Vor einigen Jahren, als noch nicht jeder einen Funkknochen sein eigen nannte – inzwischen geht der Trend ja locker zum Zweit- oder Dritthandy – galten die Telfonierer in der Öffentlichkeit dem Plebs noch als wichtigtuende Spinner. Das Bild hat sich massiv gewandelt. Heutzutage fühlt man sich komisch, wenn man, so wie ich gestern, das Haus ohne Handy verlässt. Nach dem Kinobesuch konnte man dann noch auf dem Balkon sitzen und jungen Menschen beim Selbstgespräche führen zusehen. Sie laufen die Strasse entlang, beide Hände frei, kein Kabel führt zum Ohr, und quatschen munter drauf los. Einzig ein kleiner Stab neben dem Ohr verrät das Bluetooth Head-Set. Ich werde sicherlich noch einige Zeit benötigen, bis ich auch bei solch einem Anblick abgestumpft genug bin, um das nicht brüllend komisch zu finden. Und ganz nebenbei stellle ich mir gerade eine Horde frei sprechender, wild gestikulierender Italiener vor.
