Als Radioeins Hörer konnte ich mich bisher auf eine Sache verlassen: hat Knut Elstermann einen Film als schlecht bewertet, konnte ich sicher sein: schönes Popcorn-Kino. Als Frau mir sagte, Elstermann habe gemeint, dass Hancock 10 Minuten gut sei, habe ich mich gefreut — und wurde entäuscht.
Hancock mit Will Smith ist 10 Minuten nett und fängt dann an ziemlich öde zu werden. Das Thema, heruntergekommener Superheld, wird verspielt und kommt unter die Räder. Der Plot ist ein Mischung aus The Incredibles und Highlander mit langen, langatmigen Passagen.
Ich erwarte von einem Superheldenfilm keine voll durchdachte Logik. Ein Münchhausen-Trilemma ist bei dem Genre ganz normal. Als sich aber Charlize Therons Charakter ebenfalls als Superheldin entpuppte und sich herausstellte, dass sie und Hancock die letzten ihrer Art sind und beide ihre Superheldenfähigkeiten verlieren wenn sie sich näher kommen, sie dies weiss und trotzdem in der selben Stadt wie er lebt und nach dem Showdown er in New York lebt und mit dem Verbrechen aufräumt, sie weiterhin in Los Angeles, dann ist das genauso vermurkst wie dieser Satz. Auf dieser inneren Unlogik basiert der Film und macht ihn letztlich kaputt.
