Gabi und Sascha
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Heutzutage wird alles immer schnell mit dem Titel Revolution bedacht. Sei es eine heimliche Medienrevolution oder die Einführung eines neues Waschmittels. Ich denke nicht, dass der Umbruch in der Medienlandschaft, der durchaus zu beobachten ist, wirklich revolutionär ist. Er ist vielmehr ein evolutionäres vorranschreiten. Nicht Blogs oder Wikis treiben dies, sondern sie sind meiner Meinung nach ein Produkt der geplatzten DotCom-Blase. Im Zuge dieser Blase wurden von den Carriern extreme Überkapazitäten für IP-Dienste geschaffen. Diese mussten nach dem Zusammenbruch gefüllt werden. Die Carrier wurden gezwungen die Preise zu senken. Gleichzeitig sorgte der Softwaremarkt mit Open-Source dafür, dass die Kosten für Internetserver erschwinglich wurden. Durch die wachsende Virtualisierung, nicht nur auf Betriebssystemebene, werden diese Kosten in Zukunft noch weiter fallen.

Die Kombination dieser beiden Faktoren, sinkende Kosten für Rechner und Leitungen, bewirkte erst, dass sich soetwas wie Wikis und Blogs dezentralisieren und emanzipieren konnten. Ähnlich wie bei . Insofern könnte man vielleicht von einer Revolution sprechen. Komisch ist daran dann wieder, dass Technik den Weg bereitet, um Dinge stärker zu verändern.


Interessanter Aspekt. In jedem Falle ist es aus meiner Sicht auch "nur" ein normaler evolutionärer Schritt. Die geplatzte Blase hat aber nach meinem Dafürhalten vielleicht nur dafür gesorgt, dass die Evolution einen kleinen Geschwindigkeitsschubser erhält. Preissenkungen hätte es sicherlich auch sonst gegeben, ebenso wie Überkapazitäten. Der Wettbewerb hätte wohl nur länger dazu benötigt. Vielleicht war das Blasenplatzen so eine Art "Mutation". Ob das nun aus Systemsicht gut oder schlecht ist mit den Wikis, Blogs und diesem ganzen Schrott vermag ich nicht zu sagen. Temporär befristet scheint es ja nett und hilfreich zu sein. Die "übergeordnete" Evolution wird ihre Optimierung langfristig schon weiter voran treiben. Vielleicht platzt dann das Internet, irgendwann der Mensch und irgendwann der Planet. Vielleicht aber auch nicht. Wir laufen da ja auf einem Weg, ohne das Ziel - oder hier wohl eher die Systemvision - zu kennen. Es tummeln sich unglaublich viele Leitbilder über Religionen, theoretische Physik, philosophische Gehrinakrobatik und esoterische Absurditäten. Aber wie soll's auch anders sein, wenn das Ziel/die Vision nicht klar ist. Hmm, vielleicht ist aber auch so, dass wir eine Art Metaevolution haben. Es gibt kein Ziel - noch nicht. Über die unterschiedlichen Leitbilder, die irgendwie ja alle ein Leitziel mehr oder minder konkret/abstrakt innehaben entwickelt sich eben ein Leitziel, eine Vision für das Leben, das Universum und den ganzen Rest. Es lebe die gedämpfte Schwingung.