Gabi und Sascha
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Der Spitzenkandidat der Berliner CDU, Friedbert Pflüger, durfte dem Spiegel ein Interview geben. Normalerweise kommentiere ich nicht jede Absonderung von Politiker. Bei diesem Interview geht es nicht anders.

Zur Einstimmung Pflügers Aussage, dass die Regierungszeiten von Richard von Weizsäcker und Eberhard Diepgen die vielleicht besten der Berliner Nachkriegsgeschichte waren. Sicher scheint sich der Kandidat dessen nicht zu sein. Entweder es waren die Besten oder sie waren es nicht. Abgesehen davon hat die zweite Regierung von Diepgen Berlin ruiniert. Und mit ihr gleich noch die .

Diese Art des lavierens zieht sich durch das ganze Interview. Pflüger macht keine klaren Aussage, will sich nicht festlegen. Das die Unterschriftenaktion der Berliner CDU gegen die Umbenennung eines Teils der Kochstraße in Rudi-Dutschke-Straße ein Hindernis für eine sei, begegnet er mit dem Argument: «da werden wir schon irgendeine Sackgasse finden.» Nagativer geht es kaum noch. Zuvor bezeichnete er eine Jamaika-Koalition als machbare Perspektive zum Rot-Roten Senat.

Pflüger sagte auch: «Jetzt geht es um die Zukunft». Meine Meinung: in der Politik immer um die Zukunft. Für die Vergangenheit sind Historiker und Stammtische zuständig. Und einen Stammtisch scheint Pflüger auch einmal besucht zu haben. So beschleimt er sich selbst mit den Worten, «eine fast schon legendäre konspirative Runde» in einer Bonner Kneipe organisiert zu haben.

Pflüger wurde Spitzenkandidat der Berliner CDU, weil diese keinen geeigneten Kandidaten hatte. Der Kandidat scheint mir genauso ein Leichtgewicht zu sein. Insgesamt: nicht wählbar.