Wie bei DOS 1.0 kam ich mir vor. Ich wollte Fotopapierabzüge von Bildern machen. Im Media-Markt am Alex. Die Bilder hatte ich auf einem simplen USB-Stick dabei. Also eingesteckt am Fuji-Film Automaten und… ich traute meinen Augen nicht. Ihr müsst wissen, auf dem Stick sind knapp 6 GB Daten – in über 400 Verzeichnissen. Der Fuji-Film Automat zeigte mir alle Verzeichnisse an, untereinander. Nicht die Top-Level Verzeichnisse, durch die ich mich dann durch navigieren kann – das sind nur 8 gewesen. Nein, alle. Sortiert nach… das Schema habe ich nicht heraus gefunden. Auf jeden Fall nicht alphabetisch. Die Liste hat auch keinen Slider, um einfach zu scrollen. Nein, um einen Eintrag zu überspringen musste jeweils ein Knopf geklickt werden. Die Verzeichnisse wurden auch nicht mit vollem Namen angezeigt, sondern in verkürzter 8.3 Schreibweise. VFAT? Was ist das?
Okay, ich war da, ich wollte meine Bilder. Also knapp 120 mal auf diesen blöden Knopf gedrückt – nennt mich dämlich; akzeptiert. Verzeichnis gefunden. Allerdings, die Bilder aussuchen war von genauso intuitiver Bedienung. Als ich zwei ausgewählt habe – wie auch immer – habe ich einmal zuviel "zurück" geklickt. Und was soll ich euch schreiben? Ich landete wieder in der Auswahlliste der Verzeichnisse. Natürlich hat sich diese grandiose, sagenhaft intuitive Fuji-Film Automatensoftware nicht die Position gemerkt. Nope. Alles zurück auf Los. Dazu verurteil, noch einmal 120 mal auf den Button zu klicken? Ich habe das Urteil fluchend abgelehnt.
Ich bin als Softwareentwickler selbst kein Genie in intuitiven UIs. Aber sowas hätte selbst ich besser hinbekommen. So ein Bediendkonzept war schon vor 20 Jahren Benutzern nicht mehr zuzumuten. Geschweige denn an einem anonym zu bedienenden Automaten, mit dem auch Lieschen Müller ihr Fotos ausdrucken will.
Ich versuchs jetzt mal mit einem Online-Shop.
Flash ist in die Webseite eingebunden. Für irgend eine Werbung. Diese wird zwar vom Gehirn ausgeblendet, nicht jedoch vom Prozessor. Der lief heiss. So heiss, dass die Lüfter zur Höchstform aufliefen. Als Übeltäter war exakt diese Flash Applikation zu identifizieren. Und leider ist sowas nicht zum erstenmal passiert.
Es war keine leichte Entscheidung. Über Werbungen werden immerhin die meisten kommerzielle Webangebote finanziert – mehr oder weniger. Trotzdem: ich habe jetzt eine Flashblocker installiert. Wer nicht hören will muss fühlen. Durch geringere Werbereichweite.
