Gabi und Sascha
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Der kleine Unterschied zwischen Fundraisern und den Jungs vom Verteilerkasten?

Prosecco vs. Sternburger Export.

[COVER] Zwischendurch kaufe ich Bücher einfach nach aussehen des Covers. Ryu Murakamis «In der Misosuppe» ist so ein Buch. Grell und verwirrend ist das Cover, so wie die Geschichte des Romans. In der Ich-Form erzählt Murakami die Geschichte von Kenji. Kenji ist Fremdenführer in einem Rotlichtviertel Tokios. Er übersetzt für Touristen den Code der glitzernden Neonwelt. Eines Tages wird er von Frank gebucht. Drei Tage, zwischen Weihnachten und Neujahr führt er den Amerikaner zwischen den Amüsierlokalen herum. Ich wurde mitgenommen in eine fremde, komplizierte Welt. Einer Welt, in der komplizierte Rituale die Oberflächlichkeit der Gesellschaft übertünchen.

Kenji ist ein Produkt dieer Gesellschaft. Als Leser bekam ich den Eindruck, dass er seine Kunden verachtet. Sie bezahlen ihn für seine Dienstleistungen und er ist nicht mehr als die Aufreisser und Nutten, denen er die Kunden zuführt. Seine Collness bekommt Risse, als ein paar scheinbar unzusammenhängende Ereignisse eintreten. Schnell hat er Frank im Verdacht. Und tatsächlich sieht er am 2. Tag in den Abgrund der menschlichen Psyche. Hart und erbarmungslos.

Zentral für mich der Absatz:

Maki hatte ein Louis-Vuitton-Täschchen bei sich. Frauen wie sie umgeben sich oft mit Markenprodukten, denn sie sind nicht in der Lage zu erkennen, was geschmackvoll ist und was nicht. Sie sparen sich einfach die Mühe, einen Sinn dafür zu entwickeln, indem sie ausschließlich auf Chanel, Prada und andere große Namen zurückgreifen.

Die knapp 200 Seiten sind schnell durchgelesen. Sie fesselten mich von der ersten bis zur letzten Seite. Sehr zu empfehlen.

ISBN: 3-462-03733-1