Gabi und Sascha
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Geschichten und Hintergründe zu den Bildern
Auf dem ehemaligen Schlachthofgelände in Berlin Pankow (Prenzlauer Berg) entsteht ein neues Stadtquartier. Neben neu gebauten Reihenhäusern (Neudeutsch: Townhouses) existieren immer noch einige Ruinen; notdürftig gesichert. Diese Bilder sind in der Ruine der Darmschleimerei (mit Restauration) in zwei Sessions entstanden. Wir waren nicht die ersten Besucher dort. Der Innenhof scheint regelmässig von Graffiti-Sprayern besucht zu werden, die dort üben. Das restliche Gebäude ist durch mutwillige Zestörung stark beschädigt. In schwarzweiss bekommt die Zerstörung in meinen Augen eine makaber-schöne Ästehtik, auch wenn Gabi und Karsten nicht alle Bilder in schwarzweiss dargestellt hätten. Ich gehe in der Geschichte hinter den Bildern speziell darauf ein.

Alle Bilder sind im Picasa Album zu sehen.

[ÜBERDACHTER INNENHOF IN STRENGER GEOMETRIE AUFGENOMMEN. MITTIG VON OBEN NACH UNTEN CA. ¾ DES BILDES DURCHLAUFEND: DER GIEBEL. DAS DACH IST AUS GLAS UND MERKWÜRDIGERWEISE KAUM ZERSTÖRT] Der Innenhof der Darmschleimerei aufgenommen vom Durchgang eines kleinen nördlichen Innenhofes mit Blick Richtung Süden. An der Wand auf der gegenüberliegenden Seite sticht ein einfaches Graffiti leuchtend hervor. Es soll wohl ein höheres Wesen darstellen und besteht nur aus einem weissen Strahlenkranz um ein paar schwarze Konturstriche. Die innere Farbe ist die Farbe der Mauer. Das Bild beherrscht visuell den ganzen Innenhof. Mehr Details sind auf dieser Aufnahme aus der östlichen Galerie zu erkennen.

Die Aufnahme selbst ist eine HDR Komposition aus einer Belichtungsreihe. Ich habe das HDR dem Original vorgezogen, weil das Original zu flach war. Die Aufnahmen der Darmschleimerei sollen auch weniger dokumentarischen Charakter haben. Sie sollen gut aussehen und Stimmungen darstellen.


[FRONT EINER ALTEN FABRIKHALLE MIT HERAUSGESCHLAGENEN SCHEIBEN] Dieses schwarzweisse Bild ist ebenfalls als HDR entwickelt worden. In einem späteren Eintrag schreibe ich einmal, warum ich das Original nicht gelungen finde. Nur soviel: es hängt mit meiner Rot-Grün-Blindheit zusammen. Karsten findet das Original und die farbige HDR Variante besser. Technisch wurde nur ein wenig freigestellt, geschärft, die Gradationskurve flacher gemacht und in schwarzweiss umgewandelt.

Dargestellt wird der nördliche Innenhof an der Restauration. Wer sich die Mühe macht und das Bild vergrössert anschaut, wird das zerstörte Klo im mittleren oberen Fenster wieder finden. Am unteren Ende des Drainagerohres entstand eines der Moosbilder.


[UMGEKIPPTE BADEWANND VORNE MIT BLICK AUF EIN ZERSTÖRTES KLO DURCH EIN FENSTER. ] Auf der gegenüberliegenden Seite zum vorherigen Bild ist diese Aufnahme entstanden. Da ich keinen Blitz habe und es an diesem Ort auch am Tag sehr dunkel ist, musste ich bei 42mm (entsprechend 84mm Kleinbild) und Blende ƒ 8 mehrere Sekunden mit Stativ belichten. Damit wegen des Gegenlichtes aus dem Hof Details zu erkennen sind, ist auch dieses Bild als HDR entwickelt worden. Zur Entwicklung kann kaum etwas gesagt werden. So wie es aus der Kamera kam wurde es in Photomatik zusammen gesetzt. Es fand keine übertriebene Bearbeitung statt (Preset Friedhof 2). Danach wurde nur noch in schwarzweiss umgewandelt.

An dem Bild mag ich besonders die Spiegelung auf den Kacheln an der linken Seite. Der schräge Balken, oben rechts, ist eine Leiter, die zu einem Oberlicht führt. In der Badewanne liegen und den Sternenhimmel betrachten. Ist bestimmt romantisch… an einem anderen Ort.


[OFFENE MIT GRAFFITE BEMALTE SICHERHEITSTÜR. UNTEN IN DER MITTE STEHT NOCH EINE SPRÜHDOSE] Zu diesem Bild gibt es nicht viel zu schreiben. So wie es beim ersten Mal, die wir in der Darmschleimerei waren, entstanden ist, so ist es auch hier abgebildet. Lediglich eine automatische Tonwertkorrektur und eine Kräftigung wurden durchgeführt. Grund: das Bild wurde im Raw-Format aufgenommen (Hintergrund). Kleine Freistellung. Die Mauer ist etwas orangener als in der Realität, weil die Farbtemperatur nicht korrigiert wurde. Das war es dann auch schon.


[BLICK AUS EINEM FENSTER MIT ZIEGELSTEINUMRAHMUNG AUF EINE TOR MIT TREPPE] Links - Fenster am Treppenhaus auf der Ostseite zum Innenhof mit Blick auf Treppenaufgang zum Ausgang an der Westseite. Aha.

Wieder ein HDR Bild. Wieder ist der Grund der hell-dunkel Kontrast. Auf den Originalbildern ist das Mauerwerk nur ein schwarzer Rahmen um das Fenster. In der überbelichteten Version wiederum ist das Mauerwerk des Innenhofes fast nicht mehr zu erkennen. Leider ging bei der Verrechnung auch etwas die regnerische Stimmung des Bildes verloren. Vielleicht bekomme ich dies irgendwann einmal besser hin. Momentan fehlt mir noch die Erfahrung. In Farbe ist das Bild langweilig.

[STAHLTRÄGER MIT BLICK AUF WELLENLAGER EINES LASTENAUFZUGES. SEHR GROSSE TIEFENSCHÄRFE.] Das Bild wurde etwas freigestellt und gedreht, um das Fenster mittig zu bekommen. Die Gradationskurve wurde etwas flacher gemacht und das Rauschen leicht geglättet.


Rechts - Eines der Wellenlager des Lastenaufzuges. Ebenfalls eine HDR Entwicklung. Diesmal allerdings nicht wegen des Lichts. Davon gab es genug. Vielmehr habe ich auch mit dieser Technik entwickelt, um den dargestellten Effekt zu erzielen. Das sowohl Licht als auch Schatten und die Tiefenschärfe ganz gut werden hatte ich schon vor Ort gewusst geahnt. Eine künstliche Vignettierung hat auch nicht stattgefunden. Es wurde nur mit jedem Entwicklungsschritt spannender. Am Ende hat nicht die einfache schwarzweiss-Umwandlung, sondern die Anwendung des Blaufilters mit hohem Kontrast in LR den Ausschlag gegeben.