Habe grade meine erste Begegnung mit der Berliner Polizei hinter mir. Diese verlief sehr positiv, weil die Polizei gänzlich ihrem Motto "Dein Freund und Helfer" entsprach. Hier ein kleines Dankeschön!
Zu dieser Begegnung führte eigentlich nur der Wunsch, mein defektes und verdrecktes Fahrrad reparieren zu lassen. Also brachte ich es in den kleinen Laden an der Petersburger Straße. Dort sagte man mir nach Besichtigung, dass die Reparatur ca. 50 Euro kosten soll. Dies habe ich mir schriftlich geben lassen und die Genehmigung zur Reparatur erteilt. Man sagte mir noch, dass ich das Rad in zwei Tagen abholen könnte.
Als ich es dann abholen wollte, war es leider noch nicht fertig. Man sagte mir, dass die Mäntel des Rades eine Sondergröße hätten und diese erst bestellt werden müssten. Die Nachfrage, ob sich dadurch etwas an dem Preis verändern würde, wurde verneint. Ich könnte das Rad in einer Woche abholen. Diese Gespräche führte ich immer mit ein und derselben Person. Jedoch stand immer ein Mann daneben, der nicht sehr gut Deutsch sprach.
Heute also wollte ich endlich das Rad abholen. Da sagte mir ein Mann, den ich dort vorher nie gesehen hatte, dass es statt der vereinbarten 50 Euro nun 75 Euro kosten soll, da die Spezialmäntel sehr viel teurer geworden seien. Wow, das sind 50 % mehr als man mir vorher gesagt hatte. Das sagte ich also zu dem guten Mann. Dieser fing dann an, mir die "Rechnung" aufzudröseln, wobei er sehr ungeduldig wurde. Ich glaubte ihm sofort, aber trotzdem warf ich ein, dass man mir nichts davon gesagt hatte. Da wurde er dann richtig laut und schrie den gesamten Laden zusammen. Ich war als einzige Frau anwesend, sonst nur Männer. Und da ich sehr schlechte Erfahrung mit aggressiven Männern gemacht habe, suchte ich in Gedanken nach Jemandem, der mir evtl. helfen könnte. Ein Kunde, den ich als solchen Helfer für mich auserkoren hatte, verließ jedoch ziemlich schnell den Laden.
Der laute Mann, der sich später als Inhaber des Ladens herausstellte, fing dann auf einmal an, das Missverständnis auf die Sprachschwierigkeiten zwischen dem mir bereits bekannten Angestellten und mich zu schieben. Ich wies ihn darauf hin, dass ich mit dem Mann kaum gesprochen habe und mir das auch egal sei. Da ging der Inhaber richtig auf die Palme, weil er dachte, mich interessiere das Leben seiner Angestellten nicht und ich wäre nationalistisch eingestellt u.s.w. Aber ich hatte mit dem Angestellten kaum gesprochen und ich wollte auch nur mein Rad und nicht die Lebensgeschichte seiner Leute. Er schrie richtig heftig rum und sagte, er bekäme gleich einen Herzinfarkt. Ich antwortete, für mich gar nicht typisch:" Ich auch!" Daraufhin warf er mich indirekt aus dem Laden.
Ich ging also Richtung Tür und sagte, dass ich mich als Kundin nicht beschimpfen lassen muß, wurde aber nicht so laut wie mein gegenüber. Dann drohte er mir, mich mit seiner gefüllten Kaffeetasse zu bewerfen. Ich also weiter Richtung Tür und war kaum im Türdurchgang, da sehe ich noch, wie die Tasse auf mich zufliegt. Ich springe also raus und zur Seite und höre nur noch, wie es scheppert.
Das war zu viel! Erst beschimpfen, dann bewerfen! Ich habe gedacht, jetzt rufst du die Polizei. Da kam aber der ruhige Mann raus und versuchte zu vermitteln, doch aus dem Laden rief mir der laute Mann immer noch Sachen hinterher. Leider verstand ich den ruhigen Mann nicht richtig. Habe ihm angeboten, das Rad für 70 Euro mitzunehmen, also 5 Euro runter vom Preis, weil mich der andere Typ so beschimpft hat. Aber der laute Mann wollte partout nicht und stellte mir als Alternative nur den Rückbau vor. Ich sagte, ich nehmen das Rad für 70 Euro. Aber der Typ keifte rum, und allmählich hatte ich Angst, dass ich das Rad gar nicht mehr bekomme. Also rief ich dann doch die Polizei.
Die traf dann nach einiger Zeit ein. In der Zwischenzeit waren weitere Männer in den Laden gekommen. Keine Ahnung, ob aus Neugier oder so. Jedenfall waren sie nicht wirklich an Rädern interessiert. Das konnte selbst ich sehen.
Außerdem war der laute Mann inzwischen aus dem Laden gekommen, ins Nebenhaus gegangen und mit einer neuen Tasse Kaffee zurückgegangen. Ich hatte Angst! Aber die Leute im Laden haben wohl gemerkt, dass ich auf die Polizei warte und der ruhige Mann hat mir dann noch ein günstigeres Angebot gemacht. Das habe ich dann jedoch ausgeschlagen, weil ich die Polizei nicht einfach so kommen lassen wollte, ohne ihnen zumindest zu sagen, was los war. Außerdem war das mein Druckmittel.
Als die Polizei da war, fing ich an zu heulen, wie peinlich! Aber ich habe mich relativ schnell wieder gefangen. Nachdem ich geschildert hatte, worum es ging, beruhigte man mich gleich und sagte mir, dass der laute Mann wohl schon bekannt sei. Also habe ich nicht überempfindlich reagiert! Sehr beruhigend. Schlußendlich lief es dann darauf hinaus, dass das bereits zurückmontierte Hinterrad in seinem unreparierten Zustand belassen wurde, der Rest jedoch, wie vereinbart, repariert worden ist. Dafür habe ich 50 Euro gezahlt. Ich wollte nur noch mein Rad und weg von dort. Dank der Hilfe der Polizei verlief der Rest reibungslos. Demnächst werde ich aber wohl noch einmal einen Fahrradladen aufsuchen müssen, um das Hinterrad reparieren und die Gangschaltung wieder einstellen zu lassen.
Scheiß Tag
Ja, wenn da nur nicht diese Raucherlunge wäre... ;-)
LG, tom.

Schau Dir mal Fahrrad-Goerke in der Cotheninusstraße 8 an. Ist gleich bei Euch um die Ecke. Ich weiss zwar nicht, was die fuer Preise machen, aber gut und freundlich und vor allem serviceorientiert sind die. wirklich vorbildlich! Dort habe ich deswegen auch mein Rad gekauft. :-)
LG, tom.