Gabi und Sascha
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Hintergrund
[ORIGINALBILD DES NEBELBILDES IN DER HEIDENFELDSTRAßE] Nebel in der Grossstadt. Ein oder zweimal im Jahr kommt es vor, dass in Friedrichshain um 9 Uhr noch Nebel steht. Ein seltenes Ereignis also. Diesmal habe ich mir beim Brötchenholen die Kamera geschnappt und die Heidenfeldstraße, in der wir wohnen, abgelichtet.

Das Bild habe ich dann etwas freigestellt, eine leichte Vignette wurde eingebaut und der LR Filter Kreativ (Farbe) - Farb-KP 3 angewendet. Dann noch das Bild in Schwarzweiss umgewandelt und dabei den Kontrast verringert. Leider, leider gibt es im oberen rechten Drittel einen Staubkornschatten (schräg über der Laterne).

Knapp 30 verpixelte Häuser in Streetview im Eberty Kiez entpixelt und bei Panoramio eingestellt. Erstaunlich: nach nur 24 Stunden sind die letzten 5 Bilder positiv reviewed worden. Manchmal dauert sowas sonst über eine Woche… hmm?

Fehlt jetzt nur noch eine Verknüpfung mit Openstreetmap. Wie kann sowas hinbekommen werden ohne von den Kosten erdrückt zu werden?

Wohin geht die Reise, wenn die Überwachungshardliner es vielleicht geschafft haben die Vorratsdatenspeicherung wieder einzuführen? Im Sinne eines totalen Überwachungsstaates kann können blosse Verbindungsdaten nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Ich weiss zwar wer wann mit wem kommuniziert hat (oder seine Maschinen), ich weiss aber nicht was.

Hier zeigt uns Voker Kauder von der CDU den Weg:

Wir müssen bei der Bekämpfung von Terrorismus auch auf Telefongespräche die etwas länger zurückliegen zurückgreifen können.

Es geht also nicht um die Vorratsdatenspeicherung nur von Verbindungsdaten. Es geht um die Totalerfassung aller Kommunikationsinhalte. Einem Polit-Profi, wie es Volker Kauder ist, unterlaufen solche Forumlierungsfehler nicht.

Der Fahrplan aus dem besten der Stasi scheint also bereits abgesteckt: als nächstes werden auch die Kommunikationsinhalte aufgezeichnet werden müssen.

Nicht umgekehrt. Hat ein Mensch mehrere Vorname, dann kommt in den hoheitlichen Bereich des elektronischen Personalausweises der erste Name. Nicht der Rufname. Weil irgendwer es so will. Und es keinen Rufnamen gibt. Basta. Die Verwaltung und das Recht und die Wirklichkeit. Zwei Dinge die nicht zusammen passen.

Schon beim biometrischen Bild müssen sich die Bürger den Maschinen unterordnen. Individualität muss sich der maschinellen Durchrasterbarkeit der Bevölkerung unterordnen. Weil Maschinen zu dämlich sind Individualität zu erkennen (merke: Maschinen sind immer dämlich). Jetzt auch noch beim Namen.

Diese arrogante Ignoranz der Verwaltung gegenüber dem Souverän widert mich an.

[MENSCH WILL IN RUINE DIE MIT GRAFITTI ÜBERMALT IST, BIERFLASCHE MIT FUSS WEGSCHIESSEN]

 

[KIEFER VOR WOLKEN]
Kiefer vor Wolken in Wandlitz

 

[SCHILF IN SCHWATZ-WEISS]
Schilf am Torfmoorsee

 

[ÜBERBELICHTETE UND SEHR GLATTE WASSEROBERFLÄCHE MIT BÄUMEN AM HORIZONT. DER HIMMEL IST ÄHNLICH HELL WIE DAS WASSER UND SEHR GLATT UND OHNE KONTUREN]
[SEHR DUNKEL BELICHTETE AUFNAHME EINES SEES MIT SEHR STRUKTURIERTEM HIMMEL UND LICHT IM ZENTRUM DES BILDES]
Mehr über die Bilder
[VERKLEINERTES ORIGINALBILD NACH HDR UMWANDLUNG] Die beiden Bilder sind am Torfmoorsee in Bevergern entstanden. Beide entstammen dem gleichen Ausgangsmaterial, einem dreifach belichteten HDR Bild. Die Bilderreihe wurde mit dem Photomatic Preset Friedhof in ein TIF 16 umgewandelt (rechts oben). Das entstandene Bild wurde dann in LR importiert. Dort entstanden aus dem Ursprungsbild die beiden obigen Bilder.

