Gabi und Sascha
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Wirklich. Ich finde es toll, dass China eine Hintertür für jedes System möchte, welches Daten verschlüsselt. Um die Daten bei Bedarf einfach zu entschlüsseln - also immer. Und ich kann die Aufregung der USA deswegen nicht verstehen, die das Gleiche selbst fordern.

Sollte China das Recht um- und dann durchsetzen, dann ist Unternehmenscyrpto am Ende. Die grossen US-Unternehmen können es sich nicht leisten den chinesischen Markt zu verlassen. Und sie werden auch keine chinesische Extrawurst produzieren. Zumal damit zu rechnen ist, dass dann andere Länder (Russland, Brasilien usw.) ganz schnell auch ein solches Recht einführen. Und auch der EU-Rat diskutiert die Schlüsselhinterlegung.

Unternehmenscrypto ist dann am Ende, weil wir dann alle offiziell wissen, dass sie nicht sicher ist. Jetzt müssen wir annehmen das sie nicht sicher ist. Weil grundsätzlich keine Cryptografie, die nicht Open-Source ist, als sicher gelten kann.

Open Source Software kann ich selbst übersetzen in ein lauffähiges System. Sie kann durch öffentliche Reviews gehen. Dort eine Hintertür ein zu bauen wird schnell auffallen. Open Source Cryptosoftware ist grundsätzlich vertrauenswürdiger.

Was sollen sie dagegen noch tun? Auch dort Hintertüren verlangen? Oder verbieten? In China… sicher­lich. Im vermeintlich freien Westen würde dies den Kern der freien Meinungsäußerung ad absurdum führen. Im vermeintlichen Kampf gegen den Terrorismus oder organisierte Kriminalität oder was auch immer, würden die Falken dies in Kauf nehmen. Es geht um Macht und Machterhalt. Und da kann auf Befindlichkeiten wie die freie Meinungsäußerung keine Rücksicht genommen werden.