Gabi und Sascha
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IETF-Guru Randy Bush, Chefentwickler bei der Internet Initative Japan, stellte beim Treffen der europäischen IP-Registry RIPE in Dubai einen der Vorschläge vor, den er mit "Die Rache des dummen Netzes" überschrieb.

Quelle

Die beiden Kontrolettis vorhin in der U8, zwischen Kottbusser Tor und Moritzplatz, hatten zwei Bodyguards dabei. Sehr beruhigend nach der Hundertschaft vom Donnerstag am U-Bahnhof Jannowitzbrücke.

Mit Copycat wird ein Geschäftsphänomen bezeichnet, dass auf Immitation Plagiat statt Inno­vation beruht.

Eine Firma hat eine innovative Geschäftsidee, setzt sie um und verdient Geld damit. Copy­cats nehmen diese inno­vation Geschäftsidee und bauen sie nach. Die ur­sprüng­lich inno­vative Firma bekommt 60% Markt­anteil, die Copy­cats begnügen sich mit dem Rest. Das ist für die Kopisten kein Pro­blem, da sie auch weniger Risiko tragen — die Ge­schäfts­idee hat bereits ge­zeigt, dass sie funk­tio­niert.

In der deutschen Web-Branche wurde dieses Geschäftskonzept von den Samwer Brüdern eta­bliert. Sie grün­deten das Internet-Auktionshaus alando.de nach dem Vorbild des US-amerikanischen Unternehmens eBay. Sechs Monate nach der Gründung verkauften sie alando.de für 50 Millionen Dollar an eBay. Es ist nicht bekannt, ob sie das Geschäftsmodell des Copycats ihrerseits kopiert haben — anzunehmen ist es.

Seit alando.de-Zeiten funktioniert 90% des deutschen Web 2.0 Business nach diesem Prinzip. Wirkliche Inno­vationen im Netz kommen nicht aus Deutsch­land. Plagiate wohin geschaut wird. Vor diesem Hinter­grund ist es bizarr, wenn sich die Bundesregierung gegen Produktpiraterie stark macht. Copy­cats sind nichts anderes.

Sie werden immer mehr. Nicht nur am Heinrichplatz, jetzt auch in Adlershof. Und in Lausanne – nahe der Kathedrale – wurden die Invasoren bereits entdeckt. Leider ohne Foto :-(

[KACHEL MIT STILISIERTEM RAUMSCHIFF AUS DEM COMPUTERSPIEL "SPACE INVADERS" AN EINER RUINENMAUER]

Quelle: André

Mehr Space Invaders

Quelle: André

Ende des Monats ist es soweit: Der Flughafen Tempelhof wird wieder mal geschlossen. Diesmal vermutlich für immer. Das Ereigniss wirft seine Schatten voraus unter anderem diesen leichten Grauton. Nachdem ich schon mal geschrieben habe, dass mir Tempelhof als Flughafen ziemlich egal ist, stellt sich jetzt die Frage: Was machen mit der Wiese? Wieder als Schafweide für schlechte Tage nutzen und Mohrrüben anbauen? Immerhin ist der Mauerfall noch keine 20 Jahre her… Wer weiss was die Zukunft bringt?

Viel charmanter aber die Idee von André: Den Müggelsee auf das Flughafengelände verlegen und ein nettes Ganznaherholungsgebiet schaffen. Ok, ein Teil Neuköllns müsste dann ebenfalls ver­schwin­den — ich vermute: das Gejammer über den Verlust wird sich in Grenzen halten und die Bewohner können ja auf das Gelände des alten Müggelsees ziehen und zeigen das es besser geht als Hellersdorf oder Spandau.

Die aktuellen staatlichen Interventionen in den Finanzmärkten sind purer Keynesianismus. Meiner Meinung nach das erste Mal, dass es sinnvoll erscheint auf Keynes Ideen zurück zu greifen. Es wird sich im Verlauf der Krise zeigen, ob Keynes Ideen und Mechanismen greifen und funktionieren oder tatsächlich nicht hinhauen, wie seine Kritiker immer behaupten. Insofern ein Experiment am lebenden Objekt. Allerdings ist den Kritikern auf Seiten des freien Marktes ihre Logik auch abhanden gekommen. Es wird immer spannender.

