Gabi und Sascha
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Wir sind alle ordnungsliebende Menschen. Wir räumen auf, ordnen unser Leben. Wir heften Rechnung in Ordnern ab, sortiert nach Rubriken. Stellen die Ordner in einen Schrank, den Schrank in ein Zimmer usw. Ordnung - so hat mir schon meine Mutter gesagt - ist das halbe Leben. Aus was besteht dann die andere Hälfte des Lebens?

E-Mails werden auch geordnet. Fein säuberlich wird das sequentielle E-Mailleben in Ordner verschoben. Archiviert und abgeheftet, aufbewahrt für die Ewigkeit. Könnte ja sein, dass ausgerechnet diese E-Mail irgendwann mal wichtig ist. Könnte sein. Ist nie so. Mir ist es noch nicht passiert, dass eine mehr als zwölf Monate alte Mail plötzlich wichtig ist. Aber, könnte ja sein. Deswegen ordne ich meine E-Mails auch nicht in Ordnern. Es kostet mich viel zuviel Zeit zu entscheiden, in welchen Ordner ich den Sermon jetzt verschiebe. Vielleicht sogar noch in fein verästelte Unterordner und Unterunterordner.

Erstaunlicherweise habe ich bisher immer wieder alle E-Mails wieder gefunden - wenn sie doch ausnahmsweise mal irgendwie wichtig waren. Wie das geht? Ich lasse suchen. Den E-Mail Server, den Client, wen auch immer. Der muss sich dann durch die E-Mailliste der letzten zwölf bis achtzehn Monate kämpfen. Hätte ich die beliebten Unterordner (oder Unterunterordner), dann müsste ich jeden dieser Ordner extra durchsuchen lassen. Rekursiv durchsuchen ist nicht drin.

Keine Ahnung ob das auch bei Rechnungen funktioniert. Aber Tütchen in Tütchen in der EDV werden mir immer mehr zuwider.