Gabi und Sascha
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Da schreibt Heise das es eine neue Allianz für Internet for Everythings gibt. Oder zumindest das Internet der Dinge weiter vorantreiben will. Ich verfolge das Gerede darüber seit ein paar Jahren. Das Problem des Internet of Everything ist der IP Stack. Solange kleine Geräte eine Dual Stack aus IPv4 und IPv6 benötigen wird das eher zäh werden. Das Internet der Dinge wird sich erst durchsetzen wenn sich abzeichnet ob der Krüppel IPv4 sich durchsetzt oder das modernere IPv6. Zu teuer ist es Ressourcen für beide Protokollarten auf Microcontroller und Kleinstcomputern vor zu halten. Bei diesen Geräten geht es um Centbeträge, damit sie am Markt erfolgreich sind. 10 Cent mehr bei 100.000 verkauften Geräten sind dann mal eben Mehr­kosten von 10.000 Euro. Deswegen werden die Hersteller solcher Geräte nur das eine oder das andere Protokoll implementieren.

Auch muss die Langlebigkeit solcher Geräte bedacht werden. Waschmaschinen, Toaster, Kühlschränke, Türschlösser, Mikrowellengeräte, Radios usw. haben Lebenszeiten von 10 und mehr Jahren - wir haben hier einen über 25 Jahre alten Weltempfänger als UKW Radio am Start. In dieser Zeitspanne muss das Protokoll stabil sein.

Beim Internet der Dinge ist die IP Version also noch viel wichtiger als beim normalen DSL Anschluss. Und schon beim DSL Einsatz ist die IPv6 Verwendung noch sehr überschaubar. Trotz des Mangels an IPv4 Adressen.

Choosing a JavaScript MVC Framework

Ich bin ja nicht so der Webentwickler. Die Übersicht ist allerdings gelungen.

Autonomes Fahren: Nicht vor 2020

Ähnliche sehe ich es auch und habe es in Moore's Law und die Automobilindustrie auch schon beschrieben. Vielleicht müssen wir die Infrastruktur in Innenstädten sogar mit Transpondern ausstatten, damit der autonome Verkehr dort besser fliessen kann. Das würde einmal in die Zukunft gerichtet sein.

Understanding Method References

Die zweitwichtigste Änderung in Java 8 kurz, knapp und ausreichend erklärt.

The Modular Java Platform and Project Jigsaw

Mark Reinhold über die wichtigste Änderung in Java 9. Endlich, Java bekommt einen Linker :-) Aber schon klasse, was sich damit und mit der geplanten Modularität alles machen lässt. Was ich noch nicht ganz verstanden habe, was auch nicht erklärt wird: wie ändert sich die Java Lizensierung mit dem Modulsystem und dem Linker. Das gilt für Java core und die Runtime-Umgebung.

How Facebook’s Own Algorithms Are Killing Facebook

Edgerank completely fails to have the effect it was originally designed for. Sehr spannend beschrieben, was die strukturellen Schwächen von Facebooks Suche sind - und vor allen Dingen die Werbevorhersage.

Gerade bei der Werbevorhersage scheint mir Google besser aufgestellt. Bei Google ist die Werbung direkter, denn sie wird unmittelbar mit der Suchanfrage eingeblendet, ist also deutlich besser auf den Kontext abgestimmt.

 

Vom Abbilden zum künstlerischen Ausdruck

[BUCH COVER] Ein Fotobuch. Mit gar nicht mal vielen Fotos. Sehr viel Text. Ein Buch über die Fotografie von jemanden der Fotografie theoretisch durchdrungen hat. Nicht Bildaufbau, Komposition und den ganzen Kram, der immer wieder durchgekaut wird und nichts wirklich Neues bringt. Sondern die Kunst - oder besser - den Kunstbetrieb dahinter. Verständlich geschrieben, spannend. Ich habe das Buch regelrecht verschlungen. Es öffnet die Augen wenn sie noch nicht geöffnet waren. Du kannst noch so viel Talent haben, noch so gut sein, wenn du nicht verkaufen kannst, dich und das was du machst, krebst du auf Hartz Ⅳ Niveau vor dich hin. Und selbst wenn du es kannst, nur ein Handvoll Fotografen darf wirklich erfolgreich sein. Mettner beschreibt eindrucksvoll warum dem so ist.

