Gabi und Sascha
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User Generated Content - auch Aal-Prinzip genannt (andere arbeiten lassen) - ist mal wieder mächtig in. Ist so Web 2.0 mässig. Community-Site spriessen aus dem Boden. Beworben wird vielfach mit Chat und Dating - der ganze Social Network Quatsch halt. Damit sollen auch VCs gelockt werden. Die Rollenverteilung ist einfach: ich biete euch eine Plattform damit ihr sie füllt; ich kassiere am Ende die Kohle, damit ihr euch zum ficken treffen könnt. Virtuelle Zuhälterei - halbseidene Geschäftsideen.


Hui, wem hat es denn da die Socke zerstört? Ein wenig differenzierter sollte man doch das Thema schon betrachten oder. Nicht alles am Social Network ist Quatsch. Auch, dass was sich hinter Web 2.0 verbirgt ist nicht per se blöde, ebenoswenig wie per definitionem jedes Geschäftsmodell, dass Web 2.0 verwendet Mist ist. Das Web 2.0. als solches nichts "Neues" ist, ist klar. Allerdings muss man sich die Frage stellen, was heisst "Neues". Es ist schlicht eine organische Weiterentwicklung wie mit dem Netz fachlich, sozial und technisch umgegangen wird. Für die Nicht-Techniker ist es praktisch, dass hier mal eine Momentaufnahme gemacht worden ist, die dann einen Namen erhalten hat. Wer kann denn schon was mit den technischen Kauderwelsch anfangen? Ähnlich war es auch nett und gut, dass mal so Begriffe wie Java und XML in der Welt verbreitet worden sind. Beides als solches sicher auch nichts Neues und auch ein Hype. Eigentlich ist es ja auch ganz schön, nichts Neues zu haben. Lieber mal die Dinge, die man so hat Laufen lassen und gucken, wohin es sich entwickelt. Die einen haben mit Ihren Vermutungen und Visionen recht gut gelegen bei Entwicklungsprognosen, die anderen schlecht.

Die VC's freuen sich doch auch, wenn da mal wieder was ist, was Sie ein wenig mehr lächeln lässt. Dieser ganze Hochtechnologiebereich mit Nano, Pico, Gen und was weis ich noch alles kostet doch immer so viel Geld. Da muss man doch so viel reinstecken und lange warten, bis dann mal ein Auto mit etwas besserem Lack rauskommt. Bei der IT ist's doch schön, da kann man mit 1,5 Mio. haushalten und sieht schneller ob und wohin der Zug abfährt. Wenn das Geld dann dafür ausgegeben wird, hat's doch auch was. Die Leute spinnen rum, geben Geld aus suchen Fachkräfte und andere Dinge. Ich persönlich wünsche mir auch, dass es nicht die Ausmasse wie vor 10 Jahren annimmt mit exorbitanten Gehältern und Verschwendungskäufen. Ich glaube aber auch nicht, dass es in diese Richtung gehen wird. Auf der anderen Seite ist die Frage wie belehrbar die Masse ist. Reicht die Blase, um diesmal moderatere Entwicklungen zu erleben? Will man das? Wollen nicht zviele lieber einfach mal so einen mächtigen Geldstrom mit öffnen und sich daran erlaben? Geht es also wirklich um die Idee und die dazugehörige Umsetzung mit den den entsprechenden Lorbeeren in Form Geld, Macht, Ansehen oder was auch immer? Oder geht es nur um Geld, Macht und Ansehen. Hierbei spreche ich nicht von den Kapitalgebern. Den darf es ruhig nur um das Geld gehen. Das ist ja auch ein Teil des Geschäftsmodells.

Ich für mich persönlich habe eine guten Grenzwert gefunden, wann eine Blase/ein Hype zu Platzen beginnt. Wenn ein entfernter Bekannter von mir beginnt Aktien in dem jeweiligen Sektor zu kaufen, ist es an der Zeit über das Sterben bzw. den Abstieg dieses Sektors nachzudenken.

Die eigtnliche Botschaft ist: Social Networks hin oder her, am Ende dreht es sich um Sex. Allerdings ist das ja auch keine so neue Erkenntnis ☺

Und um die Selbstdarstellung der Menschen. Also bezogen auf den Artikel im Spiegel, der hier zu Grunde liegt (glaube ich), finde ich, dass es sich bei diesen Austausch und Selbst-Darstellungs Dingen (wozu ich diese Site auch zähle) einfach um eine Verschiebung von sozialen Verhalten handelt. Städte sind groß und anonym. Man kennt einige Personen aus dem Berufsumfeld und ganz, ganz wenige lernt man privat kennen. Wenn man jetzt zum Vergleich das "Dorfleben" von vor 100 Jahren sieht, gab es mehr Leute, mit denen man sich austauschen konnte. Wobei ich nicht sagen will, dass Quantität gleich Qualität ist. Die Gesellschaft regulierte sich selbst. Ausnahmen gibt es dabei immer. Und ob ich mir jetzt im Internet einen Film von Fremden anschaue, oder zu einem Diaabend von Bekannten eingeladen werde, ist unterm Strich für mich fast das Gleiche. Nur muß ich mir virtuell nicht Kommentare von Leuten anhören, die ich gar nicht mag. Also kommt unterm Strich heraus, dass man sich im Internet nur das geben muß, was man mag. Leute, die mal quer schießen, werden ausgeschaltet und Kritik nicht akzeptiert. Vielleicht gibt es auch einen Unterschied zwischen face to face Kritik und virtuell geäußerter Kritik. Im Netz muß man sich kaum für sein Verhalten rechtfertigen, im wahren Leben schon.

Nö, um den Spiegel Artikel ging es mir nicht. Der war langweilig und enthielt nix neues für mich.