Gabi und Sascha
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Vor ein paar Tagen habe ich Microformats entdeckt. Am Anfang fand ich die Idee sehr smart. Semantische Informationen werden im class Attribut von (X)HTML eingebettet. Als ich mehr über Microformats nachgedacht habe, wurde ich unsicher. Sind Microformats ein ähnlicher Blödsinn wie das vielfach gepriesene Tagging? Wer will kann unter «Tags und anderes» mehr über meine Meinung zu Tags lesen.

Sind Microformats anders? Was sind die Vorteile von Microformats? Was sind die Nachteile?

Microformats sind ein Standard, der nur mit HTML eingesetzt werden sollte. Die bisher definierten Spezifikationen sind leichtgewichtig und lassen sich mit einfachen Standardwerkzeugen aus HTML Dokumenten auslesen. Hierzu bietet sich XPath an (Beispiel). Trotz ihrer Einfachheit haben Microformats einige Pros und Contras.

Pro

  • semantisches Sprache in HTML eingebettet
  • einfach und leichtgewichtig
  • weiterer Schritt Richtung Semantic Web
  • unabhängig von Programm-Anbietern
  • weniger Redundanz

Contra

  • semantsiche Sprache in HTML eingebettet
  • eingeschränkte Möglichkeiten für semantische Auszeichnungen
  • just another poor workaround
  • ignorieren der Möglichkeiten von Namespace in XHTML Dokumenten
  • ignorieren von <link rel='alternate' … /> in HTML
  • ignorieren der Möglichkeiten voon RSS, speziell: RSS 1.0 mit RDF

Es fällt auf, dass der erste Punkt in Pro und Contra gleich ist. Für ein einbetten der semantischen Informationen in HTML spricht die Kompaktheit der Daten. Diese sind dort, wo auch das Dokument ist. Dagenen spricht allerdings auch dieser Punkt. Durch das einbetten der semantischen Informationen wird das HTML Format.

Microformats und das Semantic Web

Microformate sind nur dann wirklich einfach zu handeln, wenn sie von einem Werkzeug erzeugt werden. Manuell ist die Erstellung komplex und fehleranfällig. Liegen die Informationen erst einmal als Microformats in HTML vor, dann ist der Schritt der RSS-Erzeugung kein grosses Problem mehr. Die Tools, die bereits jetzt mit Microformats umgehen können (z.B. Tails für Firefox), könnten auch solche Informationen erzeugen. Insofern spricht wenig für Microformats, da diese Metadaten vielfach in RSS 1.0 abbildbar sind. Das Microformat hCalendar z.b. durch das RSS Event Modul. Insofern sind Microformats ein Schritt zurück.

Ein Vorteil von Microformats ist es einen Schritt unabhängiger von Programm-Anbietern zu sein. Damit semantische Informationen in RSS eingebaut werden können muss ein Programm die dazugehörigen Informationstypen unterstützen. Im Fall des beschriebenen hCalendars beispielsweise die Möglichkeit, Calendar- und/oder Event-Informationen zusätzlich hinterlegen zu können. Entsprechende Feeds können dann von externen Produkten erzeugt werden.

Erstes Fazit

Ich kann noch nicht sagen, ob ich Microformat gut oder schlecht finde. Meiner Meinung nach haben sie in etwa gleich viele Pros und Contras. Im Zuge des Web 2.0 Hypes werden sie vermutlich an Fahrt gewinnen. Da sie die Content-Erstellung allerdings auch komplexer machen, werden sie vermutlich nicht in dem Masse eingesetzt, wie heute Blogs oder Wikis eingesetzt werden.