Gabi und Sascha
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Ach herrje. Es gipfelt mal wieder: IT-Gipfel. Die üblichen Verdächtigen.

Stolz wird ein konkreter Theseus Output präsentiert – endlich einmal. Wieviel Steuermillionen sind dafür versenkt worden? Aus eigener Erfahrung mag ich gar nicht daran denken, was damit alles quersubventioniert wurde. Und sowas wird als Leuchturmprojekt dargestellt.

Und dann natürlich die glorreiche Idee verseuchte Rechner mittels Netzwerkdatenanalyse zu identifizieren. Das ist nicht nur ein echter Brüller. Es zeigt auch, wie sich Politik und die ihr ergebenen Lobbyverbände die Zukunft der vernetzen Gesellschaft vorstellen: ähnlich wie die unsägliche Sperrdebatte – oberflächlich schauen und dabei die Freiheit mit Füssen treten. Botnetze arbeiten im Verborgenen. Bots nisten sich auf Rechnern ein und versuchen nicht entdeckt zu werden. Aktuell mögen sie vielleicht etwas offen kommunizieren. Was wird aber passieren, wenn durch eine wie auch immer geartete totale Analyse des gesamten Netzverkehrs durch Provider, dieser Datenverkehr bekämpft werden soll? Richtig: die Kommunikation wird ⒜ verschleiert und die Kommunikation wird ⒝ über Overlaynetzwerke abgewickelt. Mit dem Ergebniss: die alten und schwachen werden gefunden und der Benutzer wiegt sich in trügerischer Sicherheit. Selbstverständlich geht es auch um Sanktionen. Der Benutzer soll, so er nicht freiwillig mitmacht, gezwungen werden. Menschen überzeugen? Nicht doch. Zwang ist überhaupt wohl das Einzige, was in diesem Land verstanden wird. Was bei mir wiederum die Frage aufkommen lässt: wer haftet wenn mal was nicht so hinhaut wie es soll? Daten unwiderbringlich verloren sind? Die ISPs?

Es scheint sich aber ein Trend abzuzeichnen: Provider und ISPs werden stärker eingebunden in die totale Überwachung des Datenverkehrs. Provider und ISPs müssen heute schon die Daten für die Vorratsdatenspeicherung sammeln, in Frankreich und Großbritannien sind sie der verlängerte Arm der Contentindustrie (Stichwort: Three-Strikes-Out). Der Provider und ISP: mein Blockwart.

Und unser neuer Innenminister? Thomas de Maizière gibt sich scheinbar selbstkritisch wenn er sagt dass der Staat seine Bürger mit einem Generalverdacht belegt hat. Seine Aufgabe sei es diese Kluft zu überwinden. Scheinbar kein Wort darüber, die Gesetze, in denen dieser Generalverdacht mündet, zu überarbeiten und abzuschaffen. Stattdessen solle ein Dialog des Vertrauens geschaffen werden. Wie immer also: reden und weitermachen wie bisher – darüber etwas nettere Polit-PR giessen.

Einzige Hoffnung: bisher haben diese IT-Gipfel heisse Luft produziert.




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