Gabi und Sascha
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Moderne digitale Kameras unterliegen Moore's law. Das heisst, ca. alle 18 Monate verdoppelt sich ihre Leistungsfähigkeit. Aus diesem Grund sind gute Handykameras heute auch nichts besonderes mehr.

Für Systemkameras ergibt sich damit allerdings eine ganz neue Herausforderung. Denn mit der steigenden Effizienz der Sensoren in Hinsicht auf Pixeldichte, Dynamik und Rauscharmut unterliegen plötzlich auch die Optiken Moore's Law.

Eine einfache Schätzung: Verdoppelt sich alle 18 Monate einer der drei Faktoren Pixeldichte, Dynamik und Rauscharmut (ich nenne es mal den vollen Zyklus), dann hat sich die Gesamtqualität des Sensors in 4,5 Jahren verdoppelt. In 9 Jahren vervierfacht. Ein aktueller Micro Four Third (MFT) Sensor kommt dann in 9 Jahren auf 64 Megapixel.

Die Herausforderung: gute Scherben

Bei der Nikon D800 kommen die nicht High End Objektive schon jetzt an ihre Leistungsgrenze. Die Kamera liefert 36 Megapixel - in 9 Jahren 144 Megapixel. Die Käufer, die ich bisher kennengelernt habe, berichten, dass ohne leistungsstarke Optiken das Potenzial der Kamera nicht ausgenutzt werden kann.

Allerdings sind gerade gut Optiken teuer. Bei einer Kleinbildkamera wie der D800 teurer als bei einer kompakten MFT Kamera. Der Grund ist simpel: es wird mehr Glas benötigt, das in sehr guter Qualität bearbeitet werden muss. Der Preis liegt in dieser Qualität.

Natürlich ist die 64 Megapixel Vorhersage ein Blick in die Kristallkugel. Und er kann an einer einfachen Tatsache scheitern: dass die optische Physik den Regeln des digitalen Fortschritts einen Riegel vorschiebt. Mit Moore's Law kenne ich mich aus, ich leben seit über einem viertel Jahrhundert unmittelbar damit. In der Optik und deren verwandten Gebieten kenne ich mich nicht sonderlich gut aus, kann also nicht beurteilen, ob auch hier Moore's Law gelten kann.

Fazit

Investiert lieber in bessere Linsen. Solche, die 1-2 volle Zyklen qualitätsmässig überleben :-) Vergesst alte, analoge Linsen. Selbst wenn diese Schätzchen sehr gut gerechnet waren, bei 16-20 Megapixeln wird Schluss sein. Dafür sind sie nicht ausgelegt gewesen. Ich sehe es am Leica-R Macro Elmarit 60mm: bei den 12 Megapixeln der Olympus E-P2 ist die Linse an der Grenze. Vielleicht schafft sie noch die nächste Generation mit 16 Megapixeln. Danach ist dann aber definitiv Ende.

[GRÜNE BLÄTTER IN LILA LICHT.]

Persönlich würde ich es übrigens besser finden, wenn nicht all zu viel Energie in Pixeldichte und Rauscharmut gelegt wird, sondern mehr in den Dynamikumfang. Im Verhältnis 1:1:4.