Gabi und Sascha
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[GRAUBROT ALS MACRO - CA 5.5MM HORIZONTAL, ENTSPRICHT MASSSTAB 3.1:1 AUF MICRO FOUR THIRD SENSOR] Die bisherigen Makrobilder wurden mit dem unter Makro Setup beschriebenen System aufgenommen. Das grösste Problem war dabei bisher die Beleuchtung. Besonders dann, wenn Focus stacking verwendet wurde. Dann konnte ich nicht den Blitz verwenden, weil ich noch keine Möglichkeit den Blitz entfesselt zu betreiben. Das ist bei Focus stacking wichtig, da die Lichtquelle sich nicht bewegen darf. Diese Bewegung entsteht wenn die Kamera mit dem Einstellschlitten bewegt wird. Auf dem berechneten Bild ist dies dann unschön zu sehen.

Blitzschiene

Die Konstruktion, die ich umgesetzt habe besteht aus einer einfachen Winkelschiene aus Aluminium. Ich habe eine Winkelschiene verwendet, weil diese steifer ist als eine einfache 2mm Aluschiene. Eine 2mm Aluschiene schwingt sehr stark und dies erschien mir bei dem gedachten Einsatzzweck nicht sinnvoll. Schwingungen und Makrofotografie scheiden sich aus. 3mm wiederum sind zu dick. Stahl scheidet aus, weil zu schwer.

Diese Winkelschiene hat 11 Bohrungen im Abstand von 6cm. Die Blitzschiene ist dementsprechend ungefähr 60cm lang. Die 5 Löcher auf jeder Seite wurden gemacht, um den Blitz freier auf der Blitzschiene positionieren zu können. Die Bohrungen sind 6,5mm im Durchmesser. Damit lässt sich die Schiene mit ¼ (6,35mm) Schrauben an dem Einstellschlitten befestigen. Ebenso lassen sich ¼ Schrauben verwenden den entfesselten Blitz an der Schiene zu befestigen.

Entfesselter Blitz

Um einen Blitz entfesselt auszulösen gibt es zwei Methoden:

  1. Mit einem Fernauslösekabel, das den Blitzschuh der Kamera elektrisch mit dem entfesselten Blitz verbindet.
    Vorteil
    • TTL Messung ist möglich.
    Nachteil
    • Bei zwei Blitzen wird es kompliziert.
      Zwar gibt es eine Lösung von Walimex für Canon. Aber TTL ist dann bei meinem Setup nicht mehr möglich.
    • Kabel hinderlich und entweder zu kurz oder zu lang.
  2. Mit einem Funkauslöser. Infrarot kam von vornherein nicht in Betracht, da Infrarot immer eine Sichtverbindung benötigt. Ein Sichtverbindung schränkt mich aber zu sehr ein.
    Vorteile
    • Unabhängig vom Kabel und der Kabellänge.
    • Mehr als ein Blitz kann ausgelöst werden.
    Nachteile
    • Bei den günstigeren Geräten keine TTL möglich.
    • Verzögerung durch Funksignal. Synchronisation über 160ms nicht sicher.

Das kein TTL möglich ist stört nicht wirklich. In dem Setup mit dem Exakta 28mm 1:2,8 MC muss sowieso alles auf manuell gestellt werden.

Ich habe mich für den Funkauslöser Yongnuo RF-602 (Canon) entschieden. Dieser versprach mir das beste Preis-Leistungs Verhältnis. Zwar finde ich das Yongnuo RF-603 Konzept besser. Hier las ich im Netz aber von zu vielen Problemen mit Olympus Kameras und Blitzen.

Blitz auf Blitzschiene befestigen

Der Olympus FL-36R kam auf den RF-602 Empfänger. Der Empfänger wiederum auf einen Novoflex Kugelkopf Neiger 19P mit Blitzschuh & Drehteller. Von Novoflex gibt es auch einen Kugelkopfneiger ohne Drehteller. Davon rate ich ab. Grund: ihr müsst immer mal wieder den Kugelkopfneiger leicht drehen, weil die 90° Öffnung nicht exakt in die korrekte Richtung zeigt. Dazu jedes mal die ¼ Schraube an der Blitzschiene zu lösen ist lästig. Investiert die 2€ mehr und erspart euch den Stress.

Alles zusammen sieht dann so aus:


Olympus FL-36R auf Yongnuo RF-602 (Canon) Empfänger auf Novoflex Neiger 19P Kugelkopf mit Blitzschuh & Drehteller

Olympus E-P2 mit Yongnuo RF-602 (Canon) Sender auf Novoflex Castel-Q Makro-Einstellschlitten
Olympus FL-36R auf Yongnuo RF-602 (Canon) Empfänger auf Novoflex Neiger 19P Kugelkopf mit Blitzschuh & Drehteller

Kosten

Die Aluminiumschiene war die billigste Komponente mit 3,39€ für 1m. Dazu kamen noch einige Werkzeuge, die wir nicht im Haus haben: Körner (2,99€), Feile zum entgraten (4,99€), 6,5mm Metallbohrer (3,49€) und Sägeblätter für Metall (2,49€). Der Kugelkopfneiger lag mit 28,56€ bei enjoyyourcamera im Budget. Der Funkfernauslöser RF-602 von Yongnuo (Sender und ein Empfänger) kosteten 39,95€ bei Amazon. 3 ¼ Schrauben waren sehr teuer mit zusammen 9,36€.

Was noch kommt

Zur Zeit kommt nur ein Blitz zum Einsatz. Mittelfristig soll ein zweiter Blitz zum Einsatz kommen, um Szenen optimaler ausleuchten zu könen.

Fazit

Mit dem Setup bin ich sehr zufrieden. Die Graubrot Aufnahmen sind damit entstanden. Dort könnt ihr auch lesen, was für ein Objektiv verwendet wurde und welche Leitzahl am Blitz eingestellt wurde. Allerdings sind bis zu einer vernünftigen Blitz/Blenden Kombination einige Fehlaufnahmen entstanden. Es ist halt sehr viel zu experimentieren.

Gemachte Fehler

Ich habe die ¼ Schrauben zuerst mit Federscheiben verwendet. Mit den Federscheiben ist sind Blitzschiene und Kugelkopfneiger zwar sehr fest verbunden, aber auch wieder sehr schwer zu lösen. Jetzt kommen einfache Unterlegscheiben zum Einsatz. Das ist nicht ganz so fest, lässt sich aber wieder lösen.

Das Velbon Stativ mit seiner Schnellwechselplatte kommt an seine technischen Grenzen. Nicht wegen des Gewichtes, sondern wegen der Velbon QB-157 Schnellwechselplatte. Diese lässt sich nicht präzise genug am Einstellschlitten befestigen. Das Problem ist konstruktionsbedingt.


Das Bild oben zeigt übrigens ein Canon FD 50mm 1:1,4 in Retrostellung an der Olympus E-P2. Kurzes Fazit dazu: das Canon eignet sich nicht für Aufnahmen in Retrostellung. Der Schärfeabfall am Rand ist dramatisch. Zumindest mit dem FD an MFT Adapter, der die Springblende überbrückt. Vielleicht ist es besser mit nicht so tiefen Adapter. Da für Retrostellung kürzer Brennweiten besser geeignet sind, werde ich diesen Experimentierpfad nicht weiter verfolgen.


Bilder aufgenommen mit Maxs Canon 5D. Danke für die Leihgabe.