Gabi und Sascha
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[BUCHCOVER] Das Buch ist schon etwas älter. Gibson hat es 1996 veröffentlicht, 13 Jahre nach Neuromancer. Wie Neuromancer ist es eine Cyberpunk-Geschichte. Das Buch kommt dabei nicht um Längen an den grossen Ideengeber einer ganzen Epoche der Science-Fiction-Literatur heran. Zuerst muss der Leser den Technosprech geistig ausblenden. Kevlarummantelte Stahlträger und andere Füllbegriffe sollen wohl Atmosphäre verbreiten, langweilen mich eher.

Die Protagonisten: auch langweilig. Dabei ist die Handlung in zwei Strängen aufgebaut. Auf der einen Seite Laney. Laney ist eine Rechercheur in den weiten des Netzes. Durch ein missglücktest Pharmaexperiement kann er in Datenmengen und ihren Verknüpfungen mehr sehen als andere. Er ist neben Chia, der zweiten Protagonistin, noch die interessantere Figur. Chia ist ein Teenager und Fan der Rockgruppe Lo/Rez… In dem Roman ist Chia mit ihrer weltweiten verzweigten Lo/Rez Fangemeinde die Datenproduzentin für Laneys Auswertungsaktivitäten. Insofern ist die Geschichte im Context des heutigen Social Networkings (Web 2.0) spannend zu lesen.

Leider benötigt Gibson über 250 Seiten, ehe die Geschichte etwas an Spannung gewinnt. Die Idoru tritt in Erscheinung, eine KI-Wesen, welches der Sänger Rez heiraten will. Um Recherechen über diese Verbindung anzustellen, ist Chia aus Seattle nach Tokio gereits. Sie lernt dabei Menschen kennen, die ihr Leben hauptsächlich im Netz verbringen. Dabei ein klein wenig Nano-Technologie, zum Beispiel über Nano-Wolkenkratzer, die sich selbst bauen und ständig ihre Fassade ändern. Am Ende kein wirklicher Höhepunkt der Geschichte. Rez und die Idoru…

Das Buch wirkt müde, ideen- und kraftlos. Die übliche Danksagung an die grosse Geduld der Verleger scheint nicht geheuchelt zu sein. Sie liesst sich eher wie eine Entschuldigung. Ich kann das Buch nicht guten Gewissens empfehlen.

ISBN-13: 978-3453173323