Die Schlange, an der man sich anstellt ist immer die langsamste.
Heute ausprobiert. Kassen kurz in Augenschein genommen. Vermeintlich langsamste Kasse ausgewählt. Obige Erkenntnis bestätigt.
Bei Nokia wurde die Gängelung des Benutzers besonders weit getrieben. Wo kommen wir den hin, wenn Programme flüssig zu bedienen sind. Mit einem selbsterstellten Zertifikat (ohne geht gar nix) fragt die Applikation beispielsweise: das Programm möchte eine Dateioperation ausführen. «Das Programm möchte Verzeichnis X lesen. Erlauben sie dies?» Ja. «Das Programm möchte Datei A bearbeiten. Erlauben sie dies?» Ja. «Das Programm möchte in Datei A Daten schreiben. Erlauben sie dies?» Ja.
So geht der Bockmist in einer Tour weiter. Das Menü, in welchem eingestellt werden kann, dass das Programm nicht zu lästig wird: tief in den Eingeweiden des S60 Systems verborgen (bei S40 gibt es keinerlei Einstellmöglichkeiten). Allein: bei den Dateioperationen kann nur ganz verboten oder immer fragen eingestellt werden. Was für ein Usability-GAU.
Warum kann das System nicht einfach einmal fragen: vertrauen sie diesem Zertifkat? Ja, Nein, weiss nicht. Bei Desktopsystemen funktioniert das doch auch. Abgesehen von der Tatsache, das da draussen sowieso 99% der Benutzer mit dem ganzen Zertifikateschnickschnack nichts anfangen können. Da wird immer auf «Ja» geklickt.
Und jetzt kommt bloss keiner und sagt: schaff dir doch ein Zertifikat von Verisign oder wem auch immer an. Für ein Programm, dass ich nur privat benutze?
Zwei Debattenbeiträge zur Zensur im Internet. Der eine von Dieter Wiefelspütz (SPD), dessen herablassende Arroganz und Inkompetenz Petronella bereits ausreichend gewürdigt hat. Er gibt – laut einer AFP Meldung folgendes zum Besten:
Natürlich werden wir mittel- und längerfristig auch über andere kriminelle Vorgänge reden. Es kann doch nicht sein, dass es im Internet eine Welt ohne Recht und Gesetz gibt.
Zumindest ist Wiefelspütz ehrlich. Auch wenn er wieder das unsinnige Argument des Internets als rechtsfreien Raum bemüht. Das Zitat gibt die Richtung vor: es geht darum das deutsche Internet sauber zu halten. Frei von schädlichem Einfluss. Zensur von Internetseiten auch zu unserer eigenen Sicherheit. Schönen Gruss von Erich.
Subtiler ist da schon das Zitat von Zensur vom CDU Bosbach:
Ich halte es für richtig, sich erstmal nur mit dem Thema Kinderpornografie zu befassen, damit die öffentliche Debatte nicht in eine Schieflage gerät.
Die Salamitaktik wunderbar in schöne, runterkochende Worte verpackt. Und doch politiksprechmässig schon mal drauf hinweisen: wenn's dann durchgesetzt ist, dann werden andere Seiten aufgezogen. Dann muss die Debatte noch mal gestartet werden. Ob es nicht auch sinnvoll sein kann eine Partei mit Stasivergangenheit im Internet zu zensieren? Immerhin wird sie ja vom Verfassungsschutz beobachtet. Jenem Verfassungsschutz der Wolfgang Schäuble und die CDU mit ihrer Stasigegenwart nicht beobachtet. Obwohl die weitaus schlimmer für unsere Verfassung sind als Die Linke, die sowieso keine Macht hat.
Aktueller Mitzeichner Stand: 111027 Unterschriften
Nachtrag: Wiefelspütz dementiert Zeitungsbericht über angebliche Ausweitung von Internetsperren. Wobei ich bei dem Abgeordnetenwatch Beitrag über das Keine Silbe ist von mir autorisiert
gestolpert bin. Fürchterlich dieser Kontrollwahn durch Autorisierungen von Interviews.
Quelle Icon: Wurstblog
