Vielleicht gibt es einige Blogs, die sich als Journalismus definieren. Immerhin werden auch Blogs von Journalisten betrieben. Aber Blogs sind für mich mehr, der Begriff Journalismus zu kurz gegriffen. Journalisten - die Presse - definiert sich heute als 4. Gewalt. Presse geniesst besondere Previlegien wie zum Beispiel den Quellenschutz. Als 4. Gewalt der Realverfassung unterlag die Presse allerdings nur indirekt der Kontrolle des Souveräns, der den Kauf von Presserzeugnissen einstellen konnte. In Zeiten, in denen durch den Verkauf von Presseprodukten an den souveränen Konsumenten allerdings kaum noch Geld zu verdienen ist, musste diese stärker auf alternative Erlösquellen zurück greifen, der Werbung. Naiv geschrieben ist die Presse heute in einem Spannungsfeld zwischen Konsumenten und Werbepartnern.
An dieser Stelle greifen Blogs. Sie werden in Zukunft mehr die Rolle der Kontrolle der 4. Gewalt durch den Souverän übernehmen. Damit bekommt das Spannungsfeld einen 3. Pol und wird zum Spannungsdreick. Das ist die wesentliche Herausforderung, vor der die 4. Gewalt steht. Nicht alle können damit umgehen.
Das sehe ich nicht ganz so. Portale sind ein zentraler Anlauf für Inhalte. Sie können jederzeit unliebsame Inhalte entfernen. Gerade das dezentrale an Blog ist es, was diese als Kontrollen des Souveräns ausmachen. Sie können nicht einfach abgeschaltet werden.
