Gabi und Sascha
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[SONNENBLUME AM STRASSENRAND] Sie haben ein Beet angelegt. Im öffentlichen Raum. Vor dem Haus Ebertystraße 6, hier in Berlin. Nur ein kleines Beet um den Baum an der Straße herum. Sie haben Schilder gemalt und ausgedruckt, um den Fußgängern zu zeigen: hier entsteht ein Blumenbeet; wir lassen den öffentlichen Raum nicht verwahrlosen. Sie haben die Blumenerde bezahlt und die Blumensamen. Sie haben Initiative gezeigt.

Andere stört das. Sie lassen ihre Hunde weiterhin in das Blumenbeet scheissen; lassen die Hunde im Beet wühlen und die spriessenden Pflanzen zerstören. Sie treten in das Beet, weil sie sonst nicht aus ihrem Auto kommen. Sie reissen die kleinen Pflöcke aus, die das Band halten das signalisiert: bitte nicht kaputt machen. Die Kleingeister schreiben auf die Schilder der Kinder, dass das öffentlicher Raum sei und sie… ja, was eigentlich. Ihnen das Recht zusteht deswegen das Beet kaputt zu machen? Ihre Hunde in die Gegend scheissen zu lassen?

Immer wieder haben sie die Hundescheisse aus dem Beet geholt. Immer wieder nachgesät. Sie haben die Pflöcke immer wieder eingegraben, die Begrenzung erneuert. Sie haben nicht aufgegeben gegen die Ignoranz, den Neid und das Desinteresse der Menschen.

Da ist es verwunderlich, dass in der Kochhannstraße, gleich um die Ecke, eine Sonnenblume überlebt hat. So lange, dass sie jetzt verblüht.


Echte Arschlöcher in Berlin, kannste globen. (Aber auch die Tussis, die unbedingt die schöne Blume abreißen müssen, um sie zu Hause für zwei Tage auf den Tisch stellen zu können, statt allen im öffentlichen Raum für einen viel längeren Zeitraum die Möglichkeit des Genusses zu geben... ist mir einfach nicht klar, kann ich nur den Kopp schütteln...)
... und jetzt - nachdem die Gärtner ein Schild entfernt haben, welches zentral platziert war - juckeln die Kleingeister einfach mal mit ihrem Rad quer über das bereits wirklich gut gewachsene Blumenbeet. Zum kotzen! Nächstes Jahr werden die Gärtner sicherlich härtere Maßnahmen ergreifen müssen. Z.B. nicht nur ein spießiges Schild aufstellen, sondern auch so einen spießigen kleinen Zaun herum errichten. Das ist in diesem Land voller deutscher Idioten wohl notwendig - irgendeinen Grund muss es ja haben, warum in good old Germany das, was allgemein als Spießigkeit angesehen wird, nicht ausstirbt.

Hab's gesehen. Voll durchgebrettert und alles klein getreten. Sieht bei einigen Pflanzen auch aus, als ob was abgeschnitten wurde. Nächstes Jahr also NATO-Draht. Mindestens. Wäre doch gelacht, wenn wir den öffentlichen Raum nicht schützen können… öhm…