Gabi und Sascha
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Die beiden Kontrolettis vorhin in der U8, zwischen Kottbusser Tor und Moritzplatz, hatten zwei Bodyguards dabei. Sehr beruhigend nach der Hundertschaft vom Donnerstag am U-Bahnhof Jannowitzbrücke.

Mit Copycat wird ein Geschäftsphänomen bezeichnet, dass auf Immitation Plagiat statt Inno­vation beruht.

Eine Firma hat eine innovative Geschäftsidee, setzt sie um und verdient Geld damit. Copy­cats nehmen diese inno­vation Geschäftsidee und bauen sie nach. Die ur­sprüng­lich inno­vative Firma bekommt 60% Markt­anteil, die Copy­cats begnügen sich mit dem Rest. Das ist für die Kopisten kein Pro­blem, da sie auch weniger Risiko tragen — die Ge­schäfts­idee hat bereits ge­zeigt, dass sie funk­tio­niert.

In der deutschen Web-Branche wurde dieses Geschäftskonzept von den Samwer Brüdern eta­bliert. Sie grün­deten das Internet-Auktionshaus alando.de nach dem Vorbild des US-amerikanischen Unternehmens eBay. Sechs Monate nach der Gründung verkauften sie alando.de für 50 Millionen Dollar an eBay. Es ist nicht bekannt, ob sie das Geschäftsmodell des Copycats ihrerseits kopiert haben — anzunehmen ist es.

Seit alando.de-Zeiten funktioniert 90% des deutschen Web 2.0 Business nach diesem Prinzip. Wirkliche Inno­vationen im Netz kommen nicht aus Deutsch­land. Plagiate wohin geschaut wird. Vor diesem Hinter­grund ist es bizarr, wenn sich die Bundesregierung gegen Produktpiraterie stark macht. Copy­cats sind nichts anderes.