Gabi und Sascha
Kategorien : Alle | Berlin | Bücher | Fotografie | Java | Linkhalde | Weichware | Verfassung

Eine Stadt, Kommune, ein Land verkauft seine Infrastruktur, Wasser, Strom, Straßen. An ein Privatunternehmen. Das Privatunternehmen ist gewinnorientiert. Das Privatunternehmen ist seinen Besitzern verpflichtet. Nicht dem Gemeinwohl. Das Unternehmen spart am Ausbau und dem Unterhalt der gekauften Infrastruktur. Um seinen Gewinn zu maximieren, die Shareholder zufrieden zu stellen. Die Infrastruktur wird immer schlechter. Mit der Infrastruktur geht das Gemeinwohl vor die Hunde, die Konkurenzfähigkeit als ganzes verschlechtert sich. Damit das nicht geschieht, gewährt die Kommune, das Land dem Privatunternehmen Subventionen und/oder Steuervorteile. Das so mehr gesparte Geld fliesst zum Teil wieder an die Shareholder.

Wäre es nicht sinnvoller das Geld gleich in die eigene Infrastruktur zu investieren?

 

Seit ich wieder aktiver fotografiere bin ich auch in einigen Foto Communities aktiv. Picasa, Flickr oder 500px, um nur einige zu nennen.

Vor einiger Zeit hatte ich bei einem Flickr Bild kommentiert, dass ich das Bild gut finde. Der Fotograf hatte sich bedankt und gebeten zu schreiben, was an seinem Bild/Bildern nicht gut sei.

Oops… Da hatte er mich erwischt. Die Bitte war neu. Und ich wusste erst nicht, wie ich mit ihr umgehen soll. Lange habe ich mich um eine Antwort gedrückt. Dann habe ich beschlossen die Bitte zu ignorieren. Warum?

Nicht jedes Bild kommentieren

Ich kann nicht zu jedem Bild, bei dem ich etwas zu meckern habe, etwas schreiben. Dann würde ich aus dem Schreiben nicht mehr heraus kommen. Gefühlt sind 99% aller Bilder die ich täglich sehe Schrott. Was sollte ich bei diesen Bildern schreiben? Wie Otto Steinert: «Das ist Scheisse?» «Wieso denn?» «Überlegt dir was, bis morgen.» So etwas mache ich nicht lange, dann bin ich durch und die Zahl der Follower kann ich an einer Hand abzählen. Im Umkehrschluss würde ich natürlich weniger schlechte Bilder sehen.

Allgemein akzeptierter Geschmack

Leider gibt es in Online Communities kaum eine Möglichkeit heraus zu finden, ob ein Bild gut ist oder nicht. Es kann nur heraus gefunden werden, ob es einen bestimmten, allgemein akzeptierten Geschmack trifft.

Um dies zu ermitteln fällt als erstes die Anzahl der Views ein. Alle grösseren Anbieter messen dies und veröffentlichen die Zahlen. Der View erfordert die geringste Interaktion und Auseinandersetzung mit einem Bild. Nächste Stufe der Wertschätzung ist das liken oder plussen oder wie immer die Funktion gerade heisst. Sie ist schon etwas mehr als der View, erfordert mindestens einen weiteren Mausklick. Dann kommt der Kommentar. Er erfordert die komplexeste Interaktion (Wörter auf der Tastatur tippen, Lebenszeit spenden) und ist dementsprechend auch viel Wert. Einige Communities bieten dann noch das Teilen an. Das ist dann die Krönung, denn in den meisten Fällen teile ich, weil mir das Bild gefällt.

Mit Kennzahlen direkt in die Microstockfotografie

Allerdings ist bei all diesen Kennzahlen Vorsicht geboten. Nur auf sie zu schielen führt zu 99% langweiligen Bildern, direkt in die Microstockfotografie. Bei 500px werden bevorzugt solche Bilder hochgespült. Das ist seichter Augenschmaus, schnell gesehen, schnell vergessen, der Schlager unter den Bildern. Wirklich spannend sind diese Bilder nur für den Betreiber von 500px.

