Gabi und Sascha
Tags - Kategorien : Alle | Berlin | Bücher | Java | Linkhalde | Weichware | Verfassung

[next generation media] Am Montag bin ich auf der Konferenz Internet der Dinge im Bundeswirtschaftsministerium gewesen. Leider konnte ich m zweiten Tag nicht mehr hingehen, als es um RFID in der Logistik ging. Am ersten Tag ging es mehr um Consumer-Produkte. Nach der Begrüßungsprozedur durch Ministeriumsvertreter sprach Wolfgang Wahlster vom DFKI. Der übliche Sermon vom Web 3.0 - Web 2.0 haben Industrie und Bundesregierung ja verschlafen. Und genau da zeigte sich das Kernproblem der ganzen Veranstaltung: sie war zu regierungszentrisch. Als ob eine Regierung bei den Geschwindigkeiten des Internets mithalten kann.

Heimvernetzung

Das Niveau der Veranstaltungbeiträge war auf dem Level: Tim Berners-Lee, Erfinder des Internet… Die Heimversetzung war einer der grossen Bereiche in der Consumer-Ecke. Es ging darum, das Licht mit Hilfe des Rechners zu dimmen oder die Rolladen herunter zu lassen. Nicht, dass dies die Killeranwendungen seien, aber die Technologie dahinter sei die selbe. Herausforderung: noch seien gar keine Heimnetze vorhanden. Hier sahen die Vertreter der einzelnen Institute die WLAN-Technologie als zentrales Element. Auf den Einwurf, wie denn das Problem von Datenraten bis 20 MBit/s bei HDTV in den Griff zu bekommen sei — immerhin bei Miethäusern wie in Berlin kein unbedeutendes Problem — wurde als Lösung das warten auf neue Standards empfohlen. Na, da können wir ja noch einige Jahre auf die Heimvernetzung warten.

Die Vision von Loewe in Bezug zur Heimvernetzung ist der Fernseher als zentrales Steuerelement. Eine Vision, die ich schon seit 10 Jahren höre. Ob es wirklich so sinnvoll ist in Zeiten von Netbooks auf ein immobiles Gerät zu setzen wage ich zu bezeifeln. Überhaupt nahm der PC nur eine sehr untergeordnete Stellung in der Loewe Architektur ein. Aus Sicht der Industrie ist das auch notwendig, da der PC als offene Plattform auch den Einsatz von DRM unsinnig erscheinen lässt.

Überhaupt war sehr viel von offenen Systemen die Rede. Allerdings wurde nie näher darauf eingegangen wie der Begriff definiert ist. So fand sich in den Folien von Sercho in der Architekturbeschreibung ein Sercho Repository. Dieses stellt Services bereit. Dabei scheint Sercho auf OSGi und Java zu setzen – erstaunlich mit Microsoft als Partner. Wie allerdings Services in das Repository kommen wurde nicht klar. Wenn Sercho das kontrolliert ist es eben nicht mehr offen. Ich hatte den Eindruck Offenheit wird vorgegaukelt, um Information wieder einzusperren. Das wird nicht funktionieren.

Telemedizin

Am Nachmittag ging es um Telemedizin. Einzig spannend für mich war die Vorstellung der iinprimo Idee. Nicht, dass ich überaus sportlich bin, aber privat interessiert mich die Erfassung von Vitalparametern des Körpers schon. Insbesondere wenn diese mittels eines Handys weiter verarbeitet werden. Das Handy bekommt die Information via Bluetooth. Das Projekt wurde bereits in zwei Real World Veranstaltungen getestet: Rennsteig Trial (73 Kilometer Ausdauerlauf) und Asthma Trial. Beim Rennsteig Trial hat sich gezeigt, dass die meisten Geräte nach 7 Stunden bei 5-7 Bluetooth Connections schlapp machen.

Inprimo versucht sein Tool mittels Vodafon ueber die Telemedizin-Schiene in den Markt zu drücken. Dies stiess in der anschliessenden Diskussionsrunde auf Unverständnis. Es kam die Frage auf, warum nicht über die Fitness-Schiene? Die Antworten waren eher ausweichend, deuteten aber darauf hin, dass im regulierten Markt des Gesundheitswesens mehr Musik ist, wenn der Gesetzgeber es in den Leistunsgkatalog aufnimmt und verpflichtend macht. Ein Vertreter der Krankenkassen (schon erstaunlich wer alles bei so einem Kongress anwesend ist) macht allerdings geltend, dass die Technik nur die halbe Miete ist. Angepasst werden müssten bei solchen Systemen die gesamten Prozessketten wie: Call Center informieren, Arzt alarmieren wenn's kritisch wird usw. Dies schien das Projekt inprimo vorerst ausgeblendet zu haben.