Die Werke von Dorothea Lange, Walker Evans, Cartier-Bresson und Eugène Atget werden besprochen und erklärt, warum es heute so etwas nicht mehr geben wird - weil die Werbegelder erst von der Zeitung des gedruckten Reportagebildes ins Fernsehen gewandert sind. Und jetzt weiter wandern ins Internet. Es werden moderne Fotografen besprochen und gezeigt. Am meisten hat mich Corey Arnold fasziniert mit seinen Bildern vom Fischkutter. Am wenigsten übrigens Olaf Otto Becker mit seinen Gletscherbildern - oder mit abgewandelten Worten Henry Cartier-Bressons geschrieben: der fotografiert doch nur Eis.

Das Buch ist eine wahre Fundgrube an Inspiration und Information. Wenn ihr noch was für Weihnachten sucht, findet dieses Buch.

Das Buch ist im Fotofeinkost Verlag erschienen, kostet 39,80€ und ist jeden Cent wert.

ISBN-13: 978-3-9813869-1-2

Ohne Cheats Elite in Oolite :D

Manchmal habe ich in der Straßenfotografie ausreichend Zeit ein Motiv oder eine Situation zu foto­grafieren. Die beiden folgenden Bilder sind Beispiele für solch seltene Augenblicke.

Frau mit Koffer

Sie ging über den Alexanderplatz. Plötzlich blieb sie stehen, ging in die Hocke und begann im Koffer etwas zu suchen. Ich ging eben­falls in die Hocke und machte schnell ein paar Fotos. Unter­schied­liche Blende, etwas versetzt. Sie bemerket mich nicht. Ich ging dann um sie herum, immer weiter Bilder machend. Als ich sie halb umrundet hatte ging ich wieder in die Hocke und schoss einer weitere Serie von Bildern. Darunter auch das hier gezeigte Bild.

Über 30 Bilder habe ich von der Situation auf­genom­men und am Ende dieses aus­gewählt. Es hat von allen Bildern der Serie den span­nend­sten Hintergrund. Die Verteilung der Passanten ist am aus­ge­wo­gen­sten, die Geschichte am stim­mig­sten.

[FRAU IN HOCKE VOR GEÖFFNETEM KOFFER. IM HINTERGRUND MENSCHEN IN UNSCHÄRFE]
Frau mit Koffer; Berlin, Alexanderplatz

Service, Service, Service

Unter den S-Bahngleisen am Alexanderplatz standen diese beiden Service-Wagen der BVG. Zwischen den Wagen ein Lücke, so das eine einzelne Person hin­durch gehen konnte. Zwar standen die beiden Wagen nicht genau in der Haupt­rich­tung des Menschen­stroms. Trotz­dem kamen immer wieder Men­schen aus dem Bahnhof und gingen zwi­schen den Wagen hin­durch. Das Problem für mich: ich wusste nicht wann jemand durch die Lücke gehen wird. Und da die Olympus E-P2 nicht gerade die schnellste Kamera ist musste ich improvisieren. Ich stellte mich vor die beiden Wagen und wartete bis jemand in Richtung der Lücke ging. Dann ging ich schnell auf die andere Seite, richtete die Kamera aus, stellte den Fokus scharf und begann eine Serie zu schiessen. Solange bis der interne Kamerapuffer voll war. Insgesamt entstanden so über 150 Aufnahmen in knapp 30 Minuten.

Um das Bild die gewünschte Tiefenschärfewirkung zu geben musste ich die Blende auf f7,1 hoch ziehen. Dadurch wiederum musste ich auch den ISO Wert hochziehen, damit ich keine Bewe­gungs­unschärfe in die Bilder bekomme. Bei der E-P2 ist bei ISO 400 Schluss wenn es nicht zu sehr ver­rauscht werden soll. Über 130 Bilder sind sofort Aus­schuss gewesen. Entweder traf der Autofokus doch nicht, die Bilder hatten doch Bewegungsunschärfe oder es war schlicht nichts ausser den Fahrzeugen zu sehen.

Von den überlebenden Bildern war dieses hier dann das vom Motiv her spannendste.

Anekdote am Rand: Der Fotografierte hat sich nachher entschuldigt, dass er ins Bild gelaufen ist. Das wiederum passiert mir nicht selten.

[MANN GEHT ZWISCHEN ZWEI GELBEN FAHRZEUGEN HINDURCH. DER MANN TRINKT GERADE AUS EINER BECHER MIT STROHHALM. DER BECHER IST VON EINER FASTFOOD KETTE (BURGER KING). AUF DEN FAHRZEUGEN STEHT INSGESAMT DREIMAL DAS WORT
Service, Service, Service; Berlin, Alexanderplatz