Gabi und Sascha
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[BLÄTTER IN HERBSTFARBEN AUF BODEN MIT RAUREIF BEDECKT]
[ZWEI JUNGS (14-17 JAHRE) SPIELEN IM REGEN AUF DEM ALEXANDERPLATZ.]
 
[EINE DUNKELHAARIGE FRAU STEHT AN EINER MAUER (BERLINER MAUAER - EAST SIDE GALERY) UND ZÜNDET SICH EINE ZIGARETTE AN. DABEI BEUGT SIE SICH VOR UND HAT IHR LINKES BEIN AN DIE WAND GEWINKELT.]
 
[PANORAMASICHT ÜBER BERLIN]
 

Wir waren auf dem Heimweg. Von Opa. Wir machen Heilgabend immer einen kurzen Spaziergang. Denn der Weihnachtsmann kommt bei uns nur, wenn niemand in der Wohnung ist. Diesmal sind wir über den Hausburgspielplatz zurück gegangen. Von dort können wir sehen, ob in der Wohnung Licht an ist. Immer ein untrügliches Zeichen für das Kind: der Weihnachtsmann war da.

In der Otto-Ostrowski-Straße hielt uns gegenüber plötzlich ein Caddy an. Aus den Augenwinkeln sah ich: der Weihnachtsmann sass hinterm Steuer. Wir schauten genau hin. Und tatsächlich, ein Weihnachtsmann stieg aus dem Auto einer Elektroinstallationsfirma. Fasziniert schaute das Kind hin. Und dann passierte es: der Weihnachtsmann sah uns und winkte uns zu sich her. Er erzählte uns, dass der Schlitten einen Defekt hat und er deswegen auf das Auto umsteigen musste. Dann stellte er mir die Frage, ob ich auch artig gewesen bin im letzten Jahr. Am Ende wühlte er in seinem Sack. Ganz tief unten fand er ein Geschenk für das Kind. Einen Ring mit blinkenden LED Lichtern. Das Kind war sprachlos. Hatte es bis jetzt vielleicht leichte Zweifel, dass es den Weihnachtsmann wirklich gibt, so waren diese jetzt vollkommen zerstreut.

Für solche Dinge liebe ich diese Stadt. Völlig ungeplant erscheint der Weihnachtsmann an Heiligabend wie aus dem Nichts und dann gibt es auch noch ein Geschenk.

[EIN MANN STEHT VOR EINEM KIOSK UND SCHEINT ETWAS ZU KAUFEN. DER KIOSK HAT KEINE EINGANGSTÜR, SONDERN NUR EINE KLEINE VERKAUFSLUKE. ÜBER DER VERKAUFSLUKE STEHT HANDGESCHRIEBEN: "VERKAUF HIER"]
 
[7 ENTEN HÄNGEN AN SPIESSEN IN EINEM FENSTER. IM HINTERGRUND SIND ASIATISCHE KÖCHE AM ARBEITEN. AUFGENOMMEN DURCH EINE SCHEIBE IN EINE RESTAURANTKÜCHE NAHE MUSEUMSINSEL (BERLIN).]
 
[FRAUEN VOR SEE-CONTAINERN UND ÖLFÄSSERN VOR EINEM DRAMATISCHEN WOLKENBILD]Berlin, Friedrichshain
 
[EIN MANN MIT EINEM BART SCHAUT HINTER EINER FAHRRADAMPEL IN RICHTUNG FAHRRADFAHRER. DABEI WIRD SEIN GESICHT VON DM MIT ZETTEL ÜBERKLEBTEN AMPELMAST VERDECKT UND NUR EIN AUFGE IST ZU SEHEN. BILD IN SCHWARZWEISS, NACHTFOTO]U-Bahnhof Eberswalder Straße, Berlin
 
[KÜSSENDES PAAR VOR PHOTOAUTOMAT]
 
[ZWEI MENSCHEN SITZEN IN EINER ECKE AN EINEM HAUSEINGANG UND UMARMEN SICH. AN DER GLASSCHEIBE NEBEN DEM PAAR STEHT DER SCHRIFTZUG "WILLKOMMEN". HINTER DEM PAAR LIEGT EINE REISETASCHE.]
 
