Gabi und Sascha
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Anfang Mai waren wir wieder einmal in Minsk. Etwas mehr als 48 Stunden in 3 Tagen. Der Flug mit der CRJ100 war diesmal leider etwas verregnet. Kondenswasser tropfte während des ganzen Fluges auf mich. Da halfen auch keine Taschentücher der Flugbegleitung. Dafür gab es am Flughafen in Minsk eine schöne Überraschung: Einreise mit allen Formalitäten in knapp 15 Minuten - Krankenversicherung kaufen, Visa stempeln und… keine Gepäckkontrolle.

Der Fahrer hat uns gleich zum Hotel gebracht. Und dann das spannende am Hotel Planeta. Der Hochhausbau nebenan hat sich so gut wie nicht weiter entwickelt. Geldprobleme? Denn auch die anderen Neubauten haben sich in den letzten 6 Monaten nicht sehr viel weiter entwickelt. Das es Weißrussland nicht gerade besser geht haben wir dann am zweiten Tag gemerkt. Der weißrussische Rubel wurde um knapp 20% gegenüber dem Euro abgewertet. Und unsere Kollegen in Minsk erzählten uns, dass die Preise auf dem Schwarzmarkt noch viel übler sind - so um das Doppelte. Die 20% waren vermutlich nur das politisch gerade noch Akzeptable. Nach der Abwertung haben wir kaum noch Menschen vor den Geldautomaten gesehen. Davor waren es Schlangen.

Wir sind Abends dann im Mon Café gewesen. Wenn ihr mal in Minsk seit, cooler Laden. Bin mir nicht sicher, ob es so was in Berlin gibt. Restaurant mit Technodisco und Kuschelecken. Moderne Küche und Sushi; Champagner für 760.000 Rubel die Pulle (ca. 130€). Aber auch da ist etwas passiert, was vor einem Jahr wohl noch nicht möglich war: die Bedienung teilte uns mit, dass es nicht alle Gerichte auf der Karte gibt. Das ist uns dann noch zweimal passiert. Wie sich die Zeiten ändern. Dafür war die Ansage auf der Restaurantkarte knallhart: wenn die Bedienung nicht lächelt, verlangt eine andere; akzeptiert nur elektronische Rechnungen…

Weiteres in Kurzfassung:

  1. Unsere Kollegen haben uns erzählt, dass das Attentat vom April vom Regime als Spassattentat verkauft wird. Die Attentäter wollten nur mal sehen, wie das so ist, wenn eine U-Bahnstation in die Luft gejagt wird. Unsere Kollegen meinten: niemand glaubt das.
  2. Ein iPad 2 kostet in Minsk ca. $1.500 (knapp 2½ durchschnittliche Monatsgehälter) und kann nur gejailbreakt verwendet werden. Weil Apple in Weißrussland offiziell nur Notebooks verkauft.
  3. Es gab sehr viele Fahrradfahrer zu sehen. Dazu muss man wissen, dass Fahrrad fahren in Minsk lebensgefährlich ist. Zumindest auf den Straßen. Autofahrer kennen aus der Vergangenheit keine Radfahrer, sind stärker und nutzen das auch aus.
  4. 100 Watt Glühlampen habe ich nicht bekommen. Es gab 60 Watt Glühlampen, solche mit 75 Watt und 125 Watt. Keine mit 100 Watt :-(
  5. Wir hatten 3 Tage Sonnenschein. Die Kastanien fingen gerade an zu blühen.