[SEHR DUNKEL BELICHTETE AUFNAHME EINES SEES MIT SEHR STRUKTURIERTEM HIMMEL UND LICHT IM ZENTRUM DES BILDES] Die Entstehung der Dramatik des Bildes war nicht schwer heraus zu arbeiten. Es wird wurde der Schwarzweiss Kreativ Filter Aussehen 1 angewendet. Dann die Dynamik um 5 reduziert. Die Schärfe wurde um 10 Punkte reduziert und die Luminanzglättung auf 20 gesetzt. Im entstandenen Bild mussten noch ein paar weisse Punkte im unteren dunklen Bereich weggestempelt werden. Diese waren mit umgebenden Höfen maximal 4x4 Pixel gross. Das war es auch schon.

[ÜBERBELICHTETE UND SEHR GLATTE WASSEROBERFLÄCHE MIT BÄUMEN AM HORIZONT. DER HIMMEL IST ÄHNLICH HELL WIE DAS WASSER UND SEHR GLATT UND OHNE KONTUREN] Das Bild auf der rechten Seite wurde komplett anders bearbeitet. Zuerst wurde die allgemeine Tonwertkorrektur angewendet und das Bild gekräftigt. Dann in der Gradationskurve der mittlere Kontrast angepasst. Die Schwarz-Weiss-Umwandlung wurde mit meinem liebsten Schwarz-Weiss-Filter, dem Blaufilter, durchgeführt. Die Klarheit wurde auf -100 gesetzt und die Helligkeit auf +20 gesetzt. Die letzten Schritte der Sanftmachung erfolgten dann durch die Luminanzglättung auf +100 (Rauschunterdrückung) und der Wert Aufhelllicht auf +20 gesetzt.


Die Originaldaten im Olympus Raw Format (ORF) können hier (31 MB) herunter geladen werden.

Notizen zu den Bildern und Karte
Letzte Woche waren wir mal wieder in Minsk. Die Bilder sind die Quintessenz von knapp 330 Aufnahmen, die ich diesmal gemacht habe. Weiter Bilder findet ihr im Eintrag über den ersten Besuch in Minsk.

Würden wir unseren Gastgebern etwas über das Berlin Festival of Lights erzählen, würden sie uns nur müde lächelend oder verständnislos anschauen. In Minsk gibt es dieses Schauspiel jeden Tag. Zusammen mit den Strassenlaternen geht zu einem gesetzlich festgelegten Zeitpunkt die Fassadenbeleuchtung an. Hausbesitzer an bestimmten Straßen sind ausserdem verpflichtet die Fassadenbeleuchtung zu installieren. Und einige beleuchten nicht nur die Fassaden, sondern sie wechseln auch die Farben. Dies führt dann dazu, dass man beim Hotel Planeta, in dem wir abgestiegen sind, an einen Puff denkt. Obwohl… wenn ich an das Publikum ab 9 Uhr Abends in der Hotelbar denke… da ist was dran.

Das Bild zeigt links das Eingangsportal des Minsker Rathauses und die Kathedrale der Heiligen Jungfrau Maria.

Das Bild ist ein sogenanntes Available Light Image. Es wurde ohne Auflage oder Stativ aus der Hand geschossen.
Technische Daten
ISO800
Blende5.6
Brennweite38mm (entsprechend 76mm Kleinbild
Belichtung1/8 Sekunde


Blick vom Vorplatz der Kathedrale des Heiligen Geistes Richtung Siegesallee. Hinter dem gelb leuchtenden Haus auf der rechten Seite wurde der älteste Teil Minsks ausgegraben.

Auch dies ist ein Available Light Bild. Das Bild entstand bei ISO 100 und 1 Sekunde Belichtungszeit. Entweder kann ich mich selbst Old Surehand nennen oder der Bildstabilisator leistet ganz Ungewöhnliches.


Kino Mir in der Kozlovastraße (ул. Козлова). Ebenfalls ein Available Light Bild. Bei ISO 200 und 1/3 Sekunde Belichtungszeit aufgenommen.

Frieden (Mir) ist so eine Sache bei dem Bruce Willis Film. Aber es gibt ja auch Colts, die Peacemaker heissen.


Die Minsker Altstadt. Die Minsker Altstadt ist wie das Nikolaiviertel in Berlin: ein künstliches, in der 1970er Jahren rekonstruiertes Betonaltstadtviertel. Ich muss zugeben, ich war etwas enttäuscht.