[STIEFEL IM GRAS]
Schuh im Gras, 19. Juni 2005
[ALEXANDERPLATZ ALS BAUSTELLE]
Alexanderplatz am 15. Juli 2006
[ZWEI TURNSCHUHE UND EINE FLASCHE BIER AUF EINEM VERTEILERKASTEN]
Bergmannstraße am 10. Juni 2006
[BAUSTELLE DER TRAM-HALTESTELLE DER M2 IN DER DIRCKSENSTRAẞE AM ALEXANDERPLATZ]
Dircksenstraße am 18. August 2006
[ZWEI POSTFAHRRÄDER HINTEREINANDER]
Poststau
[RUINE DES PALAST DER REPUBLIK]
Palast der Republik 28. April 2006
[PARISER PLATZ IN BERLIN ZUM ZEITPUNKT DER FUSSBALLWELTMEISTERSCHAFT 2006]
Pariser Platz am 15. Juni 2006
[PAPIERBILD BESTEHEND AUS EINER FRAU, AUF GLASBAUSTEIN MIT HERAUSGELÖSTEN PAPIERFLÄCHEN]
Tiffanypapier, heute
[PLATZ DER REPUBLIK IN BERLIN ZUM ZEITPUNKT DER FUSSBALLWELTMEISTERSCHAFT 2006 MIT BLICK VOM REICHSTAGSGEBÄUDE]
Platz der Republik am 15. Juni 2006

 

Nach einiger Zeit Pause kommt nun auch mal wieder ein Eintrag von mir. Mein Mann Stefan, unser Sohn Tim und ich haben am Wochenende den Hotelgutschein aus dem Schlemmerbuch ausprobiert. Zwei Übernachtungen mit Frühstück für zwei Personen und nur eine darf zahlen im Hotel Kröger ins Esens. Freitag nachmittag haben wir eingecheckt. Unser Zimmer war geräumig und sehr sauber. Das Kinderbett (kostenlos) war ein normales Reisebett mit Zusatzmatrazte und somit vollkommen ausreichend. Obwohl das Hotel an der Hauptdurchgangsstraße liegt, waren die Zimmer sehr ruhig. Das Frühstücksbuffett war große Klasse, frische Brötchen, Aufschnitt, mehrere Sorten Käse, Kaffee, Tee, Rührei, Würstchen und und und. Wer nicht satt wurde, selber schuld. An dieser Stelle möchte ich meinen Dank auch an das Personal aussprechen. Ihr habt euch so um uns bemüht. Es war ein Vergnügen bei euch Gast zu sein. Mit einem Kind (10 Monate) ist der ein oder andere Sonderwunsch leider nicht umgänglich. Teilweise brauchten wir diesen gar nicht äußern. Einfach klasse. War ein sehr entspannendes Wochenende. Jederzeit wieder. Das einzige nicht so positive ist der Normalpreis, der bei 60 Euro pro Person und Übernachtung liegt.

Island, Irland und Grossbritannien eint in der Wirtschaftskrise: sie haben mit die unreguliertesten Finanzmärkte überhaupt (gehabt?). Neben den USA sind sie auch am stärksten von der Krise getroffen worden. Vermutlich so getroffen, dass der IWF bei Island mit dem Standardrepertoire – Märkte liberalisieren – nicht viel reissen kann. Das hält die libertären Phrasendrescher aber nicht davon ab, an ihrer Dolchstosslegende zu stricken: der regulierende Staat ist Schuld!

[WELT BALLON DER FIRMA "BERLIN HI-FLYER" IM NEBEL ÜBER BERLIN]

 

Label auf der Brotkruste einbacken. Eine bescheuerte Idee. Scheinbar aber im Trend. Ich frage mich, welcher Schwachkopf darauf gekommen ist. Heute im Bio-Roggenbrot irgend so ein Bio-Bäppel. Ging gar nicht mehr ab. Lecker Esspapier. Und was steht in Zukunft bei Standardbrot? Vielleicht: Präsentiert von Monsanto, ihrem zuverlässigen Gen-Manipulator?

Zeichencodierung ist schon immer die hohe Schule des IT Verständnisses.