[EINE FRAU FÄHRT AUF EINEM FAHRRAD AN EINER GRUPPE HALTENDER AUTOS AN EINER AMPEL VORBEI. DIE BELEUCHTUNG DER DÄMMERUNG UND DER STADT MACHEN DAS BILD SEHR BUNT]
Woman on Bike in front of Cars
Hintergrund
In den lezten Monaten habe ich das Mitziehen der Kamera bei längeren Belichtungen verstärkt geübt. Und die Extremsituationen wurden… extremer. Dieses Bild entstand im Sommer 2014 am Ende der Dämmerung in Berlin an der Warschauer Straße. Ich habe in einer Stunde knapp 300 Aufnahmen gemacht. Dieses ist das einzige Bild was gut geworden ist.

Die Kamera war im Continuous Auto­focus plus Tracking (C-AF+TR) Modus. Der Modus ist an den Olympus Kameras erst seit der Olympus OMD EM-1 einigermassen zu gebrauchen. Trotzdem gibt es bei der Aufnahme noch Probleme. Der Bildstabilisator muss ausgeschaltet werden, damit nicht zu viele vertikale Streifen entstehen. Bei späteren Bildern habe ich den Stabi ausgeschaltet und der Fluss der Lichter ist harmonischer.

[MENSCHEN GEHEN NACHTS EINE TREPPE AN EINEM U-BAHNHOF HINUNTER UND STRÖMEN AUSEINANDER. DER U-BAHNHOF IST AUF EINEM VIADUKT GEBAUT UND MENSCHENMASSEN SIND HINTER VERGITTERTEN SCHEIBEN ZU SEHEN. SCHWARZWEISS
U-Bahnhof Eberswalder Straße
 
[PANORMAAUFNAHME DES BERLINER HAUPTBAHNHOFS, EHEMALS LEHRTER BAHNHOF, MIT GRÜNER WIESE UND AUF DEN BAHNHOF ZULAUFENDEN LINIEN. SEITLICH DES BAHNHOFGEBÄUDES WEITERE GEBÄUDE.]
 

Ich war gestern im Martin-Gropius-Bau in Kreuzberg in der Walker Evans Ausstellung. Seit langem hatte ich mal wieder Zeit und Musse für so etwas. Knapp 2 Stunden habe ich mir die Bilder intensiv angeschaut. Ich habe viel gelernt, auch wenn ich nicht mit vielen Bildern nicht soviel anfangen konnte. So sind seine Bilder von Häusern, die in den 1930er Jahren entstanden zwar technisch toll, für mich aber nichts sagend. Sie haben - und das sollen sie wohl auch nur - ausschliesslich dokumentarischen Charakter.

Sehr spannend sind aber die Bilder, die er im Rahmen des der Auftragsarbeit für die Farm Security Administration während des New Deals gemacht hat. Hier sind zwar auch viele Häuserbilder entstanden, aber es beginnen Bilder mit Menschen. Ein paar dieser Bilder sind aus meiner Sicht wirklich genial. Ich würde sie in der Wohnung aufhängen. Allerdings sind es nicht unbedingt massenkompatible Bilder. Viele der Besucher sind achtlos an ihnen vorbei gegangen. Schade. Ebenso an einem Bild mit drei Männern in Arbeitsklamotten an einer Straßenkreuzung, die in die in die Luft schauen. Das Bild ist aus der Reihe Herrenmode; ich konnte mich kaum von dem Bild los reissen. Auch nicht von einem Bild auf einem Londoner Bahnhof. Bei der Fotografie hat Evans auf den Vordergrund fokussiert und die Menschen im Hintergrund sind in Unschärfe nur schemenhaft zu erkennen. Umrahmt werden sie dabei vom Dampf der Lokomotiven.

Was mich bei den Bildern aus vergangenen Tagen immer wieder fasziniert sind ihre Dimensionen. Sie sind klein. Abzüge von mehr als 25cm an der langen Kante sind eher selten. Und selbst 20cm ist eher die Ausnahme. Trotzdem sind sie sehr klar und detailreich. Leider konnte ich mir den Detailreichtum nur selten erschliessen, eine Brille wird dieses Jahr kommen müssen.