Luxus

Ich mache Fotos zu aller erst für mich. Ich kann mir den Luxus leisten nicht von der Fotografie leben zu müssen. Daher muss ich nicht auf Reichweite achten, muss nicht auf Views, Likes und Kommentare schielen. Ich kann die Bilder machen, die mir gefallen. Und wenn sie dann auch noch anderen gefallen, dann ist das schön für mich und mein Ego.

[WOCHENMARKT-STAND MIT GESCHLOSSENEM VERKAUFSWAGEN. DAVOR EIN STEHTISCH MIT EINEM SONNENSCHIRM, IN ROT GEHALTEN UND AUCH EINGEFAHREN (DER SONNENSCHIRM). AN DEM VERKAUFSWAGEN STEHT DIE TÜR AN DER RECHTEN SEITE OFFEN UND EIN MANN SCHAUT IN DEN WAGEN ALS SPRECHE ER MIT EINER PERSON ODER WARTE AUF SIE.]
Berlin, Wedding

Ein paar weitere Anmerkungen zu Kommentaren könnt ihr hier lesen.

English version

Wenn ich auf die Straße gehe, um zu fotografieren, setze ich mir keine Thema. Ich hatte es versucht, es klappt nicht. Und es macht auch keinen Sinn für mich.

Es wird zwar öfter mal empfohlen sich ein Thema zu setzen, aber was für einen Sinn hat das? Heute Menschen mit Plastiktüten. Dann sehe ich die Rollrasenverleger. Soll ich jetzt auf das Foto verzichten, nur weil heute mein Plastiktütentag ist? Eben.

[AUF EINEM GRÜNSTREIFEN ZWEISCHEN ZWEI FAHRSPUREN WIRD ROLLRASEN VERLEGT.]
Berlin, Karl-Marx-Allee

Trotzdem kristallisieren sich nach einiger Zeit Themen heraus. In diese Themen werden die passenden Bilder dann eingeordnet. Aktuell zum Beispiel die Themen Bei der Arbeit, Konsum oder Menschen und Graffiti. Diese Themen entstehen aber mehr durch den Auswahlprozess als durch gezieltes suchen und finden. Einzig, ich achte mehr auf die aktuellen Themen, wenn ich auf der Straße bin. Ich lasse mir von ihnen nur nicht mein handeln diktieren.

[EINE FRAU MIT JAKE UM DIE HÜFTE GEBUNDEN LÄUFT AUF EINEM BÜRGERSTEIG AN EINER WAND MIT GRAFFITI VORBEI. EIN HUND, DER VERMUTLICH ZU DER FRAU GEHÖRT, HEBT SEIN BEIN AN DER WAND.]
Berlin, Friedrichshain
 
English version

Street photography and themes

When I go on the road to take pictures, I set myself any topic. I tried it, it does not work. And it makes no sense to me.

Although it is often times recommended to put a theme, but what is the point of that? Today, people with plastic bags. Then I see the turf worker. Should I give up the photo, just because today is my plastic bag day now? Stupid concept.

Nevertheless, issues are emerging after some time. In these subjects the matching images are then classified. Currently, for example, the issues At Work, or Consumption or People and Graffiti. However, these issues arise more through the selection process than through special search and find. Only, I pay more attention to the current issues when I’m on the street.

Be pragmatic and have fun.

 

Heute ist eine Frau in mich hineingestolpert. An der einen Hand ihr Kind, in der anderen ein Tablet auf welches sie unentwegt starrte.

Es muss doch machbar sein, die Abstandstechnik aus den Automobilbau auch in Handys und Tablets ein zu bauen. In die Vorderkante ein Radarsystem, Echolot oder eine 3D Kamera einbauen. Der Sensor wird automatisch aktiviert wenn das Gerät über die Beschleunigungssensoren und/oder das GPS merkt, dass es sich bewegt. Eventuell meldet das Gyroskop noch eine horizontale Position. Nährt sich ein Hindernis, wird ein akkustisches Warnsignal gegeben. Oder ein Vibrationsalarm. Bei einem 3D Kamerasystem könnte das Bild auch angezeigt werden.

Eine Kamera müsste natürlich auch noch kardanisch aufgehängt werden, damit sie auch das Geschehen vor dem Gerät zeigt und der Betrachter nicht seekrank wird [sic].