[HINWEIS ZUR VERKEHRSSITUATION IN BERLIN MIT EINEM & ZEICHEN IM TEXT]

 

Haider bei Autounfall gestorben. Singt Hansi Hinterseer jetzt Candle in the Wind?

[AUF PFLASTERSTEIN GESPRÜHTEST HERZ]

 

…Ich bin der Meinung, daß die Nichtwähler wie folgt im System berücksichtigt sollten: Auch für die Nichtwähler ziehen Volksvertreter ins Parlament. Sie erfüllen den Willen des Nichtwählers (so wie die Parteien immer behaupten, alle ihre Nachwahl-Koalitionen erfüllten den Wählerwillen). Die Nichtwähler-Abgeordneten tun das, was die Nichtwähler von ihnen erwarten: Nichts. Sie tun in Ausschüssen und Gremien nichts, sie tun nichts für die Lobbyisten. Dieses Nicht-Tun muß aber aktiv sein, d.h. die Abgeordneten stimmen mit ab. Sie stimmen gegen jedes Budget, jeden Gesetzesvorschlag…

Mehr…

Ein gar nicht so übler Vorschlag. Auf jeden Fall besser als der Vorschlag von Arnims, der vorsieht, dass die Gesamtzahl der Abgeordneten mit der Anzahl der Nichtwähler abnimmt.

Die Erschaffung von Birgte war für mich auch ein Experiment hinsichtlich des aufkommenden Hypes der location based services. Meiner Ansicht machen solche Dienst nur Sinn, wenn sie viele, sehr viele Informationen bereit halten. Mehr Informationen als zum Beispiel Autofahrer benötigen. So habe ich in die Karten den Birgter Briefkasten aufgenommen, die Telefonsäule und Fusswege. Die Geschäfte und Gaststätten fehlen noch und einige Informationen mehr.

Die Erfassung dieser Informationen ist aufwändig aber nicht unmöglich. Das Problem: unserer Welt ändert sich permanent. Postfilialen öffnen und werden geschlossen; Geschäfte öffnen und schliessen usw. Diese Informationen müssen ständig aktuell gehalten werden, damit sie für location based services Sinn machen. Und schon bei Birgte gibt es bei den grossen Anbietern Probleme. Weder Stadtplandienst.de noch Google Maps haben das Neubaugebiet um den Diekpool in Birgte im Angebot. Und dieses existiert immerhin seit knapp 2 Jahren. Bei Geschäften können 2 Jahre sehr lang sein.

Wie kann mit dieser Änderung umgegangen werden? Wie kann eine solche Karte aktuell gehalten werden? Wie kann es möglich sein, dass mehr als ein Anbieter aktuelle Informationen hat? Ein ziemlich kniffeliges Problem. Alleine der Use-Case einer Geschäftsaufgabe in einem solchen Verzeichnis zu erfassen ist problematisch. Der Inhaber oder Betreiber des Geschäftes hat vermutlich andere Probleme, als das Geschäft aus dem Verzeichnis auszutragen. Vielleicht ein Nachfolger, der das Ladenlokal übernimmt? Oder der Vermieter des Ladenlokals? Alles nicht ganz einfach, immerhin kann sich dann auch ein Konkurent als Eigentümer ausgeben. Um dies auch noch abzusichern wird der Verwaltungsaufwand zu gross. Und ein zentrales Unternehmen? Siehe Beschreibung im ersten Absatz: zu langsam und ausserdem sind die Daten dann wieder eingesperrt.

Karsten schlug ein Abomodell vor, ich bezeichne es als einen Lease. Wenn der Eintragende den Eintrag nicht nach einem gewissen Zeitraum bestätigt, dann wird der Eintrag gelöscht – nach einer Information und Vorwarnzeit via E-Mail. Einige Fragen bei diesem Modell: Warum sollte zum Beispiel die Telekom ihre Telefonzellen bei OpenStreetMap eintragen? Nach welcher Zeit soll der Lease erneuert werden? Um einigermassen aktuell zu bleiben alle 2-3 Monate? Wann wird der Lease-Geber die Schnautze voll haben und die Mails ignorieren? Vielleicht ein gestaffeltes Zeitmodell, der Lease wird immer länger dauern, je öfter er verlängert wird?