Wenn ihr also in Berlin seit, euch ein wenig für Bilder oder vergangene Zeiten interessiert und bis zum 9. November Zeit habt, schaut euch die Ausstellung an. Die investierten 7€ sind sehr gut angelegt.


Bild: Walker Evans - Roadside stand near Birmingham, Alabama; 1936; Public Domain

[EINE GRUPPE JUNGER MÄNNER MIT BÄRTEN, VERTEILT IM SCHWARZWEISS BILD VOR EINER ROLLLADENWAND MIT ANGLERFISCHEN UND DER AUFSCHRIFT: "SEARCH & DESTROY". EIN MANN HAT SEINEN KOPF IN EINER HAND VERGRABEN UND EIN WEITERER SCHEINT AUF IHN EIN ZU REDEN.]
 
[FASSADE UND HAUSEINGANG MIT GRAFFITI BEMALT. NICHT BILDLICH, TAGS. NUR ERDGESCHOSS. ROLLLADEN DER FENSTER HERUNTERGELASSEN. VOR DEM HAUSEINGANG AUF DE RECHTEN SEITE STEHT EIN KNALLGELBES POSTFAHRRAD. DER HAUSEINGANG IST OFFEN. DER POSTBOTE IST IM HINTERGRUND ZU SEHEN, DER HAUSEINGANG IST AUCH MIT GRAFFITI ÜBERMALT. EINE FRAU VERSUCHT DIE TÜR OFFEN ZU HALTEN. VON LINKS LAUFEN ZWEI PERSONEN INS BILD. VERMUTLICH VATER UND SOHN. SPANISCHER EINFLUSS. DER SOHN HAT SPORTKLAMOTTEN AN UND EBENFALLS KNALLGELBE SPORTSCHUHE. ER SPIEL MIT EINEM BALL, DER IN DER LUFT HÄNGT. ]
 
[DER AUFGEHENDE MOND ÜBER HÄUSERN. DAS BILD IST LEICHT ÜBERBELICHTET, SO DASS DER MOND SEHR HELL, WIE DIE SONNE LEUCHTET. MEHR IN ERKLÄRUNG ZUM BILD]
Hintergrund
Mondaufgang? Wie soll denn das gehen?

Das Bild ist etwas verworren. Und es stellt tat­sächlich einen Mond­auf­gang dar. Es wurde 60 Sekun­den lang be­lich­tet und dann in Adobe Light­room 5 mit dem mit­ge­lie­fer­ten Preset "Cross­entwick­lung 2" bear­beitet. Dadurch ent­stand der blaue Him­mel und der gelbe Mond, der den Ein­druck hin­ter­lässt, als handele es sich um die Sonne. Die Strahlen um den Mond ent­stan­den durch die lange Be­lich­tungs­zeit mit dem Voigt­länder Nokton 25mm f0.95 bei Blende 5,6. Durch die hell er­leuch­teten Fen­ster und den falsch aus­sehen­den Schat­ten im Vor­der­grund (dunkles Dach bei gleis­sen­dem Son­nen­licht und helle Back­stein­mauer der Sonne abge­wand­ten Seite) ent­steht aus meiner Sicht ein ver­wi­rren­der Ein­druck des Bildes.

Das Bild wurde nach der Light­room 5 Ent­wick­lung mit Topaz DeNoise 5 stark ent­rauscht. Zu­vor wur­den noch Licht­strei­fen von Flug­zeu­gen und Satel­liten weg­ge­stempelt.

Und hier noch die Originalaufnahme aus der Kamera:

[DER AUFGEHENDE MOND ÜBER HÄUSERN.]
Moonrise over Lichtenberg - Originalaufnahme
[EIN MANN IN EINEM ROLLSTUHL. AN STELLE SEINER BEINE SIND NÜR STÜMPFE ZU SEHEN. ER STEHT NEBEN EINER LITFASSSÄULE MIT DEM WERBESPRUCH: "DEINE NEUE APP"]