Gestern haben wir den zweiten Teil von Dresden gesehen. Den Ersten habe ich halb lesend verbracht und folgte der Geschichte wenig aufmerksam. Ich bin da etwas geschädigt von der Sat1 Luftbrücke, die ich als durchsichtig und billig empfunden habe. In die Sturmflut von RTL habe ich nur kurz reingeschaut. Als ich gesehen habe, wie die Wassermassen die Strasse heruntergebraust sind habe ich umgeschaltet; als zu unrealistisch empfand ich das Ganze. Dabei stört mich noch nicht einmal die übliche Liebesschnulze, die um das eigentliche Katastrophenthema aufgebaut wird. Das ist schon bei Camerons Titanic so gewesen. Dresden hob sich wohltuend von diesen Herzschmerzklamotten ab. Die Liebesgeschichte war nicht zu schnulzig, der Handlungsablauf, trotz seiner Vorhersehbarkeit, nicht ganz so holzschnittartig wie befürchtet.
Mit einigen Dingen im Film hatte ich trotzdem meine Probleme. So will es mir irgendwie nicht einleuchten, warum ein britischer Bomberpilot, mit seinem Fallschirm aus dem abgeschossenen Flugzeug abgesprungen, in ländlicher Gegend gelandet und vom wütenden Mob angeschossen, ausgerechnet in die Grossstadt flüchtete. Vermutlich diente auch der, der den Bombenhagel überlebende Jude Simon, der Beruhigung irgendeines Gewissens, seht her, ganz so schlimm war es dann doch nicht. Und ob im Februar 1945 wirklich noch überall Hakenkreuzfahnen geweht haben weiss ich nicht, aber diese Attribute gehören wohl dazu.
Die Szenen des Infernos haben mich dann doch interessiert. Wie die Stimmung in den Luftschutzkellern war, dass der Inhalt der Einmachgläser in den Kellern der brennenden Häuser anfing zu kochen. Das Massensterben in den Kohlenoxiden oder als die Hauptdarstellerin vom Sog des Feuers beinahe in dieses hinein gezogen wurde.
Die Story hätte meiner Meinung nach auch in einen Film mit 120 Minuten Dauer locker untergebracht werden können. So, auf zwei Tage verteilt, muss es wohl aber heutzutage beim sogenannten Eventfernsehen sein. Meinetwegen, der Unterhaltungsfaktor war in Ordnung.