2,5 Sekunden Belichtungzeit bei ISO 200 und Blende: 7,1. Da ist auch mit ruhiger Hand und Bildstabilisator nichts mehr zu machen. Das Bild ist durch Auflage auf der Uferbefestigung am Swislatsch entstanden.


Die Altstadt geht direkt über in diesen wunderschönen Wohnblock an der Starovilenskayastraße (Старовиленская ул.).

Ebenfalls durch auflegen auf die Uferbefestigung am Swislatsch entstanden.


Das Hotel Belarus. Laut Aussage unserer Gastgeber und einer Stadtführerin nicht gerade das Beste Hotel am Platz. Die Legende sagt, dass die Zimmerkategorien nach der Zimmertemperatur bestimmt wird. 0-5℃ ist am günstigsten. 10-15℃ die Präsidentensuite. Immerhin spielt der Gipsyking Eishockey :-)

Das Bild ist als HDR bearbeite worden.


Denkmal für die getöteten weißrussischen Soldaten im Afghanistankrieg (Träneninsel) vor Teilen der Altstadt. Im Krieg in Afghanistan sind 711 weissrussische Soldaten umgebracht worden. Ihre Namen sind in den 4 Räumen des Denkmals niedergeschrieben. Als das Denkmal kurz vor der Einweihung stand, haben die Mütter der Ermordete nächtelange Wache gehalten. Sie hatten Angst, dass das Regime die Eröffnung kurzfristig wieder absagt und das Denkmal wieder abreissen lässt.

ISO 100 und 8 Sekunden Belichtungszeit bei Blende 8.


 

Heute las ich, dass Verstösse gegen Verkehrsregeln in Kalifornien im Baustellenbereich die doppelte Strafe kosten. Sinnvoll wie ich finde. In Deutschland: undenkbar.

In Finnland wurde ein Mann mit 22 km/h zu schnell geblitzt. 12 Tagessätze wurden fällig. In diesem Fall 111.888 Euro. Knapp 9.300 Euro am Tag. In Deutschland: nicht möglich. Hier gibt es nicht nur keine Tagessätze für solche Verkehrsverstösse. Tagessätze werden auch bei 5.000 Euro gedeckelt. Mit Gerechtigkeit hat das wenig zu tun.

In Deutschland ist es anders. Hier gibt es beispielsweise sehr sinnvolle Gesetze gegen übermüdete LKW-Fahrer. Nur schert dies niemanden. Muss es auch nicht. Da ist beispielsweise ein kleineres Fuhr­unter­nehmen. 10 Fahrzeuge des Fuhrunternehmens sind mit neuen digitalen Fahrtenschreiber ausgestattet. Die Bezirksregierung forderte in einer Stichprobe die Daten der Fahrten­schreiber vom Fuhrunternehmen an. Für einen Zeitraum von einem Monat. Nach der Auswertung der Daten hätte das Fuhr­unter­nehmen knapp 24.500 Euro Strafe für Überschreitung der Lenkzeiten zahlen müssen. Die ersten 60 Minuten Lenkzeitüberschreitung nach einer 9 Stunden Schicht kosten 60 Euro. Jede weiter 30 Minuten Über­schrei­tung wiederum 60 Euro.

Das Fuhrunternehmen musste natürlich nicht soviel zahlen. Denn bei – überschlägig 60-90 Minuten Lenk­zeit­über­schrei­tung pro Tag und Fahrzeug – kann selbstverständlich nicht von Vorsatz ausgegangen werden. Nein, nicht doch. Und weil kein Vorsatz vorhanden war, greift die Deckelung von 15.000 Euro – immerhin ein Rabatt von knapp 40%. Vorsatz würde es sein, wenn beispielsweise die Strafen in den Preisen des Unternehmens einkalkuliert sind. Sind sie natürlich. Taucht in der Preiskalkulation aber selbstverständlich nicht auf. Aber unter uns Betschwestern: 15.000 Euro sind natürlich für ein Steuern zahlendes Unternehmen auch verdammt viel. Deswegen einigt sich das Unternehmen mit der Bezirksregierung dann auf 3.300 Euro. Mithin ein satter Rabatt von über 85%.

Solche Regelungen und Gesetze schützen keine Leben. Sie sind für den Arsch. Und hinterlassen eine weiter Kerbe des Zweifels am System.