über eine Neuordnung des Internets im Bereich der Nutzerauthentifizierung von einem zentralisierten Austausch von digitalen Zertifikaten und andere Mittel die Rede ist. Im Grunde geht es dabei aber nur um Kontrolle.