Fazit

Die obigen Zeilen sind ein kurze Übersicht über die theoretische Hälfte der Fördersumme des BMWI: 20 Millionen Euro.

Unser Hauswaschmittel ist Ariel. Aber auf Dauer war das doch langweilig und teuer. So habe ich mal aus dem Angebot Persil mitgebracht. War 50 Cent günstiger.

Leider war das ein Fehler. Das Zeug hat so viel Duftstoffe drin, dass ich den Wäscheständer am liebsten aus dem Schlafzimmer verbannen würde....

Fazit: Never again

Ich bin gestern mal wieder zu Ikea nach Osnabrück gefahren. Habe mir ein Bücherregal 1,85 x 1,85 m gekauft. 3 Kartons ca. 2,00 m lang. Hilfe im Laden war kein Problem, am Auto dagegen schon. Leider war weit und breit kein Mensch zu sehen. Also Pakete alleine wuchten. Auch geschafft. Super. Bring den Einkaufswagen zurück, bin wieder am Auto, da steigt doch glatt aus dem Wagen neben mir ein Mann mittleren Alters aus und sagt (O-Ton):"Hätte nicht gedacht, daß sie das schaffen!" Mir ist doch glatt alles aus dem Gesicht gefallen. Bin vorsichtshalber direkt und ohne Kommentar ins Auto, sonst wäre gottweißwas passiert. Super Hilfe. Danke!!!

Ein Grund, weswegen ich diese Stadt liebe: vor dem Haus wird gebuddelt. In das ausgehobene Loch klettert ein sichtbar nicht verwirrte Frau und startet einen Gebetstanz, vollzieht irgendwelche mythischen Bewegungen. Zwischendurch unterhält sie sich mit den Bauarbeitern. Passanten gucken zwar mal, aber es scheint das Natürlichste der Welt zu sein.

[BUCHCOVER] Kind 44 ist der Debütroman von Tom Rob Smith. Für ein Debüt sehr gut und trotz der brutalen Handlung (Kindermorde am laufenden Meter) zu empfehlen. Das Buch ist eine Mischung aus Krimi und Polit-Thriller. Es spielt im letzten Jahr der Stalin-Diktatur in der UdSSR. Dabei verarbeitet Smith grob die Geschichte des Massenmörders Andrej Tschikatilo, die er in dieses finsterste Kapitel der russischen Geschichte verlegt.

Die erste Hälfte des Buches beschreibt das Leben in der Sowjetunion jener Jahre. Die Überwachung, das Misstrauen aller gegen alle, die ganzen Widersprüche eines totalitären Systems. Der Archipel Gulag und Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch lassen grüssen. Smith hat sich für seine klaustrophobische Geschichte eine dankbare Zeit ausgesucht und beschreibt den Zynismus und die Brutalität jener Zeit sehr anschaulich.

Im zweiten Teil geht es dann um die eigentliche Jagd nach dem Mörder. Dabei wird der Jäger Leo – ein in Ungnade gefallener Mitarbeiter des KGB Vorgängers MGB – selbst immer mehr zum Gejagten. Der Spannungsbogen steigt ruhig aber stetig an, mündet dann leider in einer etwas platten Auflösung des Verbrechens.

Ein paar mal hatte ich den Eindruck, das Smith die Geschichte nicht logisch im Griff hat. Immer wieder hat es dafür dann wieder sehr tiefgründige Erklärungen gegeben. Diese Ebenen der Geschichte empfand ich als wohltuend. Sie heben sich ab von dem, was heute allgemein als Thriller verkauft wird: platte Handlungen mit zu vielen Zufällen, allwissenden Superagenturen und/oder blödsinnigen Supermaschinen wie in Dan Browns Illuminati.

ISBN-13: 978-3832180560

Gestern am Alex klauten mir die Spatzen das Brot direkt aus der Hand. Also Vorsicht an alle Besucher!