Gabi und Sascha
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Für den Städteurlaub im März hatte ich mir das Olympus 17mm f1.8 Objektiv angeschafft. Der Plan war mit dem Objektiv in den engen Straßen und Gassen Athens und Istanbuls auf Bildersuche zu gehen. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich mit dem Objektiv und der Brennweite einigermassen klar gekommen bin. Die kurze Brennweite erfordert es, dass viel dichter an das Objekt heran gegangen werden muss.

Mit dem Voigtländer Nokton habe ich schon ein Objektiv im unteren Brennweitenbereich. Dieses ist aber komplett manuell und eignet sich dadurch weniger für Straßenfotografie. Deswegen setze ich es weniger ein und hatte entsprechend wenig Training im unteren Brennweitenbereich.

[SCHWARZWEISS - EIN MANN STEHT INMITTEN EINER STRASSENKREUZUNG ZWISCHEN AUTOS UND SCHAUT NACH LINKS.]
Athen № 5 - Nahe zentralem Markt

17mm Brennweite entspricht an der Sensorgröße der E-M1 in etwa 35mm Kleinbildbrennweite. Die 35mm Brennweite gilt als klassische Reportagebrennweite und ist leicht weitwinklig.

Bisher bin ich viel mit dem Olympus 45mm f1.8 auf der Straße unterwegs gewesen. Mit 45mm wird weniger in die Intimsphäre der abgebildeten Personen eingegriffen, da der Abstand grösser ist. Ich versuche grundsätzlich bei Straßenfotografie nicht aufdringlich zu sein. In Athen und Istanbul verhalten sich die Menschen gegenüber Kameras allerdings anders als in Deutschland. Sie haben keine Probleme damit fotografiert zu werden, freuen sich eher. Deswegen waren beide Städte hervorragende Trainingsreviere.

[SCHWARZWEISS - EIN SESAMRINGVERKÄUFER SCHIEBT TIEF GEBEUGT SEINEN SCHWEREN VERKAUFSWAGEN EINEN BERG HINAUF.]
Istanbul № 8

Inzwischen klappt es mit dem Objektiv besser. Zumal die kurze Brennweite auch einige Vorteile hinsichtlich der Schärfentiefe hat. Ich muss weniger genau auf den Fokuspunkt achten, um scharfe Bilder zu bekommen. Gerade bei offeneren Blenden macht sich hier die Sensorgrösse des Micro Four Third Standards positiv bemerkbar. Wobei Schärfe ist ein bourgeoises Konzept ist. Emotionale Bilder dürfen auch unscharf sein.

[SCHWARZWEISS - EIN KIND SCHAUT IN DIE KAMERA UND HAT EINE HAND GEÖFFNET IN DIESE GERICHTET. DAS KIND BETTELT UM EIN PAAR MÜNZEN UND GEHÖRT ZU EINER BERUFSBETTLERGRUPPE IN ISTANBUL NAHE DER GALATA-BRÜCKE.]
Istanbul № 7 - Bettelndes Straßenkind

Nach den ersten Versuchen mit dem M.Zuiko 17mm f1.8 hätte ich beinahe frustriert aufgegeben. Ich war kurz davor die Linse wieder zu verkaufen. Inzwischen habe ich mich an den Bildausschnitt und das Herangehen gewöhnt. Das Objektiv verändert die Perspektive des Sehen und erlaubt sehr emotionale, dichte Bilder.

Trotzdem gab es Augenblicke in Istanbul, in denen ich die falsche Linse drauf hatte. 2 sehr starke Momente konnte ich nicht richtig abbilden, weil entweder ein leichtes Tele gebraucht wurde - als das Weitwinkel drauf war - oder umgekehrt. Vielleicht versuche ich es in Zukunft einmal mit dem M.Zuiko 12-40mm f2.8. Wo steht denn geschrieben, dass es immer Festbrennweite sein muss.

[SCHWARZWEISS - SILHOUETTE EINES ANGLERS VOR DER GALATA-BRÜCKE.]
Istanbul № 3 - Angler vor Galata-Brücke