Heutzutage wird alles immer schnell mit dem Titel Revolution bedacht. Sei es eine heimliche Medienrevolution oder die Einführung eines neues Waschmittels. Ich denke nicht, dass der Umbruch in der Medienlandschaft, der durchaus zu beobachten ist, wirklich revolutionär ist. Er ist vielmehr ein evolutionäres vorranschreiten. Nicht Blogs oder Wikis treiben dies, sondern sie sind meiner Meinung nach ein Produkt der geplatzten DotCom-Blase. Im Zuge dieser Blase wurden von den Carriern extreme Überkapazitäten für IP-Dienste geschaffen. Diese mussten nach dem Zusammenbruch gefüllt werden. Die Carrier wurden gezwungen die Preise zu senken. Gleichzeitig sorgte der Softwaremarkt mit Open-Source dafür, dass die Kosten für Internetserver erschwinglich wurden. Durch die wachsende Virtualisierung, nicht nur auf Betriebssystemebene, werden diese Kosten in Zukunft noch weiter fallen.
Die Kombination dieser beiden Faktoren, sinkende Kosten für Rechner und Leitungen, bewirkte erst, dass sich soetwas wie Wikis und Blogs dezentralisieren und emanzipieren konnten. Ähnlich wie bei Gutenberg. Insofern könnte man vielleicht von einer Revolution sprechen. Komisch ist daran dann wieder, dass Technik den Weg bereitet, um Dinge stärker zu verändern.
