Design and programming are human activities; forget that and all is lost.
Bjarne Stroustrup, 1991
Bei C++ konsequent gescheitert ![]()
Im Jahr 0 unserer Zeitrechnung:
Sie: Du bist doof!
11 Jahre später:
Sie: Du bist doof!
Ich: Sag mir was neues, Frau.
Sie: Wenn du dich nicht änderst!
Das Buch ist schon etwas älter. Gibson hat es 1996 veröffentlicht, 13 Jahre nach Neuromancer. Wie Neuromancer ist es eine Cyberpunk-Geschichte. Das Buch kommt dabei nicht um Längen an den grossen Ideengeber einer ganzen Epoche der Science-Fiction-Literatur heran. Zuerst muss der Leser den Technosprech geistig ausblenden. Kevlarummantelte Stahlträger und andere Füllbegriffe sollen wohl Atmosphäre verbreiten, langweilen mich eher.
Die Protagonisten: auch langweilig. Dabei ist die Handlung in zwei Strängen aufgebaut. Auf der einen Seite Laney. Laney ist eine Rechercheur in den weiten des Netzes. Durch ein missglücktest Pharmaexperiement kann er in Datenmengen und ihren Verknüpfungen mehr sehen als andere. Er ist neben Chia, der zweiten Protagonistin, noch die interessantere Figur. Chia ist ein Teenager und Fan der Rockgruppe Lo/Rez… In dem Roman ist Chia mit ihrer weltweiten verzweigten Lo/Rez Fangemeinde die Datenproduzentin für Laneys Auswertungsaktivitäten. Insofern ist die Geschichte im Context des heutigen Social Networkings (Web 2.0) spannend zu lesen.
Leider benötigt Gibson über 250 Seiten, ehe die Geschichte etwas an Spannung gewinnt. Die Idoru tritt in Erscheinung, eine KI-Wesen, welches der Sänger Rez heiraten will. Um Recherechen über diese Verbindung anzustellen, ist Chia aus Seattle nach Tokio gereits. Sie lernt dabei Menschen kennen, die ihr Leben hauptsächlich im Netz verbringen. Dabei ein klein wenig Nano-Technologie, zum Beispiel über Nano-Wolkenkratzer, die sich selbst bauen und ständig ihre Fassade ändern. Am Ende kein wirklicher Höhepunkt der Geschichte. Rez und die Idoru…
Das Buch wirkt müde, ideen- und kraftlos. Die übliche Danksagung an die grosse Geduld der Verleger scheint nicht geheuchelt zu sein. Sie liesst sich eher wie eine Entschuldigung. Ich kann das Buch nicht guten Gewissens empfehlen.
ISBN-13: 978-3453173323
Interessantes Interview mit Tim O'Reilly. Allerdings finde ich die Antwort zur Netzneutralität naiv. Es gibt schon heute keine Netzneutralität. Denn der Konsument ist Teil des Netztes. Solange DSL mit A (für asynchron) beginnt, solange Down- und Upstream-Geschwindigkeiten stark unterschiedlich sind, solange gibt es auch keine Netzneutralität. Eine der Kernkrankheiten des sogenannten Social Networkings - auch Web 2.0 genannt. Denn so entstehen Unternehmen wie YouTube und Flickr, die dann doch wieder zentralistische Strukturen bilden. Aber: ich wiederhole mich.
Die wichtigste Sitzung des Tages ist immer am Morgen, nach der ersten Tasse Kaffee. Dabei wird intensiv gearbeitet, nebenher gelesen, gespielt oder George W. Bush am Zipfel gezogen. Leider sind diese Sitzungen in den letzen Tagen sehr öde gewesen. Kaputter Trafo und kein Licht.
So macht kacken keinen Spass.