Ich bin sicher: location based services funktionieren nur nach dem offenen Wiki-Prinzip. Eine Menge Interessierter da draussen muss ein Open-Source Verzeichnis – wie es OpenStreetMap ist – versuchen aktuell zu halten. Daraus können sich dann die anderen Anbieter bedienen. Firmen wie Google, Tomtom oder Garmin können sich an einem solchen Dienst beteiligen und profitieren gleichzeitig von den aktuellen Karten. Langfristig, so bin ich überzeugt, wird die Kartenanbieter das gleiche Schicksal ereilen wie es Brockhaus und Encyclopædia Britannica ereilt ist: ihr Geschäftsmodell, welches 150 Jahre prächtig funktioniert hat, wurde in nicht einmal einem Jahrzehnt von der Wikipedia hinweggefegt.

Was mich bei der ganzen Wirtschaftskrise wundert: Täglich wird über Millardenverluste geschrieben, verlorenes Vertrauen. Aber es gibt keine wirklichen Pleiten. Kein Unternehmen, das wirklich die Grätsche macht, Tür zu und den Schlüssel für immer umdreht — abgesehen von Teilen der Lehman Brothers. Eine Bank schlüpft unter das Dach einer anderen, Staaten garantieren überleben und verstaatlichen eventuell. Wieso geht niemand wirklich richtig pleite?

Die genaue Definition des Labels Cloud Computing ist etwas wolkig ;-)

Abgesehen von zu wenig Schlaf fallen mir zu Wocheende ein paar Dinge ein. Zuerst einmal das Standardthema des ausklingenden Jahres.

Die Finanzkrise

Noch im Mai hatte Deutsche Bank Chef Ackermann das Ende der Krise vorhergesehen. Jeder kann sich mal irren im Zuge der 3-Monats Shareholder Berichte. Gegessen. Spannender hingegen finde ich die Tatsache, dass wir jetzt mit unserem Ersparten für unseres Erspartes einstehen, indem die Regierung das scheinbar so beschlossen hat. Ganz ohne das Parlament zu fragen. Der Staat – also ich und du – wir garantieren uns gegenseitig unser Erspartes. Den Banken wird auch noch dieses Risiko abgenommen, auf das sie jetzt noch riskanter handeln können. Vermutlich und wie immer, wird dies zum zukünftigen status quo.

Der 700 Milliarden Dollar Deal

Sehr interessant auch wie der 700 Milliarden Dollar Deal in den USA zustande gekommen ist. Nachdem er im ersten Anlauf gescheitert ist, werden jetzt halt noch 150 Milliarden Dollar mehr Schulden aus nicht vorhandenem Vermögen draufgesattelt. Steuerentlastung nennt sich das. Wovon die neuen Schulden zurück gezahlt werden sollen, wenn nicht aus Steuermitteln, muss die nächste Generation auslöffeln herausfinden.

Die Bundeswehr im Inneren

Mal wieder soll das Grundgesetz geändert werden. Wird dem Stimmvieh als Nothilfe verkauft – Nothilfe, so wie Notstandsgesetze. Wenn's mal eng wird soll beispielsweise die Marine der Wasserschutzpolizei helfen. Vermutlich auch anderen Polizeieinheiten. Natürlich nur bei Terrorismus… natürlich. Und weil Polizei Ländersache ist und Bundeswehr Bundessache, können die Länder jetzt weiter an der Polizei sparen und die Nothilfe zur Dauerhilfe machen. Demnächst also Rekruten mit MG-36 im Anschlag bei einer G8 Demo. Sowieso alles Terroristen, diese G8-Gegner. Da können dann auch mal 3, 4 Kilo Blei in die Menge geballert werden.

Fazit

Finanzkrise und Bundeswehr im Innneren. Beides erinnert stark an das Ende der Weimarer Republik.

Haben gerade mal 5 Minuten reingeschaut. Wirkt irgendwie, als sein Thomas Gottschalk inzwischen eine Animierdame auf QVC.

[WOLKEN SPIEGELN SICH IN EINEM NEUBAU AUF DEM ALEXANDERPLATZ. DABEI WIRD DAS GERÜST UM DEN NEUBAU ABGEBAUT UND ES SIEHT AUS, ALS SEI DER NEUBAU DURCHSICHTIG.]
Durchsichtiger Neubau